Fußball

Auch der letzte Fußballverband in Deutschland beendet jetzt wegen Corona die Saison

Nun ist es offiziell: Die Corona-Pandemie kostet den Amateurfußball in ganz Deutschland eine komplette Saison. Auch der letzte Verband beendet die Spielzeit. Auf- und Absteiger gibt es trotzdem.
Nun beendet wegen der Corona-Pandemie auch der letzte Fußballverband in Deutschland die aktuelle Spielzeit. © dpa

Nun muss man sich auch im Freistaat Bayern geschlagen geben: Als letzter Landesverband in Deutschland hat auch der Bayerische Fußball-Verband (BFV) seine aktuelle Amateurfußball-Saison aufgrund der Corona-Pandemie abgebrochen. Auf- und Absteiger wird es nach dem Willen des Großteils der bayerischen Vereine trotzdem geben.

Spielzeit 2019/20 wurde um ein Jahr ausgeweitet

Der Bayerische Fußball-Verband hatte in den zurückliegenden Monaten eine Sonderrolle eingenommen. Als einziger Fußballverband in Deutschland hatte der BFV seine Spielzeit 2019/20 im Frühjahr 2020 nicht ab-, sondern unterbrochen – und zu einer Spielzeit 2019/21 ausgeweitet. Doch nun steht fest: Auch diese Mammut-Spielzeit kann nicht regulär beendet werden.

Eigentlich sollte die Spielzeit, die im Sommer 2019 begann, bis zum 30. Juni 2021 abgeschlossen werden. Viele der bayerischen Klubs haben zwischen 15 und 20 Saisonspiele absolviert, zumindest die Hinrunde ist vielerorts komplettiert, die Rückrunde zum Teil bereits gestartet.

Stichtag 3. Mai wurde gerissen

Aufgrund anhaltend hoher Infektionszahlen war aber auch in Bayern – wie im Rest der Republik – in den vergangenen Monaten nicht an Fußballspielen zu denken. Der BFV hatte sich deshalb den 3. Mai als Stichtag gesetzt: Wenn bis zu diesem Datum kein Vollkontakt-Training möglich sein sollte, müsse über einen Abbruch der Spielzeit abgestimmt werden, so die Devise.

Seit wenigen Tagen darf zwar unter strengen Voraussetzungen wieder in Bayern Vollkontakt-Training stattfinden, doch die Frist am 3. Mai verstrich. Nun kam es deshalb zur Abstimmung über die Art und Weise des Saisonabbruchs. 3695 Vereine im gesamten Freistaat waren in den vergangenen Tagen dazu aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Rund 71 Prozent der Klubs (2973 Vereine) machten von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Und sie fällten ein eindeutiges Urteil.

Vereine bestätigen Regelung mit Auf- und Absteigern

Die Klubs bestätigten mit ihrem Votum die in der Spielordnung des BFV verankerte Quotienten-Regelung. Somit wird es direkte Auf- und Absteiger in den einzelnen Spielklassen geben. Die Relegation entfällt ersatzlos. Das Alternativ-Modell, wonach alle Vereine, die nach der Quotienten-Regel in der Tabelle auf einem Aufstiegs- und Relegationsplatz stehen, aufsteigen können und der Abstieg nicht zum Tragen gekommen wäre, erhielt nur 858 (rund 29 Prozent) der Stimmen.

Auf Basis dieses Votums wird der BFV-Vorstand den Abbruch nun entsprechend beschließen. Und auch wenn der bayerische Verband die Saison 2019/21 am Ende nicht wie geplant über die Bühne bringen konnte: Zumindest das Problem der übervollen Ligen hat man im Freistaat durch den Sonderweg vermieden.

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