Reitverband Westfalen sagt Meisterschaften für Reiter, Fahrer und Voltigierer ab

Coronavirus

Die Landesmeisterschaften sind im Jahr 2020 gestrichen - Reiter, Fahrer und Voltis müssen ohne ihre Westfälischen Meisterschaften auskommen. Die Planungsunsicherheit zwang zur Absage.

Werne

05.05.2020, 10:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Reitverband hat Westfälische Meisterschaften im Reiten, Fahren und Voltigieren abgesagt.

Der Reitverband hat Westfälische Meisterschaften im Reiten, Fahren und Voltigieren abgesagt. © Sebastian Reith

2020 werden in Westfalen keine Landesmeisterschaften im Reiten, Fahren und Voltigieren stattfinden. Das teilte der Verband mit. Die gastgebenden Vereine und der Pferdesportverband Westfalen haben sich die Entscheidung zur Absage der Meisterschaften nicht leicht gemacht. Schließlich sind die Wettkämpfe um die Meistertitel nicht nur sportlicher Saisonhöhepunkt, sondern auch eine echte Herzensangelegenheit.

Eine ganze Reihe von Gründen habe nun unabwendbar gemacht, im Corona-Jahr 2020 auf die Austragung zu verzichten. Allen voran sind es schwerwiegende sportfachliche Gründe. Die notwendigen Vorbereitungsprüfungen und Qualifikationen können nicht wie gewohnt stattfinden. Ein Teil der entsprechenden Turniere wurde bereits abgesagt. Weitere werden voraussichtlich folgen.

Reiter haben jetzt Klarheit

Eine angemessene Vorbereitung auf die Meisterschaften ist auf dieser Grundlage nicht möglich. Für die individuelle Jahresplanung der Athleten wird mit der Entscheidung zur Absage der Meisterschaften eine gewisse Klarheit hergestellt. Sie sollen sich mit ihren Familien so verlässlich, wie es im Moment eben geht, auf die kommenden Wochen einstellen können. Für Nominierungen zu den Deutschen Jugendmeisterschaften, sofern diese stattfinden, werden alternative Möglichkeiten für die Sichtung und Nominierung gefunden. Hierzu erhalten die entsprechenden Athleten zeitnah die notwendigen Informationen.

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Neben den planerischen Aspekten muss die sportliche Fairness in den Blick genommen werden. Die potentiellen Meisterschaftsteilnehmer befinden sich zum Entscheidungszeitpunkt in sehr unterschiedlichen Ausgangslagen. Viele dürfen ihre Pferde auf Grund der Corona-Schutzmaßnahmen nur bewegen, nicht trainieren.

Wer beispielsweise über eine eigene Anlage verfügt, ist von dieser Einschränkung nicht betroffen. Je länger dieser Zustand andauert, um so ungleicher werden die Ausgangslagen. Fehlt ein angemessener Zeitraum, in dem der Trainingsstand sich angleichen kann, so wird der sportlich-faire Vergleich darunter leiden.

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Organisatorischer Aufwand für Ausrichter ist hoch

Die Ausrichtung einer Westfälischen Meisterschaft ist in jeder Disziplin ein Kraftakt für den Veranstalter. Der organisatorische Aufwand ist hoch, der Anspruch aller Beteiligten ist es ebenso. Das schließt den Wunsch der Gastgeber ein, einen „meisterschaftswürdigen“ Rahmen bereit zu stellen. Hohe Kosten sind dabei unvermeidlich.

Obzwar es Unterstützung gibt, ist eine Meisterschaft ohne das zuverlässige Engagement von Sponsoren und ohne gesichertes Zuschaueraufkommen wirtschaftlich kaum darstellbar. Fehlt dann aufgrund der Corona-Krise dazu die Planungssicherheit, muss nicht zuletzt aus Fürsorge gegenüber dem Veranstalter rechtzeitig und sorgfältig geprüft werden, ob die Durchführung noch haltbar ist.

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