Die böse Oma und der Pumper - Sportler werden kreativ bei Trainingsabsagen

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Um nicht beim wöchentlichen Training aufzutauchen, lassen sich die Spieler der Werner Sportvereine gerne mal die ein oder andere Ausrede einfallen. Und dabei sind sie zum Teil ziemlich kreativ.

Werne, Herbern

, 26.05.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Drei Mal in der Woche zum Training, vielleicht noch eine Sondereinheit und am Wochenende dann das große Spiel. Klingt eigentlich nach einem guten Plan für die Sportler aus den Ligen in Werne und Umgebung. Eigentlich. Denn jeder Coach kennt das Szenario: Kurz vor dem Training kriegt man per Whatsapp, Anruf oder Sprachnotiz noch schnell die Absagen der Spieler rein. Und dabei lassen sich die Sportler zum Teil ziemlich skurrile, manchmal auch fragwürdige und sehr lustige Ausreden einfallen, warum ausgerechnet sie nicht kommen können. Und dabei dient nicht nur die eigenen Familie als gute Vorwand, um daheim zu bleiben.

Die Drückeberger

Fangen wir mal damit ab, wann eigentlich die meisten Absagen kommen. Für Daniel Heitmann, Trainer beim SV Herbern ist der undankbarste Tag ganz klar der Montag. „Da haben die meisten noch das Spiel von Sonntag in den Knochen. Und viele denken, dass Training am Mittwoch und Freitag dann auch reicht.“ Der Klassiker sei aber auch, wenn er vorher grob ankündigt, was für die Einheit auf dem Plan steht. Laufschuhe einpacken oder spezielle Kleidung mitbringen, heißt für die Spieler, jetzt wird es hartes und anstrengendes Training. „Dann kommen schon einige Abmeldungen bei mir an. Denn sie wissen im Grunde genommen, dass Spinning oder viel Laufen ansteht“, erklärt Heitmann.

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Der Fleißige

Eigentlich will man sich am liebsten ewig davor drücken und schiebt es immer auf die lange Bank. Die Rede ist vom Lernen. Für Klausuren, ob in der Schule oder in der Universität macht unter normalen Umständen nämlich kaum einer gerne. Doch in der Mannschaft von Daniel Heitmann nimmt man das Büffeln für die nächste große Prüfung wohl gerne als Ausrede, um nicht beim Training zu erscheinen. Für eine schnelle Whatsapp an den Trainer: „Sorry, muss lernen“ reicht die Zeit dann aber. Ob wirklich am Schreibtisch über Papieren gebrütet wurde, zweifelt Heitmann da schon manchmal an. „Im Nachhinein kommt dann manchmal raus, dass es zu diesem Zeitpunkt eigentlich gar keine Klausuren mehr zu schreiben sind.“ Meist belässt er es aber dabei und hakt nicht noch mal groß nach, ob die Ausrede wirklich der Wahrheit entspricht.

Die böse Oma

Großmütter sind normalerweise die liebsten Wesen, die einem gerne mal ein bisschen Geld oder Schokolade zustecken. Etwas Böses traut man ihnen eigentlich nicht wirklich zu. Doch ein Spieler der LippeBaskets hat da leider ganz andere Erfahrungen gemacht. So scheint es zumindest, wenn man seiner Geschichte Glauben schenkt, die er seinem Trainer Jan König als Ausrede, um nicht zum Training zu kommen, aufgetischt hat. Ihm sei eine Oma mit dem Einkaufswagen über den Fuß gefahren. Und der wäre jetzt verstaucht, schrieb der Spieler damals per Whatsapp. „Das war wirklich eine der lustigsten Absagen, über die man sehr gelacht hat“, erinnert sich König.

Der Gentleman

Was tut man(n) nicht alles für seine Liebste. Training sausen lassen, richtig. Die Partnerin, die man zum Beispiel ganz dringend vom Bahnhof abholen muss, kommt nicht nur bei Heitmann, ziemlich oft in den Ausreden seiner Spieler vor. Auch im Team von Mario Martinovic, Trainer von Eintracht Werne, wird gerne mal die Freundin besucht, bei der man aber plötzlich ein Nickerchen macht. Und dann auch noch das Training verpasst. Martinovics Meinung dazu ist klar: „Wenn ich jemanden besuche, schlafe ich dort doch nicht, oder?“

Die Dauer-Umzieher

Eine Ausrede seiner Spieler kann Eintracht Werne-Trainer Mario Martinovic eigentlich schon fast nicht mehr hören. „Ich muss beim Umzug helfen“, da klingelt es in seinen Ohren. Eigenartig wird es dann aber, wenn jemand aus seinem Team ziemlich oft mit dieser Absage kommt. „Da fragt man sich schon, wie oft die Familie umzieht.“ Dabei wäre Kisten und Möbel schleppen sicherlich auch ein gutes Ersatztraining. Martinovic reagiert auf solche Absagen ganz gelassen. „Ich muss das akzeptieren und wünsche ihnen einfach viel Spaß.“ Auch wenn er oft ein Auge zudrückt, will der Werner Trainer auch fair gegenüber dem ganzen Team sein. Falls solche Ausreden zum Dauerzustand werden, würde er auch mal Konsequenzen ziehen. Mit seiner Mannschaft hatte er eigentlich geklärt, dass die Jungs nicht nach Ausreden suchen müssen, sondern ehrlich sagen, wenn sie keine Lust haben. „Das ist immer noch ein Hobby und es sollte Spaß machen.“

Der Pumper

Ehrlich währt am längsten, heißt es so schön. Das hat ein Spieler der LippeBaskets sofort in die Tat umgesetzt, um beim Trainer für die angesetzte Laufeinheit abzusagen. „Ich war zu viel pumpen und habe jetzt Muskelkater in den Waden“, schrieb der Basketballer per Whatsapp. Und die Schmerzen schienen so groß zu sein, dass die Einheit im Wald in keinstem Fall zu bestreiten war. Er wird wohl daraus lernen, denn auch Fitnesstraining hat so seine Nachteile.

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