„Sollten alles absagen“ - Ist der Hallensport wegen des Coronavirus in Gefahr?

hzCoronavirus

Die Basket-, Hand- und Volleyballer sowie die Tischtennisspieler der Region machen sich so ihre Gedanken wegen des Coronavirus. Auch der StadtSportBund meldet sich zu Wort.

von Nico Ebmeier

Olfen, Nordkirchen, Südkirchen, Bork, Selm

, 12.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Während die Fußballer aus Selm, Olfen und Nordkirchen dem Coronavirus noch entspannt gegenüber stehen, sieht das bei den Hallensportarten schon ganz anders aus. Wir haben bei den Basket-, Hand- und Volleyballern sowie bei den Tischtennisspielern aus der Region nachgefragt.

Am härtesten betroffen sind bei diesem Thema offensichtlich die Handballer. Als Vollkontaktsportart in einer stickigen Halle ist es ein perfektes Zuhause für das neuartige Coronavirus. „Ich sehe das dennoch nicht so tragisch“, erklärt Matthias Hans, Trainer des PSV Bork. „Klar, wir geben uns nun auch nicht immer die Hand zur Begrüßung und sind auch hier und da etwas vorsichtiger.

Jetzt lesen

Generell weiß aber jeder von uns, dass er seine Hygiene beachten muss.“ Außer, dass die Spieler bitte bei jeder noch so kleinen Erkältung Zuhause bleiben sollen, ändert sich für die Borker sonst nichts.

Jetzt lesen

Die genau gegenteilige Einstellung hat Daniel Schnellhardt, Trainer der Herren- und Damenmannschaft des SuS Olfen: „Ganz ehrlich, ich wäre dafür alles von nun an abzusagen. Wir werden als Trainer in die Verantwortung gezogen und das möchte ich einfach nicht.“ Vom Westfälischen-Handball-Verband sei eine offizielle Mitteilung gekommen, dass jeder Verein und jede Mannschaft für sich entscheiden müsse, ob er den Spielbetrieb einstellt oder eben nicht. „Da werden wir Trainer dafür verantwortlich gemacht, über die Gesundheit unserer Spieler zu entscheiden. Am Anfang hatten wir alle das nicht so ernst genommen, aber mittlerweile ist es einfach kein Spaß mehr.“

Jetzt lesen

Der andere Hallenkontaktsport ist Basketball und ähnlich wie Trainerkollege Matthias Hans bleibt auch Stefanie Benting, Trainerin der Basketball-Frauen des FC Nordkirchen, ganz gelassen: „Letztendlich kann man das alles sowieso nicht verhindern, aber da sehe ich auch überhaupt kein Problem. Für mich gehört Hygiene wie Händewaschen zum völlig normalen Menschenverstand.“ Für sie gebe es deshalb keinen Grund den Landesliga-Spielbetrieb zu unterbrechen oder gar abzusagen. „Ich bin mir sehr sicher, dass wir die Saison ganz normal beenden werden“, so Benting.

Jetzt lesen

In der Halle „am Gorbach“ in Nordkirchen trainieren und spielen ebenso die Tischtennis-Asse des FCN. Durch das ständige Anfeuchten und Anfassen des Plastikballs dürfte dort die Ansteckungsgefahr besonders hoch sein, oder? „Das mag schon sein“, gibt Daniel Schlecht, Vorsitzender der Tischtennisabteilung in Nordkirchen, zu. „Dennoch treffen wir in dieser Hinsicht eigentlich keine Vorkehrungen. Zwar kommt es so langsam in Mode, dass man sich zur Begrüßung nicht mehr die Hände schüttelt, irgendwelche Verbote oder Absagen wird es aber nicht geben.“

Jetzt lesen

In anderen Kreisen sei es sogar so, dass alle Hallensportarten außer Tischtennis abgesagt werden würden, erzählt Schlecht. So gab es noch am Dienstagabend einen Doppelspieltag der Nordkirchener Tischtennisherren mit regem Zuschauerinteresse.

Jetzt lesen

Besonders verzwickt scheint die Lage bei den Volleyballerinnen des SV Südkirchen zu sein. Grund: In der Frauen-Bezirksliga 28 steigt am Samstag das Topspiel gegen den ASV Senden und dort sind schon besonders viele Corona-Infizierte bekannt. Am vergangenen Wochenende stellte die Stadt Senden den kompletten Spielbetrieb ein. „Natürlich beschäftigt einen das“, sagt Wolfgang Uhlenbrock, Trainer des SVS .

„Andererseits sollten wir da jetzt auch keine zu große Angst haben. Wir wollen die Saison schließlich unbedingt zu Ende spielen.“ Generell gebe es beim Volleyball nicht so eine große Ansteckungsgefahr. „Vielleicht klatschen wir uns einfach nicht mehr so häufig ab oder gehen nicht mehr so oft in den gemeinsamen Kreis“, so der Coach.

Jetzt lesen

Der StadtSportBund Selm gibt sich dem Thema Corona scheinbar sehr gelassen: „Im Moment sehen wir keinen Grund, Veranstaltungen oder Spiele abzusagen. Generell können wir ja auch nur Empfehlungen an die Vereine aussprechen“, erklärt Werner Suttrup, zweiter Vorsitzender des SSV. „Wie sich das in Zukunft entwickelt, kann keiner vorhersehen. Aber bisher bleibt alles, wie es aktuell ist.“

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt