PSV Bork startet mit Neuzugängen und Ausdauer-Test - und erklärt Cappenberg II zum Titelfavoriten

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Der PSV Bork hat viel vor: Unter dem neuen Trainer Sanmi Ojo sind die Borker offiziell in die Vorbereitung eingestiegen. Der Aufstieg? Keine Pflicht, heißt es. Aber sträuben würden sich die Borker auch nicht.

Selm

, 19.07.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Sanmi Ojo war nervös vor dem Auftakt beim Fußball-B-Ligisten PSV Bork. Der neue Cheftrainer erwartet zum zweiten Mal Nachwuchs. „Es kann eigentlich jeden Moment so weit sein“, sagte Ojo am Sonntagmittag. Aber er wollte die Auftakteinheit seiner ersten hauptverantwortlichen Trainerstation auch nicht gleich verpassen.

Und so stand Ojo nach dem Mannschaftsfoto - der PSV 2020/21 trägt nun dunkelblau - zusammen mit seinem Trainerstab in einem Kreis vor der Mannschaft und hielt eine Ansprache, in der es um Organisation, Disziplin und Teamgeist ging. Schwächungen der Mannschaft durch Unsportlichkeiten oder rüde Fouls von hinten in die Beine möchte Ojo keinesfalls sehen, erklärte er auf dem Rasenplatz. Dann drehte die Mannschaft lockere Runden auf der Aschenbahn.

Doch bei langsamen Tempo blieb es nicht: Ojo hatte einen Cooper-Test angesetzt, auf dessen Ergebnissen basierend der Trainerstab Laufgruppen für die kommenden Wochen aufstellen möchte. „Die Laufstarken sollen gefordert werden und die etwas Langsameren nicht den Eindruck haben, dass sie nicht hinterherkommen“, sagte Ojo, „uns ist definitiv klar, dass wir im Ausdauerbereich viel Arbeit vor uns haben. Da nehme ich mich aber selbst mit rein.“

Dean Knappmann läuft am schnellsten

Überrascht war der neue Coach aber von der Fitness einiger Spieler. Beim Ausdauertest über zwölf Minuten schloss ausgerechnet Dean Knappmann, der aus einer Kreuzbandverletzung zurückkommt, am besten ab. Kondition wird also in den nächsten Wochen bis zum Ligaauftakt am 6. September zum Hauptaugenmerk gehören.

Die Mannschaft des PSV Bork lief sich zu Beginn des Trainings warm.

Die Mannschaft des PSV Bork lief sich zu Beginn des Trainings warm. © Sebastian Reith

Der Sportliche Leiter Martin Klingenberg hatte in den acht Monaten seit Antritt des Amtes viel zu tun. Zwei Transferperioden, ein Trainerwechsel, ein Umbruch in der zweiten Mannschaft, Corona - „ich habe schon viel mitgemacht. Es war viel zu tun in dieser Zeit. Corona hat es dann nicht leichter gemacht, ganz im Gegenteil“, sagte Klingenberg.

Neuzugänge trainieren schon - PSV sieht sich gut aufgestellt

Gelungen ist es dem PSV dennoch, eine ganze Reihe von Neuzugängen vorzustellen, die am Sonntag auch aufliefen. Die sollen dazu beitragen, dass der PSV den Anschluss nach oben auch dauerhaft herstellt. Neun Neue standen auf dem Extra-Foto. Nicht alle sind aber völlig fremde Gesichter beim PSV. Rückkehrer Marvin Matthias nach studienbedingter Pause zum Beispiel. Nils Bauer und Silvio Weber kamen aus der zweiten Mannschaft. Dominique Klaas beispielsweise aus der eigenen U19. „Er ist ein Borker Junge und kommt aus der A-Jugend. Kann auf der Außenbahn defensiv oder offensiv spielen“, sagt Klingenberg.

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Vier Neuzugänge sind extern. Dazu gehört auch Flemming Dvorak, der als Wethmarer Junge nun für den PSV Bork aufläuft, oder Alexander Böckenbrink, den die Borker aus Olfen bekommen haben. Ein weiterer noch unbekannter Name ist Alex Menger, der aus Niedersachsen zugezogen sei. Über Mittelfeldspieler Mathias Scherner, der ein Arbeitskollege von Menger ist, entstand der Kontakt. „Nach einem Gespräch und einer kleinen Trainingseinheit hat er direkt zugesagt“, sagte Klingenberg.

Die Neuzugänge und das Trainerteam des PSV Bork: (hintere Reihe v.l.) Flemming Dvorak, Alex Menger, Alexander Böckenbrink, Marvin Matthias, (mittlere Reihe v.l.) Christian Voßschmidt (Co-Trainer), Robert Stratmann (Co-Trainer), Sanmi Ojo (Trainer), Marcus Koch (Co-Trainer), Sven Schneider (Co-Trainer), (untere Reihe v.l.) Dominique Klaas, Benjamin Neufeld, Simon Guder, Silvio Weber und Nils Bauer.

Die Neuzugänge und das Trainerteam des PSV Bork: (hintere Reihe v.l.) Flemming Dvorak, Alex Menger, Alexander Böckenbrink, Marvin Matthias, (mittlere Reihe v.l.) Christian Voßschmidt (Co-Trainer), Robert Stratmann (Co-Trainer), Sanmi Ojo (Trainer), Marcus Koch (Co-Trainer), Sven Schneider (Co-Trainer), (untere Reihe v.l.) Dominique Klaas, Benjamin Neufeld, Simon Guder, Silvio Weber und Nils Bauer. © Sebastian Reith

Der Aufstieg ist nicht explizit als Saisonziel ausgegeben. „Ich habe schon, als wir Sanmi Ojo als Trainer vorgestellt haben, gesagt, dass der Aufstieg dieses Jahr kein Muss ist. Wir wollen so lange es geht oben mitspielen und dann werden wir sehen, wo die Reise hingeht“, sagte Klingenberg.

PSV Bork erklärt GS Cappenberg II zum Topfavoriten

Den Kader hält er für stark und breit genug. Die Favoritenrolle schiebt der Sportchef dem Nachbarn zu. „Mein Favorit Nummer eins, ist Grün-Schwarz Cappenberg II, weil die wirklich einen bockstarken Kader in diesem Jahr haben. Natürlich muss man gucken, wie die Situation mit der ersten Mannschaft ist. Aber mit den Gebrüder Bußkamp haben sie viel Potenzial, sodass ich Cappenberg schon als Favoriten sehe für die Meisterschaft in der B-Liga.

Nichts dagegen hätte Klingenberg, wenn der PSV trotzdem das Rennen macht. Große Töne spuckt der Verein im Juli zum Trainingsstart aber noch nicht. Der Druck auf Spielertrainer Sanmi Ojo soll niedrig bleiben. Und die erste Einheit klappte dann auch reibungslos für Sanmi Ojo, der nicht überstürzt das Trainingsgelände verlassen musste. Der Nachwuchs ließ sich noch etwas Zeit.

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