Die 2. Bundesliga geht wieder los. Am Sonntag steigt auch Aufsteiger Karlsruher SC ins Geschehen ein. Mit dabei ist der Werner Profi Marvin Pourié, der wieder auf Torejagd gehen will.

von Marcel Schürmann

Werne

, 26.07.2019, 20:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der 22-Tore-Mann des Karlsruher SC, Marvin Pourié, ist heiß auf die anstehende Zweitliga-Saison mit dem KSC. Im Interview mit Marcel Schürmann spricht der Werner Fußballprofi über sein bislang einziges Zweitliga-Tor aus der Saison 2009/2010, den Auftaktgegner Wehen Wiesbaden und die Ziele für die Saison - die des KSC sowie die eigenen.
Herr Pourié, am Dienstag konnten Sie nicht mit Ihrer Mannschaft trainieren. Daher zuallererst die Frage: Wie geht es Ihnen?

Schon wieder besser. Ich war Anfang der Woche leicht erkältet, deswegen hat es keinen Sinn gemacht, zu trainieren. Unsere medizinische Abteilung wollte nichts riskieren, daher musste ich eine kleine Pause hinlegen.

Am Mittwoch konnten Sie also wieder trainieren?

Ja. Alles wieder gut, ich bin auskuriert und am Sonntag startbereit.

Der Auftakt der 2. Bundesliga steht an, rechnen Sie mit einem Startelf-Einsatz gegen den SV Wehen Wiesbaden?

Ich gehe davon aus, aber am Ende entscheidet das der Trainer.

Sie treffen gleich auf Ihren Mitaufsteiger. An den dürften Sie keine allzu gute Erinnerungen haben, oder?

Wir hätten uns gut vorstellen können, direkt einen ganz dicken Brocken zu kriegen. Dass wir direkt zum Auftakt gegen Wehen spielen, ist aber auch eine Hausnummer. Wir kennen sie gut, klar. Sie waren letzte Saison mit eine der spielstärksten Mannschaften in der 3. Liga, haben die meisten Tore geschossen. Wir haben zweimal gegen sie den Kürzeren gezogen. Das wird uns am Sonntag aber nicht passieren.

Ihr Gegner hat sich in diesem Sommer wirklich gut verstärkt...

Soweit ich das mitbekommen habe, haben sie sich zwei, drei etablierte Spieler geholt - zum Beispiel den Innenverteidiger Benedikt Röcker. Den kenne ich auch ganz gut aus meiner Zeit in Dänemark, da haben wir das eine oder andere Mal gegeneinander gespielt. Gut möglich, dass wir auch am Sonntag wieder aufeinander treffen.

Vor zehn Jahren haben Sie erstmals in Liga zwei gespielt. Einen Treffer haben Sie dabei auch schon vorzuweisen. Haben Sie da noch Erinnerungen dran?

Ich war damals beim TuS Koblenz. Mein erstes Tor habe ich glaube ich gegen St. Pauli geschossen, auswärts, am Millerntor. Das war natürlich etwas ganz Besonderes für mich.

Im vergangenen Jahr hätte es ja schon beinahe geklappt mit dem Aufstieg. Damals scheiterte der KSC in der Relegation. Wie froh sind Sie, dass Sie dieses Mal die Relegation umgehen konnten?

Es war schon eine ziemlich blamable Leistung gegen Aue in der Relegation letztes Jahr. Aber wir trauern der Vergangenheit nicht mehr hinterher, wir bejubeln sie. In der abgelaufenen Saison haben wir nämlich gemerkt, dass wir uns das nicht mehr nehmen lassen. Am Ende waren wir alle überglücklich. Der Aufstieg ist wunderschön. Für mich war es natürlich besonders schön, in der Nähe meiner Heimat Werne - in Münster bei Preußen - aufgestiegen zu sein.

Was haben Sie mit dem KSC in dieser Saison vor? Und was sind Ihre persönlichen Ziele?

Das wichtigste wird sein, den Klassenerhalt zu schaffen. Ich bin ziemlich positiv gestimmt und gehe davon aus, dass wir das packen. Alles andere werden wir sehen, es wird eine lange Saison. Ich persönlich möchte den nächsten Schritt machen, das letzte Drittliga-Jahr wiederholen und erfolgreich spielen. Ich denke, da habe ich auch die Qualität für.

Jedes Jahr hört man ja immer: Das ist die stärkste 2. Liga aller Zeiten. Ist das in diesem Jahr wirklich zutreffend?

Ja. Es ist sicherlich mit Abstand die interessanteste 2. Liga, die wir je hatten. Es gibt schöne Derbys, die ausgefochten werden. Auf uns warten einige interessante Begegnungen, einige können wir bestimmt auch auf Augenhöhe bestreiten. Ich persönlich freue mich auf jedes einzelne Duell - ob nun gegen Hamburg, Stuttgart, Nürnberg oder Sandhausen. Wir sollten es genießen. Es ist definitiv eine Ehre, 2. Liga zu spielen.

Das klingt als verspüren Sie ordentlich Vorfreude. Ihren Namen werden wir auf der Transferliste in diesem Sommer also nicht mehr sehen, oder?

Im Fußball kann alles passieren. Bis zum 31. August ist das Transferfenster auf. Ich habe aber noch einen Jahr Vertrag und bin momentan in Verhandlungen bezüglich einer Verlängerung mit dem Klub. Man muss schauen, was passiert und wie groß die Wertschätzung mir gegenüber ist.

Es wäre also auch Ihr Wunsch, beim KSC zu verlängern?

Mein Wunsch ist es erstmal, mich auf das Spiel gegen Wehen zu konzentrieren. Alles andere blende ich aus. Ich kann nur sagen, meine Familie fühlt sich sehr wohl in Karlsruhe. Ich auch. Wir werden hier gemocht und man sieht uns gerne. Das ist wirklich ein hart erarbeitetes Standing. Warum sollte ich das aufgeben?

Am Sonntag sind Sie nach dem Wehen-Auswärtsspiel in einer Sportsendung im SWR zu sehen. Sind Sie dann das erste Mal in einer TV-Sendung zu Gast? Und sind Sie da auch aufgeregt?

Ich bin das erste Mal in einer Live-Sendung, ja. Aber aufgeregt eigentlich gar nicht. Für mich ist es eine Ehre. Unser Pressesprecher hat gesagt, dass seit drei Jahren niemand mehr vom KSC da war. Daher ist es für den Verein und mich etwas ganz Besonderen. Es ist wichtig, dass man sich und den Verein mit Respekt repräsentiert. Ich habe mittlerweile aber so viele Profijahre auf dem Buckel - ob in Dänemark, oder Belgien. Da machen mich Interviews nicht mehr nervös, egal ob auf Deutsch oder Englisch. Artikulieren konnte ich mich schon immer.

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