SV Herberns Philip Just: Im Herzen Innenverteidiger, auf dem Rücken Stürmer

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Normalerweise ist Philip Just für die Abwehrarbeit zuständig. Gegen den BSV Roxel machte der baumlange Innenverteidiger des SV Herbern mit einem Tor seiner Rückennummer alle Ehre.

Herbern

, 07.10.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Normalerweise streiten sich die Spieler bei der Nummernvergabe immer um die Neun. Jeder Stürmer, der etwas auf sich hält, möchte die ruhmreiche Trikotnummer zu neuem Glanz in seiner Mannschaft führen. Anders beim SV Herbern. Dort trägt sie ein Innenverteidiger auf dem Trikot – Tore macht er trotzdem.

„Das war ein Zufall“, sagt Philip Just. „Die Nummer hat für mich keine Bedeutung.“ Nachdem der brasilianische Stürmer Whitson den Landesligisten vor der Saison verließ, war die Neun frei. „Die steht bei mir aber nicht in Zusammenhang mit der Torgefährlichkeit.“

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Am Sonntag machte Just seiner Rückennummer aber alle Ehre. Beim 3:0-Erfolg gegen den BSV Roxel traf der 20-Jährige zum zwischenzeitlichen 2:0. Wie soll es bei einer Körpergröße von 1,97 Metern auch anders sein - per Kopf. Nach einer kurzen Eckenvariante kam die Flanke. Just nickte in der 22. Minute ein.

„Wenn man als Innenverteidiger vorne ist, möchte man auch ein Tor machen. Darauf sollte sich aber keiner einstellen.“ Durch seine Größe sei er vorne und hinten gefragt. Auf die Frage, ob er sich freue, antwortet er mit einer Fußballer-Floskel.

Just gelang sein letzter Treffer vor einem Jahr

„Ich freue mich, dem Team weiterzuhelfen“, sagt er. Schiebt dann aber nach: „Ich würde lügen, wenn es für mich nicht etwas Besonderes ist.“ So oft hat Just auch noch kein Tor gemacht. Seinen letzten Treffer erzielte der Innenverteidiger im ersten Heimspiel nach seiner Rückkehr nach Herbern 2019/20.

Im Seniorenbereich habe er noch nicht so oft getroffen. Anders sah das in der A-Jugend aus. Das sei allerdings auch in der Kreisliga A gewesen. „Meistens bin ich aber auch auf der anderen Seite des Feldes.“

Normalerweise ist Philip Just (r.) auf dem Platz eher für die Verteidigung da.

Normalerweise ist Philip Just (r.) auf dem Platz eher für die Verteidigung da. © Jürgen Weitzel

Insgesamt sei der Sonntag ein gelungener Tag gewesen – persönlich und für das Team. „Wir können zufrieden sein. Wir haben gegen eine spielerisch starke Mannschaft souverän gewonnen. Die wird in ein, zwei Monaten auch wieder weiter oben stehen.“

Just sieht die Qualität, sich oben festzusetzen

Im Moment liegt Herbern nach fünf Spielen auf dem vierten Tabellenplatz. Neun Plätze vor Roxel, die in der vergangenen Saison noch im oberen Tabellendrittel landeten. Dort hofft Just auch, mit seiner Mannschaft die Spielzeit zu beenden – egal wie lange sie geht.

„Keiner weiß, wie lange die Saison geht und wie sie gewertet wird. Wir haben auf jeden Fall die Qualität, uns oben festzusetzen, aber die Konkurrenz schläft nicht.“

Vielleicht helfen dabei aber noch mehr Tore des Innenverteidigers mit der Stürmernummer.

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