Selmer Verein hat Angst vor Corona und verzichtet auf Meisterschaftsspiel

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Die Vorbereitung ist rum, am Wochenende sollte das erste Liga-Spiel steigen. Doch daraus wird nichts. Ein Verein verzichtet wegen der Corona-Lage auf den Start. Das könnte Konsequenzen haben.

Selm

, 09.10.2020, 12:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich hätte es am Wochenende losgehen sollen. Doch jetzt das Kommando zurück: Der Auftakt muss verschoben werden. Im schlimmsten Fall fällt das Spiel sogar ganz aus. Das könnte dann außerdem Konsequenzen haben.

Alles war bereit für den Start in den Liga-Betrieb. Die Handballer des PSV hatten sich auf das erste Spiel in der 2. Kreisklasse Hellweg gefreut. „Wir hätten sehr gerne gespielt“, sagt PSV-Trainer Matthias Hans über die Partie gegen die TVG Kaiserau. Dazu wird es aber nicht kommen, der PSV wird nicht zum Auswärtsspiel nach Kamen fahren.

PSV Bork sagt Spiel wegen Corona-Entwicklung ab

Grund für die Absage der Borker ist die Corona-Entwicklung im Kreis Unna. Am Donnerstag stieg der Inzidienzwert über die Marke von 50. Bei den Fußballern des PSV Bork, die gegenüber dem Gesamtverein eigenständig sind, wurden bereits vorsorglich für am Wochenende geplante Spiele abgesagt.

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In dieser Situation sehen sich die PSV-Handballer nicht in der Lage, ihr Spiel bei der TVG Kaiserau zu bestreiten. „Wir haben in der Mannschaft darüber beraten und abgestimmt“, berichtet Hans. „Und 90 Prozent der Spieler haben den Daumen gesenkt. Wir haben darum gebeten, das Spiel zu verlegen. Antreten werden wir am Wochenende jedenfalls nicht.“

Der Entschluss beim PSV steht fest - und scheint unumstößlich. „Zur Not nehmen wir auch einen Punktverlust hin. Wir werden nicht anreisen - mit allen Konsequenzen“, sagt PSV-Trainer Hans. Ob es dazu kommt, ist derzeit noch offen.

Kreis will nachsichtig mit Sanktionen umgehen

Generell heißt es vom Kreis, nachsichtig mit Sanktionen sein zu wollen. „Wenn jemand coronabedingt absagt, wird es keine Strafen geben“, sagt Carsten Umbescheidt, Kreisvorsitzender des Handballkreises Unna. Demnach würden die Vereine nur zur Kasse gebeten, wenn die Absage unbegründet erfolge. Ob dies im Fall des PSV Bork so ist, steht noch nicht fest.

Bei den Prioritäten der ersten Mannschaft des Klubs spielt das eine untergeordnete Rolle. Müssten einige Spieler wegen Corona-Verdachtsfällen in Quarantäne, ginge es um Existenzen. „Mit der Kreisklasse können wir das nicht vereinen“, meint Hans.

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Dem Borker Coach stößt eine weitere Sache auf: Die Terminierung des ersten Spieltags am ersten Wochenende der Herbstferien. Zum einen drohen dann Ausfälle von Spielern, die in den Urlaub fahren. Zum anderen ruht der Spielbetrieb während der Ferien und es geht erst in drei Wochen weiter. „Da ist doch die Sinnhaftigkeit infrage gestellt, wenn der Spielbetrieb dann ohnehin wieder ruht“, mein Hans. „Ein Saisonstart am Ferienwochenende - schlechter geht es nicht.“

Gesundheit ist für den Kreis und den PSV entscheidend

Der Handballkreis teilt die Meinung hier nicht. „Wir müssen sehen, wie wir den Spielbetrieb am Laufen halten“, so Kreisvorsitzender Umbescheidt. Absagen und Spielverlegungen würden den Spielplan durcheinanderbringen. Daher würde jeder Fall einzeln geprüft. Umbescheidt betonte aber auch: „Die Gesundheit steht für uns an oberster Stelle.“

In dieser Sache sind sich der Kreisvorsitzende und der PSV-Trainer einig. „Wenn wir spielen, hängen da Risiken dran, die wir nicht bereit sind einzugehen. Was ist, wenn es doch einen Fall bei uns gibt? Dann bringen wir das zum Gegner mit“, sagt Matthias Hans und fügt hinzu: „Wir haben ein Verantwortungsbewusstsein dem Gegner, uns und unseren Familien gegenüber.“

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