Die jungen Wilden des SV Herbern: Eine überragende Umbruchssaison

hzFussball-Rückblick

Der SV Herbern hatte ein Jahr des Umbruchs hinter sich. Zahlreiche Leistungsträger verließen den SVH vor der Saison. Viele hatten den Abstiegskampf erwartet. Am Ende kam es aber ganz anders.

Herbern

, 07.06.2019, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In unserem Fußball-Rückblick schauen wir auf alle Teams der abgelaufenen Saison aus Werne und Herbern.

SV Herbern (Landesliga, Platz 6, 43 Punkte, 12 Siege, 7 Unentschieden, 11 Niederlagen)

Spiel der Saison: Das ist beim SV Herbern einfach: Das Pokalfinale gegen den 1. FC Gievenbeck. Der 2:0-Erfolg im Kreispokalfinale glich schon einer Sensation. Gievenbeck ist zwar Oberliga-Absteiger, spielte aber trotzdem zwei Ligen höher als der SVH. Herbern zeigte eine kämpferische Leistung, gespickt mit spielerischem Können und sorgte so - passend zum 100-jährigen Jubiläum - für den ersten Kreispokal-Titel der Vereinshistorie.

Das Highlight der Saison: Herbern hat einen gravierenden Umbruch hinter sich. Gleich mehrere Leistungsträger verließen das Team vor der Saison. Ausgeglichen wurde das vor allem durch junge Spieler, die aus der Jugend oder den Reserveteams kamen. Am Ende hat es sich ausgezahlt. Platz sechs in der Liga, obwohl viele die Herberner als potenziellen Abstiegskandidaten sahen, und der Gewinn des Kreispokals Münster.

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Wendepunkt der Saison: Es sind gleich mehrere spektakuläre Spiele in der Saison der Herberner dabei, die für das nötige Selbstvertrauen gesorgt haben könnten. Zum Rückrundenstart schaffte der SVH nach 1:4-Rückstand noch ein 4:4 gegen Eintracht Ahaus. Gegen den BSV Roxel konnte man trotz zweimaligen Rückstands in der Rückrunde noch mit 3:2 gewinnen, doch das Kreispokal-Halbfinale wird den Herbernern bewiesen haben, was in dieser Spielzeit möglich ist. Nach 0:2-Rückstand zur Halbzeit schlug der SVH den Westfalenligisten TuS Hiltrup noch mit 4:2 und zog so in das Finale ein.

Bewegendster Moment der Saison: Der Tod von Raimund Wessling. Der langjährige Betreuer des SV Herbern verstarb einen Tag vor dem Spiel gegen den SV Dorsten-Hardt in der Rückrunde. Das war der Mannschaft und dem Verein an diesem Tag anzumerken. Viele Tränen sind geflossen und die Spieler taten sich schwer. Dabei wurde aber auch deutlich, wie groß der Zusammenhalt im Verein ist.

Das Lowlight der Saison: 0:6 gegen Kinderhaus verloren, 0:4 gegen Stadtlohn, 0:3 gegen Senden. Eine kurze Schwächephase hatte der SVH in der Hinrunde. Zwischenzeitlich gab es gleich vier Niederlagen am Stück zwischen Spieltag neun bis 12. Danach folgten aber drei Siege in Folge und das Team fing sich wieder.

Der Spieler der Saison: Whitson Ferreira dos Santos. Allein der Name des Brasilianers macht schon Lust auf Fußball. Der Brasilianer hat einen spektakulären Spielstil. Schnell mit Ball, viel am dribbeln, immer gut für den unerwarteten Geniestreich und einer grandiosen Schusstechnik. Das hat er desöfteren auch in dieser Saison bewiesen. Am Ende erzielte Whitson 19 Ligatore und war auch im Pokal erfolgreich. Besonders wichtig: Der 2:0-Siegtreffer im Pokalfinale gegen Gievenbeck.

Die Maschine der Saison: Oscar David Franco Cabrera. Was der Spanier abspulte war phänomenal. In seiner letzten Saison als Herberner war er die Schaltzentrale des SVH. Funktionierte Cabrera, funktionierte der SVH. Defensiv wie Offensiv. Cabrera erzielte sechs Tore und ließ sich auch nicht von Verletzungen zurückwerfen. Obwohl Cabrera angeschlagen war, spielte er das Kreispokalfinale 90 Minuten durch.

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Das sagt der Trainer: “Wir werden nach einem Umbruch Sechster - das ist doch überragend. Mit vielen jungen Spielern, die aus der Jugend hochkommen und aus der zweiten. Das Ziel war Nichtabstieg, alle hatten Angst und Bange nach den ganzen Abgängen und die Mannschaft hat allen Trotz gezeigt, hat eine Top-Saison gespielt. Wir haben uns fußballerisch sehr gut verkauft. Darauf kann man aufbauen und das machen wir auch für die neue Saison.“

Die Saison als Song: „Young, Wild and Free“ von Wiz Khalifa, Snoop Dogg und Bruno Mars. Ein Song, der Leichtigkeit versprüht. Leichtigkeit, die das junge Herberner Team auch immer wieder auf den Rasen gebracht hat.

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