Monatssperre von Serkan Adas läuft trotz Unterbrechung weiter

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Ganze sechs Monate Sperre hat Eintracht Wernes Serkan Adas für sein Spucken gegen die IG Bönen vom Verband bekommen. Doch die Sperre verläuft anders als bei den neuen Spielsperren.

Werne

, 24.10.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Monatelang muss Eintracht Werne auf Serkan Adas verzichten. Im Kreispokal-Halbfinale hat er seinem Gegenspieler 15 Minuten vor Schluss ins Gesicht gespuckt. Für sechs Monate hat ihn der Verband daher gesperrt. Doch anders als bei den Spielsperren hat Adas einen kleinen Vorteil.

Denn seit dieser Saison gibt es keine Wochen-, sondern Spielsperren. Der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) will damit dem Aussitzen von Sperren entgegenwirken. Also solche Taktiken, wie sich vor einem spielfreien Wochenende die Fünfte Gelbe Karte holen, ist nicht mehr drin. Anders sieht es bei den Monatssperren aus.

Wie der WDFV auf Anfrage bestätigte, laufen die nämlich weiter - auch bei einer Saisonunterbrechung aufgrund der Corona-Pandemie. Somit hat die zweiwöchige Corona-Pause auch einen kleinen Vorteil für die Eintracht. Aber nicht nur für Adas, wie Trainer Mario Martinovic bestätigt: „Das ist nicht nur bei Serkan der Fall. Beim letzten Spiel hatten wir nur einen Auswechselspieler auf der Bank, einige hatten Muskelverletzungen. Das ist nun auskuriert. In der Hinsicht kam uns das schon entgegen“, so Martinovic. Somit sei man nun wieder bereit, am Montag nochmal zu trainieren, bevor am Dienstag das Pokalspiel gegen den TuS Lohauserholz ansteht.

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Auch knappe zwei Monate nach der Verkündung der Sperre für Serkan Adas ist für Martinovic die Sache noch nicht gegessen. „Es gab schon mehrere Situationen nach seinem Fall, wo es für Spucken kleinere Sperren gab, bis hoch in die Bundesliga. Und wir sind auch noch die Doofen, die das zugeben“, bemängelt der Eintracht-Trainer. Damit will er nicht die Aktion seines Schützlings gut heißen, im Gegenteil. „Dafür haben wir ihn drei Wochen suspendiert, damit er da mal drüber nachdenkt. Er hat ja nicht nur sich geschadet, sondern dem ganzen Team. Der Gegner hat sich mega gequält gegen uns, da wäre noch was drin gewesen“, sagt Martinovic.

„Kopfnuss vom Feinsten“

Dennoch findet Mario Martinovic die sechsmonatige Sperre zu hart. „Es gab ja noch eine zweite Rote Karte für eine Kopfnuss, da hat der Spieler nur fünf Spiele bekommen. Angeblich hätten die ja nur Kopf-an-Kopf gestanden, aber ich stand drei Meter daneben. Das war eine Kopfnuss vom Feinsten“, erklärt er. Dementsprechend wird der Verein auch nach drei Monaten Einspruch einlegen. Der Verband hatte Eintracht Werne zugesagt, dass nach dieser Zeit der Fall nochmal verhandelt werden könne. Die übrigen drei Monate Sperre würden für Serkan Adas dann zur Bewährung ausgesetzt.

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„Ich glaube, dass Serkan aus der Sache gelernt hat“, meint Martinovic. Und fügt an: „Ich hoffe, dass ich nun einen besseren Serkan Adas zur Verfügung habe.“

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