Saisonabbruch entzweit die Fußballwelt - einige würden weiterspielen

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Umschwenken im Kreis Coesfeld: Hier verschieben sich die geplanten Lockerungsmaßnahmen aufgrund eines Ausbruchs um eine Woche. Dabei hatten einige Vereine bereits Trainingsangebote geplant.

Selm, Olfen, Nordkirchen

, 08.05.2020, 18:21 Uhr / Lesedauer: 3 min

Saisonabbruch oder Weiterspielen? Die Frage aller Fragen entzweit auch die Amateurfußballer. Die einen können sich eine Saisonfortsetzung fortsetzen, die anderen sind strikt dagegen. In Olfen, Nordkirchen und Ascheberg kommt noch hinzu, dass die Lockerungsmaßnahmen für weitere Sportanlagen, Tanzschulen und Fitnessstudios aufgrund des Ausbruchs in einem Schlachtbetrieb im Kreis Coesfeld sich um eine Woche verschieben und erst am 18. Mai geplant seien.

In Olfen plädieren SuS-Sportchef Norbert Sander und sein Trainer Michael Krajczy für den bisherigen Kurs, den auch der Verband weiterfahren möchte: Und hier stehen die Weichen klar auf Abbruch. „Ich bin nicht dafür, dass die Saison fortgesetzt wird. Wir haben teilweise vier Mannschaften auf zwei Plätzen im Training“, sagt Sander und deutet an, dass das aus seiner Sicht zu viele Menschen am Sportplatz sind, „sollen wir jetzt auslesen, wer darf und wer nicht? Das ist völlig daneben.“

Zu viele Fragen sind offen - Training ist runtergefahren

Der SuS machte jedenfalls keine Anstalten, dass der Trainingsbetrieb unter Maßhaltung der Abstandsregelung wieder aufgenommen werden soll. Auch Trainer Michael Krajczy hat seine Zweifel am Gedanken, weiterzuspielen. „Es sind einfach zu viele Fragen offen. Warum sollen wir jetzt eine solche Saison zu Ende spielen?“, fragt er. Fußball sei eine Mannschaftssportart, in der gerangelt, manchmal sogar gespuckt werde. Das „Wie“ und „Wozu“, die Durchführung und den Zweck, versteht er daher nicht. Das Training mit Plänen war in Olfen zuletzt auch runtergefahren worden.

Trainer Issam Jaber vom Bezirksliga-Konkurrenten FC Nordkirchen würde eine Wiederaufnahme dagegen begrüßen. „Meine Meinung war immer, wenn es irgendwie geht, die Saison sportlich zu Ende zu bringen“, sagt er. Die jetzt angekündigten Lockerungen durch die Bundes- und die NRW-Regierung kommen für Jaber viel zu spät.

„Der Verband hat jetzt Statuten festgelegt und wird es durchziehen. Ich würde aber begrüßen, wenn es anders kommt“, sagt Jaber. Trainingspläne gab es auch beim FC Nordkirchen nicht mehr. Die Spieler waren individuell gelaufen und seien „fitter denn je“, betont Jaber. Aber Training rief er erstmal nicht aus - und es wäre auch nicht möglich gewesen angesichts der verlängerten Auflagen im Kreis Coesfeld, die am Nachmittag bekannt wurden.

SC Capelle plante Training - Plan liegt nun auf Eis

Reinhard Behlert, Trainer des SC Capelle, findet es „prinzipiell gut“, wenn die Saison fortgesetzt werden dürfte. Er ist für ein Saisonende auf sportlichem Weg und hält bei Veränderung des Modus auf einen Turniercharakter sogar für möglich, die Saison bis 30. Juni abzuschließen. „Solange ein Funken Hoffnung da ist, auf sportlichem Weg aufzusteigen, werden wir diesen am Glimmen halten“, sagte Behlert.

Der SC Capelle wollte eigentlich schon für die kommende Woche wieder einsteigen und hatte ein Konzept erarbeitet, um auf freiwilliger Basis der Spieler ein Training unter Einhaltung des Abstandsgebots anzubieten. Den Plan legte der SCC am Nachmittag aufgrund der Erlasse am Freitagnachmittag auf Eis. „Uns geht es keinesfalls darum, die Ersten, Besten und Schnellsten zu sein. Das ist nicht unsere Intention“, sagt Sebastian Schimschewski, Sportlicher Leiter des SCC.

Vinnums Trainer favorisiert weiterhin den Abbruch

Auch bei Kreisligist Westfalia Vinnum gab es erste Ideen, den Trainingsbetrieb wieder aufzunehmen, allerdings nicht, um sich permanent auf die Wiederaufnahme von Spielen vorzubereiten. Die hält auch Trainer Michael Nachtigall für nicht richtig.

„Wenn es jetzt eine erneute Befragung geben würde, wird kein großartig anderes Ergebnis rauskommen“, ist sich Nachtigall sicher. Desinfektionsmittel haben die Vinnumer schon, das lockere Kicken unter Sicherheitsmaßnahmen, die Nachtigall als „möglich“ bis „umsetzbar“ hält, muss nun aber noch verschoben werden.

Auch beim B-Ligisten PSV Bork befürwortet Coach Marco Logemann weiterhin den Abbruch. „Unter reellen Bedingungen nähern wir uns eigentlich schon fast dem Saisonende“, sagt er. Und da der Verband eine Lösung gefunden habe, seien viele Vereine auch zufrieden gewesen.

Südkirchens Trainer Stephan Kriesinger sagt: „Ich bin da ganz vorsichtig, gerade was uns im Kreis Coesfeld anbelangt. Wenn Fußball aber wieder erlaubt ist, sind wir die Letzten, die nicht wollen.“

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