René Schickentanz kontert Rausschmiss durch André Kracker mit einer Whatsapp-Nachricht

hzPSV Bork

Kurz nachdem André Kracker Montag die Trennung vom PSV Bork vollzogen hatte, bimmelte sein Handy. Darauf ploppte eine Whatsapp-Nachricht eines Ex-Spielers auf. Und die hatte es in sich.

Bork

, 15.11.2019, 10:24 Uhr / Lesedauer: 3 min

Eine der letzten Amtshandlungen von Ex-Trainer André Kracker in der Woche vor der Trennung vom Fußball-B-Ligisten PSV Bork war die Suspendierung von René Schickentanz am 4. November. Zusammen mit Joshua Schubert war dieser nach Platzverweisen rausgeschmissen worden. Kracker hatte angekündigt, dass beide unter ihm nicht mehr spielen werden. Als Kracker dann am Montag selbst ging, quittierte Schickentanz das mit einer Whatsapp-Nachricht, in der er dem 45-jährigen Ex-Coach seine Meinung sagte - nach dieser gibt es auch unter seinem Nachfolger kein Zurück mehr zum PSV.

Ob Schickentanz künftig bei der zweiten Mannschaft spiele, konnte Vereinschef Marcel Michl zunächst nicht sagen. Der Verein wollte sich zusammensetzen. Unter der Woche bestätigte Michl dann, dass Schickentanz auch in der Reserve künftig nicht mehr auflaufen werde. „Er wird für den PSV kein Fußball mehr spielen. Das ist unsere Entscheidung“, sagte Michl. Der Spieler hatte zuvor angekündigt, dass er im Winter wechseln werde. Doch bis dahin wird er kein Spiel mehr für die Borker machen.

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Wenn Schickentanz einen Verein findet, der die von Bork gewünschte Ablöse im Transferfenster zwischen dem 1. und 31. Januar zahlt - im Winter sind die Transfersummen frei verhandelbar - ist er sofort spielberechtigt. Wenn sich der PSV Bork und der Abnehmerverein nicht einigen, wäre Schickentanz sechs Monate gesperrt. Da er sein letztes Spiel am 3. November 2019 für den PSV gemacht hat, also bis 3. Mai 2020 einschließlich.

André Kracker geht mit Kurzmitteilung an die Öffentlichkeit

Einen Verein zu finden, könnte jedoch schwieriger werden, nachdem André Kracker mit einer Whatsapp-Nachricht an die Öffentlichkeit gegangen ist. „Ich möchte und wollte hier im Nachhinein keine schmutzige Wäsche waschen“, schrieb der Trainer, der im Interview angab, dass zwischen ihm und Teilen der Mannschaft ein „Generationsproblem“ herrschte.

Kracker präsentierte dann eine Kurzmitteilung seines ehemaligen Spielers, die man durchaus als schadenfroh interpretieren kann: „Tja so schnell kann es gehen, wenn man sich ein Eigentor schießt und mich raus schmeißt. Ich habe alles dafür getan das du rausgeschmissen wirst und ich hab´s geschafft“, schrieb Schickentanz am Montagabend um 22.19 Uhr.

René Schickentanz kontert Rausschmiss durch André Kracker mit einer Whatsapp-Nachricht

Diese Nachricht soll René Schickentanz verschickt haben. © Kracker

PSV widerspricht Zusammenhang zwischen Trainerwechsel und Spieler-Suspendierungen

Der PSV Bork hatte bei der Verkündung der Trennung von André Kracker bereits geschrieben: „Um Spekulationen vorzubeugen, teilen wir mit, dass diese Entscheidung nicht im Zusammenhang mit den suspendierten Spielern René Schickentanz und Joshua Schubert steht.“ Schubert werde nach Informationen der Redaktion aufhören und habe sich bereits im Verein abgemeldet.

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René Schickentanz äußerte sich auf Nachfrage: „Vielleicht hätte meine Nachricht an ihn nicht so ausfallen dürfen, aber ich glaube, jeder kann meinen Frust verstehen, wenn man ohne Grund per Whatsapp aus der Mannschaft geworfen wird“, sagte Schickentanz.

Per Sprachnachricht rausgeschmissen

André Kracker habe Joshua Schubert und ihn per Sprachnachricht über Whatsapp mitgeteilt, „dass wir nicht mehr zur Mannschaft gehören. Ohne einen Grund. Okay, wir haben eine Rote Karte bekommen, viele andere Spieler aber vor uns auch und manche Spieler sogar schon mehrere.“ Damit spielt der gechasste Spieler auf Rostam Osmani an, der bereits zwei Platzverweise in dieser Saison gesehen hat.

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Schickentanz habe nach seiner Suspendierung viel Zuspruch erhalten: „Egal, ob Vorstand, Betreuer, Co-Trainer oder Mitspieler - alle standen auf unserer Seite und haben mich sogar angerufen und mir das mitgeteilt“, sagte Schickentanz.

„Normal klärt man das unter Männern“

„Normal klärt man das persönlich unter Männern und das hat absolut nichts in der Zeitung zu suchen“, so Schickentanz weiter. Das Thema sei für ihn sowieso abgehakt, obwohl Ex-Coach Kracker sich „viel geleistet“ habe: „Er soll sein Ding machen und fertig.“

Kracker sieht das anders: „Es ist doch mittlerweile eine Unart, wie viel Macht man Spielern zugesteht, um Trainerentlassungen herbeizuführen. Vorstände werden als Entscheider missbraucht. Wenn das die Zukunft in unserem schönen Sport ist, möchte ich wohl kein Trainer mehr sein.“

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