Kevin Gomulka (r.) kann den Frust der Sportlichen Leitung beim SV Preußen nach seinem Abgang durchaus verstehen. © Jürgen Weitzel
Fußball

RWU-Neuzugang Kevin Gomulka: „Beim SV Preußen Lünen sind sie wahrscheinlich eingeschnappt“

Der SV Preußen Lünen muss im Sommer einen großen Aderlass hinnehmen. Auch Kevin Gomulka wechselt - in die Kreisstadt zu Rot-Weiß Unna. Zwei anderen Teams erteilte der 20-Jährige eine Absage.

Kevin Gomulka wechselt im Sommer vom SV Preußen Lünen zu Rot-Weiß Unna. Also von der Dortmunder in die Unnaer Kreisliga A. Doch die Situationen könnten bei den beiden Vereinen unterschiedlicher kaum sein.

Während Rot-Weiß Unna Aufstiegsambitionen hegt und mittelfristig in die Bezirksliga möchte, kämpfen sie beim SV Preußen Lünen derzeit um den Klassenerhalt. Das große Ziel der Truppe von Noch-Trainer Stefan Urban, der den Lüner Klub im Sommer verlassen wird: den Abstieg vermeiden. Mit Urban bricht jedoch auch ein Großteil des Kaders der Lüner weg. Mehr als 20 Spieler-Abmeldungen musste der Verein bereits hinnehmen.

Trainer Stefan Urban hat die Truppe zusammengehalten

So auch den Weggang von Kevin Gomulka. „Der Verein hat zu meinem Abgang eigentlich nichts mehr gesagt. Ich habe gar keine Rückmeldung gekriegt. Die sind wahrscheinlich eingeschnappt, was ja auch verständlich ist, wenn so viele wechseln“, kann Gomulka den Frust der Sportlichen Leitung der Lüner durchaus nachvollziehen.

Kevin Gomulka (vorne) verlässt den SV Preußen Lünen im Sommer nach zwei Jahren.
Kevin Gomulka (vorne) verlässt den SV Preußen Lünen im Sommer nach zwei Jahren. © Privat © Privat

Trainer Urban, sagt er, habe die Truppe noch zusammengehalten. „Dass so viele wechseln, liegt nicht an der sportlichen Situation. Ich denke, ohne Corona hätten wir den Abstieg auch aus eigener Kraft verhindern können.“ In der Liga gebe es viele Teams, die schlechter sind als Preußen, meint er. Doch weil so viele Spieler wechseln und kaum Ersatz kommt, „fehlt es einfach an Qualität“, so Gomulka.

Angebote auch von Alemannia Scharnhorst und BSV Heeren

Im Winter habe sich Rot-Weiß Unna schon bei ihm erkundigt. „Da habe ich erstmal abgesagt“, so Gomulka. Doch als immer mehr seiner aktuellen Mitspieler angekündigt haben zu wechseln, fasste auch er diesen Entschluss. Für ihn kam immer nur RWU infrage. Angebote hatte er auch noch von Alemannia Scharnhorst und Unnas Ligarivalen BSV Heeren. „Aber die kamen zu spät“, verrät Gomulka.

In Tim Buschhaus kennt Gomulka bei Rot-Weiß schon einen Spieler, mit dem er in der Jugend schon beim SuS Kaiserau zusammengespielt hat. „Er hat mir viel Positives erzählt – auch über den Trainer Kulle (Patrick Kulinski, Anm. d. Red.). Aber auch die Tabellensituation spricht für den Verein und die Tatsache, dass sie aufsteigen wollen. Ich will etwas mit dem Klub reißen“, ist Gomulka von der Perspektive in Unna überzeugt.

Kevin Gomulka sieht sich eher offensiv, sein Trainer aber nicht

Ausgebildet wurde der Husener bei Westfalia Wickede und beim SuS Kaiserau. Für beide Vereine spielte er im Wechsel jeweils zwei Mal. Bei den Senioren in Lünen spielt er derzeit seine zweite Saison – hauptsächlich im defensiven Mittelfeld. „Ich habe immer schon im Zentrum gespielt. Ich sehe mich eher offensiv, werde aber meistens in der Defensive eingesetzt“, sehen die Trainer Gomulkas Stärken offenbar woanders.

Derzeit laboriert Unnas Neuzugang noch an einer Verletzung, die er sich im September 2020 bei seinem letzten Spiel gegen Körne zugezogen hat. „Da wurde ich umgetreten“, erinnert sich Gomulka. Der Bruch des Sprunggelenks rührt aber von einer beschädigten Wachstumsfuge. Eine Diagnose, die die Ärzte von Gomulka lange nicht gestellt haben.

„Die Ärzte haben das lange nicht gesehen und mich nie darauf aufmerksam gemacht, dass daraus mal ein Bruch entstehen könnte. Zum Glück musste ich jetzt nicht operiert werden“, hat Gomulka die große Hoffnung, dass sich sein Gelenk durch den Sport wieder stabilisiert.

Noch ein Spiel für Preußen Lünen? Kevin Gomulka glaubt nicht daran

Fit genug fühlt er sich zumindest: „Wenn wir nochmal spielen könnten, würde ich auch nochmal auflaufen. Ich glaube aber nicht daran, dass die Saison noch fortgeführt wird. Das ist schon traurig“, hätte sich Gomulka gerne auf dem Platz aus Lünen verabschiedet.

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Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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