Rat entscheidet: Geld für neun Sportprojekte in Selm

hzModerne Sportstätte 2022

Fast 350.000 Euro möchte der Stadtsportverband Selm aus dem Projekt „Moderne Sportstätte“ an sechs Vereine verteilen. Absegnen muss das nun die Stadt Selm.

Selm

, 25.09.2020, 12:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer bekommt Geld aus dem Fördertopf „Moderne Sportstätte 2022“ in der Stadt Selm? Lange war das unter Verschluss. Nun beschäftigt sich der Rat der Stadt am Donnerstag (1. Oktober) mit einer Prioritätenliste, die der Stadtsportverband Selm ausgearbeitet hat. Neun Projekte von unterschiedlichen Vereinen stehen auf der Liste für die Vergabe von 343.000 Euro. Welche das sind, ist nun bekannt.

Vereine konnten sich bis Ende Juni bewerben, um ihre Anlagen zu modernisieren. Das Infrastrukturprogramm richtet sich ausdrücklich an Vereine, die wirtschaftlicher Träger ihrer Anlage sind. Kommunale Sportstätten wie Sporthallen oder städtische Sportplätze können nicht gefördert werden.

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Der SSV-Vorstand hatte nach Fristende in einer Sitzung Anfang Juli beraten, welche Projekte förderfähig sind und welche nicht. Die Ratssitzung ist die vorletzte Hürde vor dem Geldsegen: Im Tagesordnungspunkt 10 soll der Rat die Liste des Stadtsportverbandes (SSV) abnicken. Dann muss nur noch die Staatskanzlei des Landes NRW in Düsseldorf zustimmen.

Absehbar war früh, „dass es eine deutliche Überzeichnung der Fördersumme geben würde“, sagte Michael Merten, Vorsitzender des SSV. „Wir als Vorstand des SSV beschlossen daher, einen unparteilichen und transparenten Kriterienkatalog zu erstellen. Da wir diese Kriterien vor Einreichung der Anträge erstellten, war er vereinsneutral. Da wir diese Kriterien allen Vereinen mitgeteilt haben, war er auch transparent“, so Merten.

Zwei Tennisvereine erhalten eine Förderung

Den größten Anteil in der Stadt Selm erhält nach der Ausarbeitung des SSV die TG Selm, die damit einer der großen Gewinner des Förderprogrammes ist. Gleich vier Projekte sollen einen Zuschuss bekommen: Der Verein plant, die Tennisplätze von 1981 grundzusanieren (etwa 32.250 Euro Förderung), will eine Heizung für die Tennishalle (25.100 Euro) und für das Klubhaus (12.100 Euro) anschaffen und ein Online-Buchungssystem und LED-Licht installieren (18.300 Euro).

Plätze aus dem Jahr 1981 bei der TG Selm sollen eine Grundsanierung erhalten.

Plätze aus dem Jahr 1981 bei der TG Selm sollen eine Grundsanierung erhalten. © Patrick Fleckmann

Noch ein weiterer Tennisverein soll eine Förderung erhalten: Rund 59.100 Euro soll dem TC Cappenberg zugesprochen werden, die die 50 Jahre alten Plätze grundüberholen möchte. Vereinschef Professor Dr. Ulrich Breilmann nannte das Förderprogramm „ideal“. Die Plätze stammen aus der Anfangszeit des Vereins und müssten dringend überholt werden.

Der TC Cappenberg will seine Plätze modernisieren.

Der TC Cappenberg will seine Plätze modernisieren. © Patrick Fleckmann

Der einzige geförderte Fußballverein Selms liegt auch im Stadtteil Cappenberg. Grün-Schwarz Cappenberg will den Kunstrasen in der GSC-Arena sanieren. Das Kleinspielfeld ist in Vereinsbesitz. „Der Belag ist durch“, sagte Peter Jücker, Vizepräsident Marketing. Das 2.200 Quadratmeter große Feld soll ein neues Grün erhalten - ohne Gummi-Granulat. Außerdem soll das Flutlicht auf LED-Technik umgerüstet werden.

Den kleinen Kunstrasenplatz, die GSC-Arena, will GS Cappenberg bald erneuern.

Den kleinen Kunstrasenplatz, die GSC-Arena, will GS Cappenberg bald erneuern. © Patrick Fleckmann

Einen beträchtlichen Anteil soll auch das K1-Boxteam erhalten. Der Boxclub plant, seine Boxfabrik zu modernisieren. 74.000 Euro sollen vom Land NRW dazukommen.

Die Boxfabrik soll renoviert werden.

Die Boxfabrik soll renoviert werden. © Boxfabrik

Auch ein Kandidat, den viele so nicht auf der Rechnung hatten, ist unter den wohl Begünstigten: Der Angelsportverein Bork könnte einen Zuschuss über fast 11.000 Euro erhalten, um die Staumauer und den Teich zu sanieren.

Der ASV Bork erhält für seinen Teich wahrscheinlich Fördergelder vom Land. Damit kann er die Staumauer und den Teich sanieren.

Der ASV Bork erhält für seinen Teich wahrscheinlich Fördergelder vom Land. Damit kann er die Staumauer und den Teich sanieren. © ASV Bork

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Sonderfall: RV Lützow erhält aus zwei Fördertöpfen Geld

Ein Sonderfall ist der Reitverein Lützow. Der Reitverein ist im Vereinsregister Selm zugehörig, die Anlage steht aber auf Olfener Stadtgebiet. In den vergangenen Jahren haben sich deshalb immer beide Verwaltungen an Projekten beteiligt. Schließlich zeigt auch der Beiname „Selm-Bork-Olfen“: Die Reiter gehören in beide Städte.

An der Reitanlage des RV Lützow will man in sanitäre Anlagen und einen Schulungsraum investieren.

An der Reitanlage des RV Lützow will man in sanitäre Anlagen und einen Schulungsraum investieren. © Jura Weitzel

Insgesamt 135.000 Euro sollen fließen, um die Sanitäranlagen und einen Schulungsraum mitzufinanzieren. 59.500 Euro kommen dabei aus dem Olfener Topf, den der Kreissportbund Coesfeld verwaltet, da Olfen keinen Stadtsportbund hat. Auch weil sich Selms SSV und der KSB Coesfeld abstimmen mussten, verzögerte sich die Beteiligung der Stadtverwaltung bei der Verteilung der Gelder um einige Wochen.

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