Ein Flickenteppich ist für niemanden wünschenswert

hzMeinung

Ab Montag wird im Kreis Unna wieder ganz normal und mit Kontakt Fußball gespielt. Eine andere Ruhrgebietsstadt hat sich jetzt genau für den anderen Weg entschieden.

Werne

, 26.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Endlich, werden die meisten Fußballer aus dem Kreis Unna sagen. Ab Montag dürfen sie - nach zweiwöchiger Pause - wieder wie gewohnt trainieren und zu Pflichtspielen fahren. Auch ich freue mich darüber, dass wieder alle Mannschaften aus meinem Verbreitungsgebiet auf dem Platz stehen dürfen und ich spannende Spiele verfolgen kann. Aber ich habe trotzdem Bedenken.

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Denn seit der Kreis Unna den Kontaktsport verboten hat, ist der Inzidenzwert in den betroffenen Städten ja nicht gesunken. Die Zahlen gehen weiter in die Höhe. Dennoch hat sich der Kreis für eine Wiederaufnahme des Sports entschieden, weil es im Land „keinen Flickenteppich“ mit unterschiedlichen Entscheidungen geben soll.

Diesen Wunsch halte ich für absolut nachvollziehbar und auch sinnvoll - aber er wird an anderer Stelle missachtet. Denn während der Kreis Unna zum Kontaktsport zurückkehrt, macht die Stadt Bochum nun alles dicht und verbietet den Sport für seine Vereine.

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Mir ist absolut klar: Ich will nicht in der Haut der Entscheider stecken. Jede Entscheidung wird gut durchdacht sein und es wird auch Gründe dafür geben. Aber es ist mir wichtig, nochmal zu betonen, was LippeBaskets-Trainer Christoph Henke vor kurzem sagte: Die soziale Verantwortung sollte über der Lust am Spiel stehen. Auch ich will weiterhin spannende Fußballspiele sehen, bei denen gejubelt, mitgefiebert und getrauert werden kann. Aber definitiv nicht um jeden Preis. Wenn der Kontaktsport aus Expertensicht möglich ist, dann freue ich mich darüber. Aber dann bitte auch einheitlich und ohne den Flickenteppich, den wir aktuell haben.

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