Sie haben bisher alle Landesliga-Derby zwischen dem Werner SC und SV Herbern mitbekommen: Jussef Saado und Dominick Lünemann. Und gerade bei Saado spielt auch immer seine Vergangenheit mit.

Werne, Herbern

, 03.09.2019, 16:52 Uhr / Lesedauer: 3 min

Egal, ob Dominick Lünemann beim SV Herbern oder Jussef Saado beim Werner SC: Beide Landesliga-Fußballer sind Identifikationsfiguren in ihrem Verein. Treffen die beiden im Derby am Samstag (16 Uhr, Im Lindert, Werne) aufeinander, spielt bei Saado auch seine Zeit beim SVH mit. Im Doppel-Interview reden Lünemann und Saado über Favoritenrollen, Whatsapp-Nachrichten und Tipps.

Herberns Trainer Holger Möllers sagt: „In diesem Derby gibt es keinen Favoriten.“ Stimmt das?

Lünemann: Da muss ich Holger zustimmen. Das hat halt Pokalcharakter. Zumal das am Samstagnachmittag ist. Das ist schon ein bisschen wie im Pokal.

Saado: Schöne Frage, schwer zu sagen. Das Derby hat ja seine eigenen Regeln, genau wie Pokalspiele. Aber man sieht ja auch, dass die Tagesform an solchen Tagen entscheidend ist. Im Moment bin ich der Meinung, dass alles für uns spricht. Aber wirklich einen Favoriten kann ich nicht nennen.

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Auf wen würdet Ihr euch denn jetzt gerade festlegen?

Lünemann: Nee, da nenne ich keinen. Man sieht an den Ergebnissen, dass Werne in Topform ist. Aber wir müssen uns nicht verstecken. Ich gehe davon aus, dass es ein offenes Spiel geben wird.

Saado: Nee, festlegen will ich mich nicht. (lacht)

Die Statistik spricht mit zwei Siegen und zwei Unentschieden aber eher für den SV Herbern…

Lünemann: Was soll ich dazu sagen...? (lacht) Aber trotzdem - es kann alles passieren.

Saado: Deshalb, wenn es danach geht, ist es schwer zu sagen, wer Favorit ist. Wäre die Statistik eher positiv für uns, hätte ich gesagt, dass wir Favorit sind. Aber das wird eine schwere Geschichte. Also Favorit sind wir auf jeden Fall nicht.

Ändert der momentane Lauf des Werner SC mit vier Siegen in vier Spielen etwas an der Derby-Stimmung?

Lünemann: Das hat unsere Stimmung insoweit beeinflusst, dass wir jetzt noch motivierter sind. Man merkt schon immer eine Woche vorher, dass das Derby ansteht. Wir geben in den Einheiten am Donnerstag und Freitag nochmal Vollgas, um Feuer reinzubringen.

Saado: Da haben wir natürlich drauf hingearbeitet. Wir haben nach dem dritten Sieg gesagt, dass wir mit vier Siegen ins Derby gehen wollen und dann haben wir Vollgas gegeben. Wir sind da scharf drauf. Ich bin mal ehrlich, wir reden da nicht erst seit gestern drüber, wir hatten das immer schon im Hinterkopf. Die Stimmung ist in der Mannschaft jetzt natürlich überragend.

Dominick, wie hat die Mannschaft das 7:0 der Werner aufgenommen?

Lünemann: Wir haben das Recht still zur Kenntnis genommen. Wir haben natürlich Respekt vor so einer Leistung, muss man auch erstmal schaffen. Aber ich kann das auch nicht bewerten, da wir bislang weder gegen Werne noch Senden gespielt haben.

Unterhält man sich eigentlich vor dem Spiel? Schickt Ihr Euch zum Beispiel Whatsapp-Nachrichten?

Lünemann: Wir haben alle ein freundschaftliches Verhältnis, mit Mondrian Runde mache ich auch privat noch was. Auch Yannik Prinz kenne ich von früher. Wir gehen respektvoll miteinander um. Während der 90 Minuten sind wir dann aber keine Freunde mehr. Danach ist wieder alles vergessen.

Saado: Puh, ich kenne die alle eigentlich gar nicht mehr, die sind ja noch jung. Aber natürlich kenne ich noch den Vorstand und ein paar Leute drum herum. Man weiß sich zu schätzen und grüßt sich mal.

Jussef, Du hast früher bei Herbern gespielt. Pusht das noch mal zusätzlich oder ist das schon zu lange her?*

Saado: Das pusht mich auf jeden Fall. Ganz Herbern kennt mich, ich kenne auch noch einige Leute. Es spielt auf jeden Fall eine Rolle. Außerdem bin ich auch als Spielertyp anders als andere. Ich ecke manchmal an und will Spaß beim Spielen haben. Und den hat man nun mal am meisten, wenn man gewinnt.

Welchen Stellenwert nimmt so ein Derby ein in einer Saison?

Lünemann: Du freust dich natürlich auf so ein Spiel. Verstehe auch nicht ganz, wie das einem egal sein kann. Für genau solche Spiele reißt du dir in der Vorbereitung „den Arsch auf“. Man muss aber dazusagen: Es gibt auch nur drei Punkte. Verlieren ist da kein Weltuntergang, aber man möchte natürlich gewinnen.

Saado: Letztendlich ist es ein Spiel wie jedes andere. Ich bin auch der Meinung, dass das Spiel mehr ein Derby für uns ist als für andere. Da spielt ja kaum noch jemand aus Herbern, die kommen ja fast alle aus Hamm. Wir kommen wirklich aus Werne, spielen in Werne.

Euren Favoriten habt ihr jetzt schon genannt. Was tippt ihr denn als Ergebnis?

Lünemann: Nee. Kann ich nicht, weiß ich auch nicht. Es kann in alle Richtungen gehen. Das hat man ja beim ersten Derby gesehen. Wir haben 2:0 geführt und am Ende 2:2 gespielt.

Saado: Ich würde gerne tippen, aber dann kommen hinterher von Holger Möllers wieder Sprüche. Das motiviert die Herberner wahrscheinlich noch. Da lasse ich das lieber. (lacht)

(Anm. der Red.: Saado spielte von Saison 2008/09 bis 2012/13 für den SV Herbern)

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