Tapetenwechsel beim PSV Bork: Der neue Trainer Sanmi Ojo im Portrait

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Es kam durchaus überraschend, dass Marco Logemann sein Traineramt beim PSV Bork nach nicht mal einem Jahr schon wieder abgibt. Auch sein Nachfolger Sanmi Ojo hatte damit nicht gerechnet.

von Nico Ebmeier

Bork

, 20.03.2020, 05:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich hatte Ilesanmi Ojo, der einfach nur „Sanmi“ genannt wird, schon im März 2018 sein endgültiges Karriereende verkündet. Als Spieler von Westfalia Wethmar war er unglücklich umgeknickt und hatte sich mehrere Bänder gerissen. Doch er kam wieder zurück, um nun zum zweiten Mal in seiner Karriere Spielertrainer zu sein.

„Ich habe überhaupt keine Ahnung, wie André Kracker mich wieder zum Fußballspielen gebracht hat“, erklärt Sanmi Ojo mit einem leichten Lachen. Nach seiner Verletzung im März 2018 hatte er schon sein Karriereende verkündet, war dann kurz spielender Co-Trainer beim SV Südkirchen, ehe er in der Ü32 des PSV Bork nur noch hobbymäßig spielen wollte. Doch Kracker zog ihn im Sommer wieder in die erste Mannschaft, wo er Leistung bringt und nun im Sommer Spielertrainer wird.

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Er ersetzt Marco Logemann an der PSV-Seitenlinie, der etwas überraschend im Sommer abtritt. „Damit hatten wir alle nicht so richtig gerechnet. Er hat dieser Mannschaft wieder richtig Leben gegeben“, sagt Ojo.

Ojo und Co-Trainer Christian Voßschmidt übernahmen schon während der laufenden Saison immer wieder Trainingseinheiten. Ab Sommer werden Voßschmidt und Ojo zusammen mit dem zweiten Co-Trainer Robert Stratmann das Training nun immer leiten.

Kurzes Intermezzo beim SV Südkirchen

Dabei hatte sich der 36-Jährige dem Traineramt eigentlich schon fast für immer entsagt: „Ich war vor einigen Jahren schon beim SV Südkirchen schon Spielertrainer. Und da habe ich ganz schnell gemerkt, dass das mal überhaupt nichts für mich ist.“ Wenige Wochen nach dem Trainingsstart, damals unter dem frisch verpflichteten Coach Klaus Ruhoff, stellte der Verein das Duo im September 2018 frei. Dennoch musste er bei diesem Angebot kaum überlegen. Wieso?

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„Ich habe immer gedacht, dass es keinen Spaß mehr macht, die neue Generation zu trainieren, aber bei Bork haben sie mich etwas anderes gelehrt. Da gibt es A-Jugendliche, die Tag und Nacht an Fußball denken. Die morgens aufstehen und sofort an Fußball denken“, erklärt der neue Spielertrainer. Das habe ihm den nötigen Schub gegeben, das Traineramt anzunehmen.

Sanmi Ojo: „Ich hasse es, zu verlieren.“

Insgesamt spielte er schon bei Westfalia Wethmar, bei Preußen Lünen, zweimal beim SV Südkirchen und eben beim PSV Bork. Doch beinahe wäre noch eine weitere Station hinzugekommen. „Als Marco Logemann bei GS Cappenberg Sportlicher Leiter war, wollte er mich unbedingt dahin lotsen. Ich bin bis heute stolz auf mich, dass ich ihm damals entkommen konnte“, sagt er lachend.

Sich selbst beschreibt Ojo übrigens als „sehr ehrgeizigen Typen, der es hasst, zu verlieren“, aber selbst das habe sich im Laufe der Zeit gelegt: „Loge hat mir gezeigt, dass es in der Kreisliga B nicht immer nur um den Sieg geht. Wir sind keine Profis und dürfen auch mal verlieren.“

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Eine Trainerlizenz hat der 36-Jährige derweil noch nicht. „Man weiß nie, wie sich das hier entwickelt. Vielleicht will mich Bork ja nach drei Monaten loswerden.“ Sollte sich aber ein längerfristiges Engagement abzeichnen, würde er die Lizenz auf jeden Fall machen wollen.

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