Statt eines Elfmeters gab es den Krankenwagen für Tim Flüß vom SV Stockum

hzSV Stockum

Wenn sogar die Freundin auf das Spielfeld rennt, muss etwas passiert sein. Für Stockums Tim Flüß hätte es am Sonntag einen Elfmeter geben müssen - stattdessen ging es ins Krankenhaus.

von David Döring, Marcel Schürmann

Stockum

, 23.09.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Tim Flüß schien frustriert gewesen zu sein. Der VfL Mark führte mit 3:0 im A-Ligaspiel gegen den SV Stockum. Stockum wollte nach vorne hin nicht viel gelingen. Flüß schaltete in einer Aktion komplett ab, ging dem Ball und dem Gegner nicht mehr hinterher. Flüß winkte ab, bekam dafür den Anpfiff von Youness Rissane. Und dieser hatte wohl gesessen bei Flüß.

Fünf Minuten vor Spielende, Stockum hatte den 1:3-Anschlusstreffer durch Hamza Laoudi (80.) schon erzielt, bekam Flüß den Ball auf der rechten Seite durchgesteckt. Flüß dribbelt den ersten Gegenspieler aus, zieht in den Strafraum. Auch den zweiten Verteidiger lässt er mühelos stehen. Von außen ruft sein Trainer Zakaria Slimani schon rein: „Schieß! Schieß doch endlich!“ Doch Flüß ging auch noch in das direkte Duell mit VfL-Keeper Maximilian Weltermann.

Freundin rennt zu Flüß auf den Platz

Flüß legt sich den Ball in die Mitte, will den Torwart umkurven. Weltermann setzt zur Scheren-Grätsche an. Weltermann trifft den Ball, aber auch deutlich Tim Flüß am Knöchel. „Klarer Elfmeter“, dachten sich alle Stockumer Beteiligten. Der Schiedsrichter sah das anders. Das Spiel lief weiter, Tim Flüß blieb liegen. Als das Spiel nach wenigen Sekunden unterbrochen wurde, durfte Flüß behandelt werden. Die erste Person, die auf dem Platz bei ihm war und sich um ihn kümmerte: seine eigene Freundin.

Statt eines Elfmeters gab es den Krankenwagen für Tim Flüß vom SV Stockum

Die Freundin von Tim Flüß war mit Zakaria Slimani als erstes beim Verletzten Flüß. © David Döring

Sie kümmerte sich um ihren Freund. Schnell kam auch Trainer Zakaria Slimani dazu. Dann auch noch Stockum-Geschäftsführer Yassine Najih und der Sportliche Leiter Tobias Klein. Es wurde voll im VfL-Strafraum. Irgendwann trugen sie Flüß gemeinsam vom Feld, riefen einen Krankenwagen. Mit diesem ging es für Flüß ins St. Christophorus-Krankenhaus nach Werne. Die erste Schnelldiagnose an der Boymerstraße: Bänder durch, Flüß konnte selbst kaum laufen und sich auf beiden Füßen halten.

Den Elfmeter gab es für Stockum dennoch nicht. Bei noch knapp fünf Minuten auf der Uhr hätte dieser das Spiel womöglich noch mal spannend gemacht. So blieb es aber beim 3:1 für den VfL Mark. Aufgeregt diskutierte Slimani nach Spielschluss darüber noch mit dem Schiedsrichter, doch es half nicht. Dieser hatte die Szene anders bewertet und deshalb keinen Elfmeter gepfiffen.

Statt eines Elfmeters gab es den Krankenwagen für Tim Flüß vom SV Stockum

Aufgeregt diskutierte Zakaria Slimani noch mit dem Schiedsrichter. Es half aber nichts. © David Döring

Bereits am Sonntagabend konnte Flüß das Krankenhaus wieder verlassen. Für Montagnachmittag stand dann in einer Nachuntersuchung ein MRT-Termin an, dessen Ergebnisse nach Redaktionsschluss noch nicht feststanden. „Die Bänder sind wohl nur angerissen und vom Knöchel ist etwas abgesplittert“, berichtete Najih am Montagnachmittag auf Nachfrage. Ob Flüß operiert werden müsse, oder die Verletzung konservativ behandelt wird, stünde laut dem Geschäftsführer noch nicht fest. Besonders ärgerlich sei die Verletzung aber, „da Tim schon vorbelastet ist“, so Najih weiter. „Er hatte an gleicher Stelle schon mal eine Verletzung.“ Fest steht: Flüß wird seinen Mitspielern in den kommenden Wochen nicht zur Verfügung stehen.

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