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Derby auf Schalke ohne die Fanclub-Vorsitzenden

hzRevierderby

Es ist wieder soweit. Herne-West spielt gegen Lüdenscheid. Für alle anderen: Schalke gegen Dortmund. Aus Werne und Herbern fahren einige Fans ins Stadion. Nur drei müssen zu Hause bleiben.

Werne, Herbern

, 08.12.2018 / Lesedauer: 4 min

Es ist eines der größten Spiele, das wir in Deutschland haben. Der FC Schalke 04, also Herne-West, empfängt den BV Borussia Dortmund (Lüdenscheid). Hier bei uns in der Region sind Blau-Weiß und Schwarz-Gelb die meist vertretenen Farben. Die Fanzugehörigkeit wird von Generation zu Generation weitervererbt. Und schon ewig ist das Ruhrpott-Derby der Höhepunkt der Saison. Auch für Christian Deitermann. Aber ausgerechnet zum Topspiel steht der Koch hinter dem Herd.

Toralarm auf dem Handy

„Das Radio läuft und der Tor-Alarm auf dem Handy ist angeschaltet. Da verpasse ich nichts“, sagt der Vorsitzende des Schalke-Fan-Clubs Eurofighter Herbern. In der Weihnachtszeit geht die Arbeit für den Gastronom aus Herbern vor. Das Spiel mag zwar ein Höhepunkt der Saison sein, doch aus Sicht des Fan-Club-Vorsitzenden, ist es ein Spiel wie jedes andere.

Wie immer werden im Vorfeld die Karten verteilt und der Bus organisiert. „Der fährt auch ganz normal los. Wie immer sind wir eine Stunde vor Spielbeginn im Stadion“, erklärt Deitermann. 60 bis 70 Schalker aus Herbern und auch aus Werne fahren mit den Eurofightern regelmäßig ins Stadion.

Schalke bis nach Moskau gefolgt

Deitermann ist nicht mehr so regelmäßig im Stadion. „Nur“ noch so 20 Mal im Jahr. Auswärts fährt er immer öfter. Die internationalen Spiele sind für ihn sehr interessant, da er unter der Woche besser frei machen kann. Zum Beispiel war er beim Spiel seiner Schalker in Moskau. „Und dabei hatte ich vorher gesagt, dass mich da keine zehn Pferde hinkriegen. Dann haben mich die Kumpels aber doch überredet“, sagt Deitermann. Die Angst vor gewaltbereiten russischen Fans sei unbegründet gewesen. „Der Trip war super. Angst musste man zu keiner Zeit haben. Im Gegenteil. Man hat sich sehr sicher gefühlt“, erzählt der Schalker Fanclub-Vorsitzende.

In der Bundesliga sei das letzte Highlight, das er live im Stadion verfolgt habe, das Derby im vergangenen Jahr gewesen. Dortmund lag im heimischen Stadion zur Pause bereits mit 4:0 in Front. Dann die Wende. Schalke drehte das Spiel und machte aus dem Vier-Tore-Rückstand einen 4:4-Derbysieg. „Das war schon was. Und es gibt nichts schöneres, als nach so einem Spiel ins Strobels reinzugehen“, sagt Deitermann. Das Strobels ist die Gaststätte direkt neben dem Dortmunder Stadion.

„Wir sind noch in der Findungsphase“

Mit der bisherigen Saison ist Deitermann nicht zufrieden. „Wir hinken stark hinter her, sind noch in der Findungsphase“, meint er. Bis zur Winterpause sollte sein Team schon alle Spiele gewinnen – ja, alle – dann wäre nach oben wieder etwas möglich. Die Serie soll im Derby gestartet werden. Und auch wenn Deitermann zugibt, dass seine Schalker die Underdogs sind, glaubt er an einen 2:1-Erfolg. „Das reicht mir schon. Wir gleichen in der 89. Minute zum 1:1 aus und schießen das 2:1 in der 92. Minute“, sagt Deitermann und lacht.

Lachen muss auch Maik Jankowski, als er von Deitermanns Tipp hört. „Träumen kann ja jeder“, sagt er. Jankowski vertritt die andere Fraktion. Er ist der Vorsitzende der BVB Supporters Werne. Auch er ist nicht im Stadion, ist privat verhindert. „Zum Anpfiff sitze ich aber pünktlich zu Hause auf dem Sofa“, meint er. Aus seinem Fanclub fahren nicht so viele auf Schalke. Es ist eben ein Auswärtsspiel. Aber immerhin acht bis zehn Supporters aus Werne dürften schon in der Arena auflaufen.

Weihnachtsfeier statt Derby

Aus dem anderen Werner BVB-Fanclub, dem BVB-Fanclub Werne an der Lippe, sind es sogar nur vier Fans, die den Weg in die Arena antreten. Auch hier ist der Vorsitzende nicht mit dabei: „Ich bin parallel auf der Weihnachtsfeier bei den LippeRunners“, sagt Martin Schenk.

Die Angst, dass ausgerechnet gegen Schalke die tolle Serie reißt, hat Schenk nicht, hat Jankowski nicht. „Klar, einige haben diese Befürchtung. Die Spieler sind vielleicht mittlerweile auch ein wenig müde. Aber das Schöne ist ja, dass wir in der Tabelle eine komfortable Ausgangsposition haben. Ich bin guter Hoffnung“, sagt Schenk.

Was den Tipp fürs Derby angeht, da sind sich die beiden Werner BVB-Fanclub-Vorsitzenden einig: die Borussia gewinnt 3:1. „Das eine Gegentor ist für uns zum Ansporn“, sagt Maik Jankowski.

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