Holger Möllers „übt“ für die Zeit nach der Trainerkarriere beim SV Herbern

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Das Derby gegen den Werner SC könnte für Holger Möllers das letzte Spiel als Trainer des SV Herbern gewesen sein. Für ihn beginnt nun ein Probelauf für die Zeit nach dem Fußball.

von Carl Brose

Herbern

, 17.03.2020, 14:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Knapp eine Woche ist es erst her, als sich noch 500 Zuschauer am Sportplatz des SV Herbern zum Derby gegen den Werner SC eingefunden haben. In der Nachspielzeit kassierten die Herberner den bitteren Ausgleichstreffer und trennten sich letztlich mit 1:1 von dem Lokalrivalen. Was damals noch nicht abzusehen war, nun aber immer realistischer erscheint: Womöglich war es das letzte Spiel von Holger Möllers auf der Trainerbank des SV Herbern.

Bereits im Januar kündigte der Verein an, dass Möllers sein Amt in der kommenden Sommerpause abgeben wird. Nun bedroht allerdings das Coronavirus die Fortsetzung der angelaufenen Landesliga-Saison. „Momentan fühlt es sich so an, als ob wir die Saison nicht zu Ende spielen“, sagt Möllers über die aktuelle Situation. Trotzdem mache sich bei ihm noch keine Wehmut bemerkbar. „Das kommt erst, wenn wirklich die Gewissheit da ist, dass es nicht mehr weitergeht. Noch will ich mit der Sache aber nicht abschließen“, so Möllers.

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Für ihn steht in den kommenden Wochen nun bereits ein Probelauf an, für die Zeit nach der Trainerkarriere. „Das ist jetzt auch sowas wie eine Gelegenheit zum Üben. Jetzt habe ich mal die Ruhe vom Fußball, die ich ursprünglich wollte, wenn auch unbeabsichtigt. Da kann ich sehen, wie mir das gefällt“, sagt der Trainer. Das Unentschieden im Derby sei natürlich nicht das optimale Abschiedsspiel gewesen.

Für Möllers stehen nun aber erstmal andere Dinge im Vordergrund: „Wenn es allen Leuten gesundheitlich gut geht und die Maßnahmen gegen das Virus greifen, kann ich gut damit leben, dass das Spiel gegen Werne das Letzte für mich war. Mein persönliches Empfinden muss ich da erstmal hinten anstellen. Der Fußball steht jetzt natürlich erstmal absolut im Hintergrund.“

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Zuletzt hatte Herbern eine starke Phase und ist durch acht Spiele ohne Niederlage an die Spitzengruppe der Landesliga ran gerückt. Sogar der Aufstieg wäre in den kommenden Spielen noch möglich gewesen. Angesichts eines drohenden Saisonabbruchs könnte das allerdings wertlos sein. „Eigentlich kann es in dieser Saison keine Aufsteiger oder Absteiger geben. Die Mannschaften haben aktuell gar nicht die gleiche Anzahl an Spielen.

Man sollte die Saison dann einfach zurücksetzen und alle Mannschaften wieder in der Landesliga antreten lassen“, so Möllers. Auch auf seine Spieler sieht er eine schwierige Phase zu kommen: „Alle müssen jetzt erstmal verkraften, dass der Fußball so sehr in den Hintergrund rückt, der sonst unsere Freizeit so bestimmt.“ Für Möllers nun aber auch eine Gelegenheit, sich auf die fußballfreie Zukunft einzustellen.

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