Vom Praktikanten zum Sportlichen Leiter beim SC Capelle - das ist Sebastian Schimschewski

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Der neue Sportliche Leiter des SC Capelle heißt Sebastian Schimschewski. Er will sich nicht in sportliche Ziele einmischen, sondern definiert seine Rolle als Vermittler und Jugendanwalt.

Capelle

, 03.06.2019, 15:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der SC Capelle hat einen neuen Sportlichen Leiter: Mario Lohmann (47) hat sein Amt an Sebastian Schimschewski (32) übergeben. Dieser war bis vor wenigen Jahren noch als Spieler aktiv und hat daher einen anderen Blick auf den Fußball-B-Ligisten als sein Vorgänger.

Eines überrascht an Sebastian Schimschewski: Anders als andere Sportchefs will er sich bei der Zielsetzung der Mannschaften raushalten. „Sportliche Ziele sollten eine Geschichte zwischen Mannschaft und Trainer sein. Bei einem kleinen Verein wie dem SC Capelle müssen wir auch nicht über große sportliche Ziele reden“, sagte Schimschewski.

Ziele hat er, nur drückt er sie nicht in Tabellenplätzen aus. „Ein großes Ziel ist, den Verein für die Jugend besser zu präsentieren. Das klingt nach einer Phrase, aber ich habe als Trainer miterlebt, dass jahrelang nichts aus der Jugend nachkam. Das haben wir schmerzlich zu spüren bekommen, wenn dann aus Altersgründen Spieler ausscheiden“, sagte Schimschewski, der bis 2018 die Reservemannschaften trainiert hatte.

Sebastian Schimschewski hat nie hoch gespielt

Überhaupt ist Schimschewski ein Fußballer, der nie höherklassig aktiv war. In der Jugend wurde er beim Werner SC ausgebildet, spielte seit 2008 bei den Senioren aber immer für den SCC, bis er die Schuhe an den Nagel gehängt hat und sich im Trainerbereich engagierte. Die eigenen wenigen Einsätze in der ersten Mannschaft des SC Capelle nennt er „nicht der Rede wert.“

Ziel Nummer zwei auf Schimschewskis Agenda sind Werte. „Mir fehlt ein Konzept, wofür der Verein stehen will und wie er sich von anderen Vereinen abgrenzt“, erklärte der Softwareentwickler, der seine Rolle als „Schnittstelle zwischen verschiedenen Parteien im Verein“ sieht: zwischen Vorstand und Trainern, den Trainerteams der ersten und zweiten Mannschaft und Spielern und Verein.

Schimschewski war Lohmanns „Praktikant“

Der Übergang von Lohmann zu Schimschewski war fließend. „Vor einem halben Jahr schon hat Mario den Wunsch geäußert, das Amt abzugeben. Ich habe mir dann erstmal angeguckt, was man in dem Verein unter einem Sportlichen Leiter versteht“, sagte Schimschewski und scherzte: „Ich war ein halbes Jahr Praktikant, war aber eingebunden in alle Entscheidungen.“

Ganz so sieht es Lohmann nicht. „Ich sehe ihn auf Augenhöhe und als Compagnon. Es war ein sinnvoller Übergang“, sagte Lohmann, der berufsbedingt in ganz Deutschland unterwegs ist. Lohmann ist Teamleiter in der Aus- und Weiterbildung von Bankkaufleuten und viel auf Reisen. Und bevor Gesundheit und Familie auf der Strecke bleiben, entschied er sich, die Aufgabe beim SCC niederzulegen.

Vom Praktikanten zum Sportlichen Leiter beim SC Capelle - das ist Sebastian Schimschewski

Mario Lohmann tritt als Sportlicher Leiter des SC Capelle ab. © Sebastian Reith

Der Sportliche Leiter ist beim SC Capelle kein Vorstandsmitglied. Wahlen gab es dennoch auf der Versammlung in der vergangenen Woche. Die Mitglieder wählten Mario Wellmann als stellvertretenden Vorsitzenden, Sebastian Temmann als stellvertretenden Geschäftsführer sowie Julian Mertens als stellvertretenden Kassierer einstimmig wieder. Der Vorstand um Josef Mertens ehrte im Anschluss noch für 25 Jahre Mitgliedschaft Michael und Susanne Dahl, Gerlinde Mertens, Heinrich Reher und Andrea Schütte sowie für 40 Jahre Mitgliedschaft Michael Börste, Friedrich Buchwald. Annegret Falke, Ludger Fleige (jun.), Brigitte Krüger und Andrea Schwede.

Vom Praktikanten zum Sportlichen Leiter beim SC Capelle - das ist Sebastian Schimschewski

Der Vorstand und die Geehrten beim SC Capelle (v.l.): Andrea Schwede, Josef Mertens, Mario Wellmann, Sebastian Temmann, Michael Börste, Sebastian Mertens, Gerlinde Mertens, Julian Mertens, Heinrich Reher und Christian Quante © SC Capelle

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