Debüt von Mario Rast bei der SG Selm: 90 Minuten Energie von der Seitenlinie

hzFußball-Kreisliga A

Der Einsatz ist gelungen: Die SG Selm feierte am Sonntag in der Fußball-Kreisliga A gegen den SV Davaria Davensberg einen 3:0-Sieg. Doch wie lief der Premieren-Auftritt von Trainer Mario Rast?

Selm

, 22.09.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit dem Ergebnis seiner SG Selm war Mario Rast am späten Sonntagnachmittag zufrieden. Da gab es auch nicht viel zu meckern: Schließlich siegte der A-Ligist mit 3:0 gegen den SV Davaria Davensberg. Trotz des klaren Resultats war der neue SG-Trainer Rast alles andere als zufrieden.

Auch deshalb bat er Rast seine Mannschaft nach dem Abpfiff zum Gespräch. Wie bereits vor Spielbeginn versammelte der Trainer sein Team. Vor dem Anstoß hatte die Runde dem Einschwören gegolten, nach Spielende sprach Rast an, was ihm gefallen hatte, wo er Verbesserungspotenzial sah, und nicht zuletzt sprach er seiner Truppe Mut zu.

Mario Rast feuert an der Seitenlinie die SG Selm an

Letzteres begleitete die SG Selm auch fast während der gesamten 45 Minuten. Rast schritt die Seitenlinie auf und ab, feuerte seine Mannschaft an und versuchte, sie permanent zu pushen. Auch bei wenig misslungenen Ballaktionen sprach Rast seiner Mannschaft Mut zu und rief: „Gut so! Nächstes Mal klappt es.“

Mario Rast versucht, von außen das Spiel seiner Mannschaft zu beeinflussen.

Mario Rast versucht, von außen das Spiel seiner Mannschaft zu beeinflussen. © Matthias Henkel

Dabei lag der Fokus vor allem auf dem eigenen Team. Zwar begrüßte Rast nicht jede Schiedsrichterentscheidung, mit harscher Kritik am Unparteiischen hielt sich der SG-Trainer aber zurück. Auch Wortgefechte mit seinem Davensberger Kollegen blieben weitgehend aus - für Rast zählte nur, was seine SG Selm auf dem Feld bot.

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Das stete Anfeuern, Pushen und Motivieren zeichnet Rast an der Seitenlinie aus. „Das ist mein Stil“, so Rast und fügte augenzwinkernd hinzu: „Das Hustenbonbon ist mein ständiger Begleiter.“

Diesen aktiven Coaching-Stil lebte Rast schon, als er selbst noch auf dem Feld stand. „Ich habe früher als Libero gespielt und war da auch schon immer lautstark“, erzählt Rast. Ein Kommunikator auf dem Feld - und nach der aktiven nun auch daneben.

Mario Rast fehlen die Häuptlinge

Impulse von außen können jeder Mannschaft helfen, dennoch war am Sonntagnachmittag auffällig, wie minutiös Rast sein Team anzuleiten versuchte. Das müsse sein, wie Rast sagte, denn: „Auf dem Spielfeld habe ich leider nicht mehr diese Häuptlinge, die laut sind.“ Diese Typen gebe es heutzutage immer weniger - ein Grund, warum Rast an der Seitenlinie zum Rastlosen wird.

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Und in der Tat: Gegen Davensberg kam zwar auch Aufmunterndes aus der Mannschaft, viele Lautsprecher taten sich aber nicht hervor. Einer, der immer wieder seine Teamkollegen motivierte und gleichzeitig die Spielstruktur zusammenhielt, war Kapitän Paul Ulrich.

Paul Ulrich ist einer der Kommunikatoren bei der SG Selm.

Paul Ulrich ist einer der Kommunikatoren bei der SG Selm. © Matthias Henkel

Natürlich gehört zu einem Trainer mehr, als „nur“ das bloße Motivieren einer Mannschaft. Zur Spielidee wollte Rast nicht viel sagen, nur, dass er gerne zu Null spielt und dass die Stürmer die ersten Verteidiger sind, was eine Fitness voraussetzt, die bislang noch nicht da war.

Nur wenn diese Lücke geschlossen wird, kann es weiter bergauf gehen. „Die Mannschaft möchte gerne mehr“, so Rast. „Aber sie ist noch nicht so gut, wie sie meint - noch nicht.“ Es könnte trotzdem weiterhin nach oben gehen - wenn die Fitness stimmt. Für die Motivation sorgt Mario Rast.

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