Fußball-Landesligist SV Herbern hat den Davertpokal souverän gewonnen. Über mögliche Veränderungen haben wir mit Ludger Staar, Sportlicher Leiter des SVH, der das Turnier 2021 ausrichtet, gesprochen.

Herbern

, 08.01.2020, 12:05 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mit 59 Treffern in acht Turnierpartien ist der SV Herbern in diesem Jahr ungeschlagen durch den Davertpokal gestürmt. Im kommenden Jahr richten die Gelb-Blauen die traditionsreiche Veranstaltung in der Sporthalle an der Nordkirchener Straße selbst aus. Ist die Zeit reif, neue Mannschaften einzuladen oder den Turniermodus zu verändern? Wir haben mit Ludger Staar, dem Sportlichen Leiter des SV Herbern, über mögliche Neuerungen gesprochen.

Der SV Herbern war beim Davertpokal in diesem Jahr nicht zu stoppen. Wie zufrieden sind Sie mit dem Auftritt Ihrer Mannschaft?

Ich finde, das war insgesamt ein überragender Auftritt. Sicherlich ist das kein Turnier wie in Münster oder in der Sachsen-Halle in Hamm, weil du auch Kreisliga-A- und -B-Mannschaften dabei hast, aber es gibt auch genügend Beispiele für Teams aus der Kreisliga A mit geilen Hallenzockern, die sowas schon gewonnen haben. Ich fand es für Holger (Möllers, im Sommer scheidender Trainer, Anm. d. Red.) einen super Abschluss mit dem SV Herbern beim Davertpokal, da habe ich mich richtig drüber gefreut.

Gab es Spieler, die Ihnen in der Halle besonders gut gefallen haben?

Mit ein paar guten Leuten haben wir richtige Hallenzocker im Team. Ob das Trappi (Julian Trapp, d. Red.) ist, oder, wen ich gar nicht auf der Karte hatte, Philip Just. Den fand ich überragend! Ich glaube auch, dass mit Marcel Scholtysik der richtige Mann der Spieler des Turniers geworden ist. Super Dribblings, ein feines Auge für die Mitspieler, super die freien Räume genutzt und stark im Abschluss, das war schon richtig gut.

Was war für Sie der schönste Moment des diesjährigen Turniers?

Den Davertpokal zu gewinnen, das muss ich ganz ehrlich sagen. Man kann neun gute Spiele machen, gewinnen und das zehnte verlieren, und hinterher redet keiner mehr über die neun guten Spiele, sondern nur darüber, dass du das zehnte verloren hast. Dazu kam, dass sich außer Jens Haarseim mit der leichten Oberschenkelverletzung niemand verletzt hat – und dann hatten wir natürlich mit Leon Fenker unsere Geheimwaffe als Torwart auf der Tribüne sitzen. Der kommt ungeplant rein und hält direkt richtig stark. Auch hinterher im Halbfinale (9:0 gegen den FC Nordkirchen, d. Red.) hat er noch zwei, drei richtig starke Sachen gehalten. Wenn du neun Tore erzielst, ist das das eine, aber in 20 Minuten in der Halle kein Gegentor zu bekommen, das ist schon sehr ordentlich.

Der einzige andere Klub, der im regulären Spielbetrieb ebenfalls in der Landesliga aktiv ist, war Ihr Liga-Konkurrent VfL Senden. War das Teilnehmerfeld für den SVH zu einfach?

Einfach ist immer relativ. Du kannst eine Landesligamannschaft haben, die draußen Tabellenführer ist und in der Halle untergeht. Dass es nicht auf die Liga ankommt, hat man auch bei Münster (Tabellenführer der Kreisliga A, d. Red.) gesehen. Die haben schon in der Halle gespielt und das hat man gemerkt. Die haben die nötige Geduld am Ball gehabt und das gut gespielt, ich denke, am Ende ist denen im Finale (8:3-Sieg für den SVH, d. Red.) etwas die Luft ausgegangen. Die haben ja im Angriff auch immer einen fünften Feldspieler für den Torwart eingewechselt, das kostet auch schon wieder mehr Kraft.

Im kommenden Jahr sind Sie Ausrichter des Davertpokals. Halten Sie es für interessant, in Zukunft mehr stärkere Mannschaften einzuladen?

Wir haben uns da auch schon Gedanken zu gemacht, wie man das Hallenturnier - jetzt nicht verändern muss, das hat ja eine Geschichte und an Geschichten muss man nicht immer schrauben, aber zumindest darüber nachdenken kann. Oder auch den Modus zu ändern oder mal was anders zu machen. Aber die Mannschaften, die da waren, spielen auch gerne in der Halle. Allerdings bringen viele Teams auch nicht so viele Zuschauer mit, die meisten waren aus Ascheberg und Herbern. Ich habe die Halle auch in vielen Jahren schon deutlich voller gesehen. Wir sind ja der nächste Ausrichter und haben uns auf die Fahne geschrieben, uns mal zusammenzusetzen und den Modus zu überdenken und das gesamte Turnier. Ob wir was ändern, ist nicht sicher, aber wir haben uns vorgenommen, zumindest mal darüber nachzudenken. Man muss nicht immer etwas ändern, um etwas zu ändern, aber manchmal macht es durchaus Sinn. Da ist der Blickwinkel, dass man das Turnier insgesamt vielleicht noch attraktiver machen kann.

Über welche Änderungen denken Sie explizit nach?

Turniermodus, Zusammenstellung der Mannschaften, vielleicht auch die Gruppenkonstellationen. Alles, worüber man sich Gedanken machen kann, werden wir zumindest mal diskutieren.

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