„Wir können nicht Restaurants schließen und sitzen mit 18 Mann in der Kabine“

hzFußball: Landesliga 4

Überall wurde es erwartet, jetzt ist es real: Ab sofort findet kein Amateursport mehr statt. Der SV Herbern und der Werner SC kommen aus unterschiedlichen Ausgangslagen - haben aber eine ähnliche Meinung.

Werne, Herbern

, 29.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist alles aus - zumindest für den November. So lange hat die Regierung einen Sport-Lockdown verhängt. Dem kompletten Amateursport ist damit vorerst ein Riegel vorgeschoben - auch den beiden erfolgreichsten heimischen Fußballteams, dem SV Herbern und dem Werner SC.

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Doch die Landesligisten kommen aus sehr unterschiedlichen Ausgangslagen. Der SV Herbern hat in den vergangenen Wochen noch normal gespielt und trainiert. Lediglich die Partie am Sonntag gegen den SC Altenrheine wurde wegen eines Coronafalls beim Gegner abgesagt.

Der SV Herbern ist „aktuell absolut in der Findungsphase

Dementsprechend stehen Trainer Benjamin Siegert und sein Team vor einer neuen Situation. „Wir sind aktuell absolut in der Findungsphase. Jetzt müssen wir uns erstmal einen Schlachtplan überlegen“, erklärt er. Schließlich müsse man darauf vorbereitet sein, wenn es im Dezember wirklich weitergehen sollte. „Dafür wollen wir den Jungs einen guten Plan mitgeben.“

Auch die Maske hilft nicht: Benjamin Siegert und der SV Herbern befinden sich im Sport-Lockdown.

Auch die Maske hilft nicht: Benjamin Siegert und der SV Herbern befinden sich im Sport-Lockdown. © Jura Weitzel

Dass es für die Herberner keine einfache Situation ist, daraus macht auch Benjamin Siegert keinen Hehl. Aber er sagt auch: „Bei uns geht es ja nicht um die Existenz. Wir sind natürlich enttäuscht und würden am liebsten weiterhin spielen, aber es trifft andere doch eigentlich viel härter als uns. Für uns ist es jetzt insgesamt okay, weil jeder weiß, worum es geht. Es geht um Rücksichtnahme - von allen.“

Werner SC kommt gerade erst aus dem Lockdown

In eine ähnliche Richtung gehen auch die Aussagen von Lars Müller, dem Trainer des Werner SC. „Wenn es so entschieden wird, glaube ich nicht, dass wir in der Position sind, uns dagegen zu sträuben“, sagt er. „Du kannst nicht Restaurants schließen und wir sitzen gleichzeitig mit 18 Mann in der Kabine. Das funktioniert einfach nicht.“

Dabei kommt der Werner SC gerade erst aus einer Lockdown-Phase. Zwei Wochen hatte der Kreis Unna bereits den Trainings- und Spielbetrieb unterbrochen, erst am Montag durfte der Landesligist wieder trainieren. Nach nur einer Trainingseinheit am Dienstag ist wieder Schluss. „Es war eine gute Einheit“, sagt Lars Müller und lacht.

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Dann wird er aber wieder ernst. „Die Jungs haben ja schon eine zweiwöchige Testphase gehabt und gesehen, wie sie sich fit halten können“, sagt er. „Das sah am Dienstag schon alles ganz gut aus. So müssen sie es jetzt auch im November durchziehen.“

Die Einheit am Dienstag gefiel ihm trotzdem gut. „Es war ein bisschen wie ein Leistungsüberblick“, erklärt Lars Müller. „Wir haben uns einmal getroffen, um zu schauen, wie weit jeder ist. Jetzt schicken wir alle wieder in den Urlaub - und hoffen, dass es möglichst bald wieder weitergehen kann.“

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