Sascha Hilmer und Heinz Meinke von Eintracht Werne engagieren sich seit der Gründung für den Verein. Beide stehen für ganz unterschiedliche Generationen des Ehrenamts und doch eint sie etwas.

Werne

, 10.11.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 13 Jahren gibt es den Verein Eintracht Werne in dieser Form. 2007 fusionierten der VfL Werne und die BSG Rother miteinander. Zwei, die von Anfang an dabei waren, sind Sascha Hilmer und Heinz Meinke.

Ehrenamts-Serie

Die Guten seelen der heimischen vereine

Ob Vorsitzender, Bratwurst-Verkäufer oder Platzwart: Das Ehrenamt ist im Amateursport nicht mehr wegzudenken. In unserer Ehrenamts-Serie stellen wir die guten Seelen der heimischen Vereine vor.

„Als bei der Fusion ein neuer Geschäftsführer gesucht wurde, fiel mein Name und das Damokles-Schwert auf mich“, sagt Hilmer. In der Jugend spielte der 40-Jährige Fußball in Südkirchen, woher er auch kommt. Später folgte der Wechsel zu den Sportfreunden Werne. 2001 ging es weiter zum VfL Werne.

„Schon als Spieler wurde mir da bewusst, dass ich im Bereich Vorstand tätig sein möchte“, sagt Hilmer. Nachdem er 2006 einen Kreuzbandriss erlitt, hörte der Eintracht-Geschäftsführer mit dem Spielen auf. „Irgendwann ist man in einem gewissen Alter, wo man fußballerisch keine Bäume mehr ausreißen kann.“

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Nach der aktiven Karriere war Hilmer erst Trainer, wechselte aber bald auf die geschäftliche Ebene. Erst als zweiter Kassierer, dann zweiter Geschäftsführer beim VfL. Jetzt ist er Geschäftsführer von Eintracht Werne und hat ehrgeizige Ziele mit dem noch jungen Verein.

Eintracht Werne bekommt einen neuen Kunstrasenplatz

„Ich möchte die Eintracht nicht nur im Kreis Hamm/Unna, sondern auch in der Sportlandschaft Werne bekannt machen.“ Gelingen soll das durch den Neubau eines Kunstrasenplatzes und der Kooperation mit Kindertagesstätten.

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Hilmer ist dabei einer, der nicht nur redet, sondern dem auch Taten folgen lässt. „Reden kann jeder.“ Die Begeisterung für die Vorstandsarbeit liegt in der Familie. Schon sein Vater war in führender Position beim Leichtathletik-Verein DJK SuS Brambauer aktiv.

Das Ehrenamt sei für den Selbstständigen aber manchmal zeitlich sehr fordernd. „Es gibt auch Zeiten, da denkt man: Meine Güte. Ich bin wieder nur am Platz.“ Deswegen sei er seiner Frau dankbar, die mit Murren akzeptieren würde, wenn Hilmer viel Zeit auf der Anlage der Evenkämper verbringt.

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Mehr Jahre als Hilmer alt ist, hat Heinz Meinke am Evenkamp verbracht. Seit 1969 wohnt er in der Nähe. Ein Jahr zuvor trat er der BSG Rother bei. Seit der Fusion mit dem VfL Werne ist der 75-Jährige Vorsitzender des Ältestenrats von Eintracht Werne.

Geschäftsführer Hilmer sagt über ihn: „Er hat ein Ohr für alle. Wenn wir jemanden brauchen, steht er Gewehr bei Fuß. Ich möchte die Arbeit mit ihm nicht missen.“

Heinz Meinke kümmert sich um alles bei der Eintracht

Der Ur-Werner ist wie Hilmer jemand, der anpackt. Die Turngruppe braucht neue Bälle oder Trikots? Meinke macht‘s. Das Planen der Spendenaktion „Ein Herz für die Eintracht“? Meinke ist dabei. Um Bandenwerbung kümmern? Klar kann Meinke auch das.

„Ich bin hautnah beim Verein. Fast jeden Sonntag am Platz, auch viel auswärts. Ich bin voll im Vereinsleben integriert. Es macht mir Spaß, im Verein so integriert zu sein und anerkannt zu werden. Ich kenne hier den Jupp und Franz. Hier fühlen sich alle wohl. Es ist familiär.“

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Mit knapp 300 Mitgliedern sei Eintracht Werne relativ klein. Trotzdem komme das Ehrenamt in der Kapazität manchmal an seine Grenzen, so Geschäftsführer Hilmer. „Das Ehrenamt ist nicht verpönt, aber manche wissen es nicht zu schätzen.“

Auch Meinke hat eine Veränderung bei der ehrenamtlichen Vereinsarbeit wahrgenommen. „Heute muss man länger fragen. Die jungen Leute haben eine andere Vorstellung davon.“ Den Schlüssel für mehr Vereinsarbeit sieht er in der Jugend. „Wenn es keine Jugend gibt, gibt es keine erste Mannschaft.“ Über die Jugendabteilung müssten die Kinder schon an den Verein gebunden werden.

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Die Vereinsbindung ist beim Ältestenrats-Vorsitzenden besonders ausgeprägt. Beruflich verbrachte Meinke mit seiner Frau 17 Jahre auf Java in Indonesien. „Wenn ich vier-, fünfmal im Jahr auf Heimaturlaub war, war ich immer als erstes auf dem Platz.“

Nach seiner dauerhaften Rückkehr stieg Meinke direkt wieder in die Vereinsarbeit ein. Wie lange er noch vorhat? Lange. „Der einfachste Sport ist von der Seitenlinie“, sagt er und lacht. „Meckern kann man immer.“

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