„Seltsame Ergebnisse“ - So stehen die heimischen Vereine zum nahenden Saisonabbruch

hzFLVW-Empfehlung

Seit Donnerstag gibt es nun endlich Gewissheit. Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen stellte die Weichen für einen Saisonabbruch. Bei den heimischen Vereinen gibt es dazu gemischte Meinungen.

von Nico Ebmeier

Selm, Olfen, Nordkirchen

, 30.04.2020, 16:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drei wichtige Empfehlungen brachte die Mitteilung des Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen am Donnerstag. Dadurch gibt es nun auch endlich für die meisten Vereine Planungssicherheit für die neue Saison. Die Klubs aus der Region sind von den neuen Regelungen nicht 100-prozentig angetan.

Die Saison 2019/2020 wird abgebrochen. Sie wird nicht annulliert, sondern gewertet. Absteiger gibt es jedoch keine. Diese drei Empfehlungen teilte der Verbandsfußball-Ausschuss des FLVW mit. Heißt vor allem: Planungssicherheit für abstiegsbedrohte Mannschaften.

Wie der Aufstieg tatsächlich geregelt wird, gilt es noch zu entscheiden. Zusätzlich soll es in der nächsten Saison zwei weitere Bezirksligen sowie mehr Aufsteiger geben. Anfang Mai wird im Verbands-Präsidium nun über diese Empfehlung diskutiert.

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Bei der SG Selm ändert die neue Entscheidung nicht wirklich etwas an der Gefühlslage. „Wie es genau aussehen wird, ist ja noch gar nicht klar, und dass abgebrochen wird, war eigentlich die einzige Lösung“, sagt der Selmer Vorsitzende Georg Hillmeister.

Die Grün-Weißen warten immer noch auf die endgültige Aufstiegsregelung, um zu wissen, wie es mit der Damenmannschaft weitergeht. „Eigentlich dürften wir als Hinrundensieger und Quotientenmeister profitieren, aber wir müssen erstmal weiter abwarten.“ Würde nämlich die Tabelle des Abbruchs am 13. März gewertet werden, wären die Spielgemeinschaft mit Südkirchen nur Zweiter - ein Aufstiegsplatz wäre das trotzdem. Denn in der Liga gibt es in diesem Jahr zwei Aufstiegsplätze.

PSV Bork ist mit der Lösung zufrieden

Beim Ortsnachbarn aus Bork ist man sehr zufrieden mit der Entscheidung. „Es ist eine sehr gute Lösung. Es spiegelt die Meinung der Mehrheit wieder. Dennoch wird spannend zu sehen sein, wie die Wertung tatsächlich sein wird“, so Dietmar De Sacco, Geschäftsführer des PSV Bork, der eine Quotientenregelung empfehlen würde. „Klar, es gibt immer Gewinner und Verlierer, aber das ist wahrscheinlich das fairste Modell. Wir sind in der komfortablen Situation, dass jede Lösung für uns das gleiche Ergebnis wiedergibt.“

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Besonders die Aufstockung der Bezirksligen und mehr Bezirksliga-Aufsteiger befürwortet De Sacco: „Es ist quasi der Weg zurück, der vor fünf Jahren gegangen wurde. Ich finde es sehr gut, dass in Unna-Hamm nun auch wieder die beiden Ersten aufsteigen.“

GS Cappenberg hatte für Annullierung gestimmt

GS Cappenberg hatte sich im Vorfeld klar für eine Annullierung der Saison ausgesprochen und ist dementsprechend nun mit der Empfehlung nicht ganz zufrieden. „Es ist doch seltsam, nach zwei Rückrundenspielen zu entscheiden, wer den Aufstieg verdient hätte. Ich freue mich zwar für die Aufsteiger, bin aber sehr gespannt, ob diese Aufstockung wirklich funktioniert. Das könnte wirklich seltsame Ergebnisse mit sich tragen“, sagt Präsident Thorsten Garber.

Wie genau die Saison nun gewertet wird, spielt für den GSC keine Rolle. Sowohl die erste als auch die zweite Mannschaft würden von keiner Aufstiegsregelung profitieren - wenn nur ein Team pro Liga aufsteigt, was der FLVW angekündigt hatte.

Vielleicht am spannendsten ist die Situation für die Fußballer des SuS Olfen. Während die erste Mannschaft nun sicher vor dem Bezirksliga-Abstieg gerettet ist, können sowohl die Zweite als auch die B-Jugend auf den Aufstieg hoffen. Während die U17 bei allen möglichen Wertungen als Bezirksligameister feststehen, hofft die Reserve, dass nicht die Hinrundentabelle für den Aufstieg zählt. Nur dann würde die Zweite nicht aufsteigen. „Erstmal sind wir froh, dass es endlich eine Entscheidung gibt und die Diskussion beendet ist. Ich hoffe natürlich, dass beide Mannschaften auch wirklich aufsteigen, denn das haben sie sich verdient“, so Vorstandsmitglied Werner Sander.

Gespannt schaut Sander auf die mögliche Aufstockung der Bezirksligen. „Wir fühlen uns in der Staffel 11 sehr wohl, aber wenn die Ligen neu verteilt werden, müssten wir es akzeptieren. Würde es keine neuen Bezirksligen geben, hätten wir womöglich 20 Mannschaften pro Liga und das wären zu viel.“

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