Viele Abgänge - was ist los bei Grün-Schwarz Cappenberg?

Fußball

Mehr Abgänge als Zugänge: Fußball-Kreisligist GS Cappenberg ist in diesem Sommer auf dem Transfermarkt nicht fündig geworden. Der Sportchef erklärt die Gründe.

Cappenberg

, 18.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Pascal Harder (l.) und sein Sportlicher Leiter Philipp Wiesmann haben nur einen externen Neuzugang in diesem Sommer.

Pascal Harder (l.) und sein Sportlicher Leiter Philipp Wiesmann haben nur einen externen Neuzugang in diesem Sommer. © Sebastian Reith

In der zweiten Transferperiode hintereinander verbucht die erste Mannschaft von GS Cappenberg in der Fußball-Kreisliga mehr Abgänge als Neuzugänge. Die GSC-Mannschaft hat in den beiden Fenstern auf der Wechselbörse nicht unbedingt ein glückliches Händchen gehabt.

Der 30. Juni ist traditionell ein wichtiger Stichtag im Amateurfußball. Bis dahin müssen wechselwillige Spieler ihre Abmeldung beim abgebenden Verein einreichen. Mit diesem Tag haben die Klubs also größtenteils Gewissheit, mit wem sie weiter planen können - Überraschungen gibt es jedes Jahr.

Überraschend war die Transferbilanz bei Grün-Schwarz Cappenberg für den Sportlichen Leiter Philipp Wiesmann in diesem Jahr jedoch nicht. Ihm war klar, dass die Zahl der Abgänge die der Zugänge übertreffen werde. Erst im Winter waren Rafael Felsberg (BW Alstedde), Lukas Nagel (Westfalia Wethmar) und Dennis Markowski (Westfalia Wethmar) gegangen. Für Trainer Pascal Harder damals „ein kleiner Schock“, dass „drei unserer Stützen“ den Verein verließen.

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In diesem Sommer gehen Max Hane (VfB Lünen), Sina Habibivand (TSC Eintracht Dortmund), Mats Lange (BW Alstedde) und Jonas Allefeld (Wethmar), der erst im Winter gekommen war und den die Cappenberger gerne behalten hätten. Dass Spieler gehen, ist nichts Ungewöhnliches und kommt in fast allen Vereinen vor.

GS Cappenberg lockte kaum Neuzugänge an

Und bei den Zugängen? Da war neben Allefeld der Werner Markus Goletz im Winter auf der Liste. Im Sommer sieht es mau aus: Nur Fabian Elfert wird wieder das GSC-Dress tragen. Doch der muss nach einjähriger Pause erstmal wieder fit werden. Niemand garantiert, dass der 30-Jährige auf altes Niveau zurückkommt und dass der Rücken nicht doch wieder Probleme bereitet. Das war´s auch schon an Zugängen.

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„Schwieriges Thema“, gestand Wiesmann und sagte: „Wir haben mit aller Kraft versucht, neue Spieler zu organisieren.“ Es sei eine „ultraschlechte Zeit“ für Cappenberg. „Wir sind wahrscheinlich einer der wenigen A-Ligisten, die kein Geld bezahlen“, sagte Wiesmann. Manchmal sei schon ein Tankgutschein ein wirkungsvoller Anreiz, den Sportverein zu wechseln, um sich das Hobby zu refinanzieren. „Bei uns ist das nicht so“, sagt Wiesmann und schiebt hinterher, dass er das auch nicht bedauert. „So kann kein Neid entstehen und die Truppe muss sich als Einheit definieren.“

GS Cappenberg ist auf Externe angewiesen - und auf die Zweite

Die Transferpolitik der Cappenberger ist aber auf Externe angewiesen, solange sich die Seniorenabteilung nicht wieder aus der eigenen Jugend speist. Als Pascal Harder vor zwei Jahren als Trainer auf Cappenberg anfing, gab es keine A-Jugend und keine B-Jugend, aus denen in den nächsten Jahren Nachwuchskicker aufrücken. Das Loch wird auch in den nächsten zwei Jahren noch nicht geschlossen sein.

Und Harder bekommt so keine frisches Spielermaterial. Solange es Abgänge gibt, braucht Grün-Schwarz somit auch weiter Neuzugänge. Wiesmann weiß das. Eine Möglichkeit ist, die zweite Mannschaft anzuzapfen. Das war in der Vergangenheit schon der Fall. 2020/21 wird das wohl kaum weniger werden, wenn Grün-Schwarz wieder mit Verletzten zu kämpfen hat und somit noch härter unter der Personalnot leidet.

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