„Alles in ein Rad gegriffen“: SV Herbern deklassiert Westfalenligist Westfalia Kinderhaus

hzFußball

Vor der Saison wechselte Herberns treffsicherste Schütze Whitson zu Westfalia Kinderhaus. Ausgerechnet gegen den Westfalenligisten zeigte der SVH mit einem 5:1-Sieg, dass es auch ohne ihn geht.

Herbern

, 23.08.2020, 12:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es galt als herber Schlag für den SV Herbern, dass der Brasilianer Whitson Fereira Dos Santos Filho den Landesligist vor der Saison in Richtung Westfalia Kinderhaus verlassen hat. In der Vorbereitung trafen die Herberner nun auf den Münsteraner Westfalenliga-Aufsteiger. Und bewiesen dabei, dass es auch ohne Whitson mit dem Tore schießen klappt.

Jetzt lesen

„Wir haben uns viele Torchancen herausgespielt, nicht wie bei den letzten Spielen, in denen wir viele Chancen haben liegen gelassen“, lobt Trainer Benjamin Siegert nach dem 5:1-Sieg sein Team. Siegert hatte den Torabschluss in den vergangenen Einheiten mehr trainieren lassen, sieht aber auch seine Spieler in der Pflicht: „Nicht nur die Stürmer sind dafür verantwortlich. Ich erwarte von jedem Spieler, dass er hungrig auf Tore ist. Aber so eine Torgalligkeit ist eine Eigenschaft, die man in sich haben muss.“

„Positive Stimmung im Spiel“

Und die war vor allem in der zweiten Hälfte des Testspiels eindeutig bei den Herbernern da. Stürmer Jan Hoenhorst konnte sich hierbei durch zwei Treffer empfehlen (47., 90.). Vor allem das Tor zum 5:1 kann sich als Abstauber beschreiben lassen. Westfalias Torwart Tim Siegemeyer schlug eine Bogenlampe, Hoenhorst reagierte blitzschnell und spielte den Keeper aus.

Julian Trapp kam diesmal nur von der Bank rein, sorgte aber gleich für ein Tor (72.) und einen Assist, als er Neuzugang Robin Schwick den Ball vorlegte, der daraufhin zum zwischenzeitlichen 3:1 einschob. „Jeder Spieler war bei fast 100 Prozent, muss man schon sagen“, sagte Siegert: „Wir haben uns nicht den Schneid abkaufen lassen. Es war viel positive Stimmung im Spiel und es ist schön, wenn alles in ein Rad greift, was wir vorgeben.“

Nur einmal gefährlich

Mit Schneid abkaufen meinte Siegert wahrscheinlich die frühe Führung von Kinderhaus nach zehn Minuten durch Jan Kniesel. Es war die einzige gefährliche Aktion einer ansonsten ideenlos wirkenden Mannschaft: „Vor allem in der zweiten Halbzeit kam nicht mehr viel von Kinderhaus, die hatten, glaube ich, keine einzige Torchance.“

Noch vor der Pause konnte Dennis Närdemann den Ausgleich erzielen (40.). Dem Tor war ein Freistoß rund 20 Meter vor dem gegnerischen Tor vorausgegangen. Der Münsteraner Keeper ließ den Direktschuss nur abklatschen - und zwar Närdemann direkt vor die Füße. „Torschuss muss ich dann ja erstmal nicht üben lassen“, so Siegert scherzend über die kommenden Trainingseinheiten.

Jetzt lesen

Neben Hoenhorst stand überraschend auch Patrick Sobbe in der Startaufstellung. Der 22-Jährige stand Siegert lange Zeit nicht zur Verfügung, durfte dann am Samstag aber direkt durchspielen: „Die Leute sollen in der Vorbereitung ihre Spielzeit bekommen, damit wir Trainer sie dann besser beurteilen können, deswegen war Patrick auch direkt im Spiel.“ Und er konnte sich direkt ein Lob abholen: „Er hat es sehr sehr gut gemacht nach so langer Zeit ohne Spiel.“

Und Whitson? Der blieb bis auf eine Chance nach 14 Minuten blass. Die Herberner Abwehr hat den 31-Jährigen quasi aus dem Spiel genommen. Nach drei Jahren in einer Mannschaft wussten sie scheinbar, was zu tun ist.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt