Herberns Abwehrboss verzweifelt an seinen eigenen Mitspielern - trotz des Derbysiegs

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Der SV Herbern siegt im Kreispokal-Derby gegen den Werner SC. Der Abwehrchef der Herberner hatte dabei keine Stimme mehr und verzweifelte teils an seinen Mitspielern.

Werne

, 03.10.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Immer wieder schrie Michael Schulte seine Mitspieler an: „Nach vorne! Eine Höhe!“

Es liefen die letzten Minuten der Partie, Schulte stand wenige Meter vor seinen Kollegen auf eigener Linie, seine Abwehrkollegen zogen nicht nach, Schulte zog resigniert zurück und musste eine weitere vergebene Chance in vorderster Front beobachten.

„Macht einen rein, dann ist der Sack zu!“

„Wir müssen die Konter besser setzen, dann geht das ein, zwei Tore höher aus“, sagte er nach dem Spiel. Sein einziger Gedanke, wenn er seine Offensivkollegen vorne hat spielen sehen: „Macht einen rein, dann ist der Sack zu!“

Stattdessen vergab Herbern eine Chance nach der Nächsten in der Schlussphase der Partie, die mit dem 1:0 für Herbern den Einzug in die nächste Pokalrunde des Kreises Münster bedeutete. „Wenn du dann siehst, wie oft du dann vor dem Tor die Dinger hast. Manchmal ist es schade von hinten zu sehen.“

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Werne war in Unterzahl, wirkte körperlich erschöpft und Schulte ließ mit seinem Abwehrverbund, bestehend aus Philip Just und Julius Höring, kaum etwas zu und wurde dabei auch des Öfteren lauter.

In einer Szene rief ihm Herberns Co-Trainer Jens Kalpein etwas zu, Schulte entgegnete: „Ich bin hier schon fast heiser.“

Die Stimme war beinah weg. „Bei solchen Spielen ist es natürlich klar“, klärt er auf, „wir sind da am Schreien, wir sind am Erzählen, am Machen, am Tun. Wir haben das überragend über die Zeit gebracht.“

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Lob für die ebenfalls gut spielenden Höring und Just, die ebenfalls wenig zuließen, die sonst gefährlichen Konter des Werner SC im Keim ersticken ließen.

Doch einen Schockmoment hatte der Abwehrboss des SVH, der auch die Kapitänsbinde trug. In einer Situation Mitte der zweiten Halbzeit sah es so aus, als hätte er sich kurz vertreten, humpelte für einen kurzen Moment. Normal keine große Sache, doch bei Schulte schon.

Schulte gibt Entwarnung

Denn dieser hatte bereits einen Muskelriss im Oberschenkel und ein Wadenbeinbruch. Doch Schulte blieb stark und gab nach dem Spiel Entwarnung, feierte mit der Mannschaft den Derbyerfolg.

„Ich glaube, jeder Sieg ist wichtig“, sagte er nach dem Spiel und fügte an: „Beim Derby machts noch viel mehr Spaß. Jeder Einzelne hat da seinen Teil zu beigetragen, ob Betreuer oder Arzt. Das gibt uns viel Selbstvertrauen.“

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