Darum spielt Max Kerkhoff beim SV Stockum auf dem Feld und im Tor

hzFußball-Kreisliga A

Zur Strafe musste Max Kerkhoff einst ins Tor und kassierte prompt 20 Gegentore. Heute pendelt er zwischen dem eigenen und gegnerischen Strafraum. Er ist der stürmende Torwart des SV Stockum.

Stockum

, 13.09.2019, 16:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Max Kerkhoff kennt das Spiel Torhüter gegen Stürmer so detailreich, wie kaum ein anderer Amateurfußballer aus der Region. Denn Kerkhoff hat das im Fußball so zentrale Duell schon zigfach erlebt - aus beiden Perspektiven.

Eigentlich ist Kerkhoff Torwart beim A-Ligisten SV Stockum. Eigentlich, wie etwa im Liga-Spiel gegen Wiescherhöfen, wo er beim 2:1-Sieg 90 Minuten das Tor hütete. Uneigentlich kommt Kerkhoff aber auch auf dem Feld zum Einsatz, zuletzt beim 0:6 gegen den TSC Hamm, als er zur Halbzeit eingewechselt wurde. Spielt er auf dem Feld, ist Kerkhoff Stürmer - ausgerechnet.

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„Er macht seine Sache vorne gut, weil er sich auf die einfachen Dinge beschränkt. Seine Qualitäten vor dem Tor sind für einen Torwart schon beeindruckend“, sagt Kerkhoffs Trainer Zakaria Slimani über seine Allzweckwaffe. Seine nominellen Torjäger könnten sich sogar was von ihrer ungeahnten Konkurrenz abgucken, so der Trainer. Kerkhoff braucht in der Regel nur einen Kontakt zum Abspiel oder Schuss, hat eine gute Grundschnelligkeit. „Ich habe eine gewisse Kaltschnäuzigkeit, weil ich ja weiß, wie sich der Torwart verhält. Das geht innerhalb von Bruchteilen von Sekunden“, sagt der stürmende Torhüter selbst.

20 Gegentore beim Debüt im Tor für Max Kerkhoff

Bis zur E-Jugend war Kerkhoff ganz normal Stürmer. Dann beschwerte er sich über die Leistung seines damaligen Mannschaftskollegen, der das Tor hütete. Zur Strafe stellte der Trainer ihn stattdessen in den Kasten. Im ersten Spiel habe er sofort 20 Gegentore kassiert, erinnert sich Kerkhoff. Sein Platz war von nun an trotzdem im Gehäuse.

Aufs Feld ging es dann wieder, als er beim SVS II mit seinem guten Freund Stefan Zimmermann in eine Mannschaft kam. „Wir sind eine Qualitätsstufe. Weil ich draußen mehr Qualität hatte, durfte ich im Sturm spielen“, erklärt Kerkhoff.

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In der ersten Mannschaft der Stockumer ist nun nicht die Qualität, sondern die Quantität ausschlaggebend für den erneuten Wechsel in den gegnerischen Strafraum. Mit Thomas Goeke und Marcin Makowiecki hat Stockum zwei weitere Torhüter im Kader. „Dann ist klar, dass einer draußen mitmacht“, sagt Kerkhoff. Und Trainer Slimani, den Kerkhoff nur „Zakki“ kennt, muss er dann gar nicht mehr fragen, ob er aufs Feld darf. „Ich bin froh, dass ich so einen alteingesessenen Stockumer als Typen im Team habe“, sagt jener „Zakki“, den Kerkhoff zuvor oft genervt hat, ob er nicht mal eine Schussübung als Schütze absolvieren dürfe.

Max Kerkhoff scherzt: „Kann im Tor stehen und wir gewinnen trotzdem“

Trotz Trainings als Angreifer gibt sich Kerkhoff - der immerhin mit drei Toren für den SV Stockum II gegnerische Abwehrreihen unter Druck setzt - zurückhaltend, nimmt sich zurück: „Man muss klar sagen, dass die Stürmer besser sind als ich als Stürmer. Und Torwart Thomas Goeke ist natürlich auch besser als ich im Tor. Ich sehe mich als gute Alternative für beide Positionen.“ Und wenn es das Wohl der Mannschaft verlangt, dass Kerkhoff wie beim Sieg gegen Wiescherhöfen zurückkehrt in das berühmte Eckige, dann zieht Kerkhoff die Torwarthandschuhe eben wieder an. „Da kann ich mal im Tor stehen und wir gewinnen trotzdem ein Spiel“, scherzt er.

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