Werner SC siegt, Lars Müller fliegt: Saisonabschluss glückt dem WSC in Hamm

Werner SC

Die Fußballer des Werner SC haben sich mit einem 2:1-Sieg in Bockum-Hövel in die Sommerpause verabschiedet. WSC-Trainer Lars Müller musste das Spielende hinter der Bande verfolgen.

von Marcel Schürmann

Hamm

, 26.05.2019, 21:37 Uhr / Lesedauer: 3 min
Werner SC siegt, Lars Müller fliegt: Saisonabschluss glückt dem WSC in Hamm

Nico Holtmann (l.) und der Werner SC haben ihr letztes Meisterschaftsspiel gegen David Schmidts SG Bockum-Hövel mit 2:1 gewonnen.. © Marcel schürmann

Es lief die 73. Spielminute. Der Werner SC hat gerade die perfekte Antwort auf Bockum-Hövels zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer geliefert. Nach schönem Zusammenspiel der kurz zuvor eingewechselten Mondrian Runde und Jannik Prinz, drückte Letzterer den Ball im Liegen über die Linie – das 2:1 für die Gäste. Ein Treffer, der dem WSC eigentlich Sicherheit und Ruhe in der Schlussphase geben sollte. Wegen eines Spruchs eines Werne-Spielers ging der Schuss aber nach hinten los: Dominik Hennes sah Gelb, Lars Müller musste hinter die Bande.

Landesliga 4,

SG Bockum-Hövel - Werner SC

1:2 (0:0)

Was war passiert? Wenige Minuten zuvor hatte Schiedsrichter Durica Dzijan das zweite Mal zugunsten der Gastgeber auf Elfmeter entschieden. Zwei knifflige Entscheidungen. Gab es den ersten Strafstoß am Ende von Durchgang eins wegen eines Foulspiels von Marvin Stöver, zeigte Dzijan in der 70. Minute wegen eines Handspiels von Niklas Link auf den Punkt. Bockum-Hövels Semir Burnic verwandelte mit einem Schuss in den linken Winkel zum 1:1 – Bockum-Hövels Spielführer Mike Kaczor, der in seiner letzten Partie in seiner Spielerkarriere erstmals die Kapitänsbinde trug und erstmals einen Strafstoß treten durfte, scheiterte in der 44. Minute kläglich.

Müller hinter die Bande

Nach der erneuten Werner Führung drei Minuten später durch Prinz rief Hennes zu seinen Mitspielern: „Kommt Jungs. Lasst uns das dritte Tor nachlegen, bevor es noch einen Elfmeter gibt.“ Schiedsrichter Dzijan hörte in dieser Ansage eine Spitze gegen sich heraus und zeigte Hennes für seine Worte die Gelbe Karte.

Damit wiederum wollte sich WSC-Coach Lars Müller nicht so einfach abfinden. „Nach unserem Tor ruft Hennes halt, dass wir noch eins machen müssen, bevor der Schiri wieder Elfmeter gibt. Dafür hat er dann Gelb gekriegt, und ich fand, das war nichts gegen den Schiedsrichter, sondern eine ganz normale Aktion für unsere Truppe. Da waren der Schiedsrichter und ich nicht einer Meinung. Ich habe aber nichts Böses zu ihm gesagt“, sagte Müller nach dem Spiel. Dzijan blieb sich und seiner strengen Linie treu und verwies den Ex-Profi hinter die Bande. Joel Simon, der ab der kommenden Saison fester Co-Trainer in Werne sein wird, nahm kurzerhand das Heft des Handelns in die Hand.

Im weiteren Spielverlauf sollte aber nichts Dramatisches mehr passieren. Der WSC hatte noch ein paar gute Aktionen, vor allem die Joker Runde und Prinz belebten nach ihren Einwechslungen das Werner Angriffsspiel, das im ersten Durchgang beinahe komplett abgemeldet war.

Werner SC siegt, Lars Müller fliegt: Saisonabschluss glückt dem WSC in Hamm

WSC-Coach Lars Müller (l.) wird von Schiedsrichter Durica Dzijan hinter die Bande geschickt. © Schürmann

„Richtiger Sommerkick“

„Es war kein gutes Spiel, ein richtiger Sommerkick. In der ersten Halbzeit hatten wir leichtes Übergewicht, uns fehlte wie in der ganzen Saison nur der Durchbruch nach vorne. Unser erster Elfmeter spiegelt auch so ein bisschen unsere Saison wider. In der zweiten Halbzeit war dann viel mehr Action drin, auch wenn wir am Ende ein wenig zusammengebrochen sind“, sagte Bockum-Hövels Spielertrainer David Schmidt, der mit seinem Team nach nur einem Jahr in der Landesliga den bitteren Gang zurück in die Bezirksliga antreten muss. Für die kommende Saison kündigte er aber schon an: „Wir müssen uns aufrappeln. Wenn man absteigt, will man natürlich sofort wieder oben mitmischen. Dennoch müssen wir die Saison erstmal verdauen, in ein paar Spielen haben wir richtig viel Prügel bekommen.“

Zu den beiden Elfmeter-Situationen äußerte Schmidt sich so: „Ich denke, der zweite Elfer war völlig berechtigt. Bei dem ersten Ding muss sich Wernes Verteidiger etwas cleverer anstellen. Unser Spieler hat diese Einladung natürlich dankend angenommen. Man kann aber beide geben.“

Kapitänsbinde wurde vergessen

Müller hingegen konnte zu den Strafstößen nichts sagen: „Ich konnte es nicht richtig sehen von der Linie.“ Zum Spiel fand Müller aber doch die passenden Worte: „Das Spiel war schon komisch, vor allem in der ersten Halbzeit. Es war sicherlich nicht unser bestes Spiel. Aber wir haben verdient gewonnen. Es war ja auch das letzte Spiel, wir sind froh, dass wir gewonnen haben.“

Nach einer schwachen ersten Halbzeit hatte WSC-Spielführer Daniel Durkalic, der seine Mannschaft ohne Kapitänsbinde aufs Feld führte – weil er sie vergaß – in Führung gebracht (66.). Diese währte allerdings nur fünf Minuten bis zum besagten Bockum-Höveler Strafstoßtor. Im direkten Gegenzug ließen sich die Gastgeber im heimischen Stadion auskontern.

Wiedersehen mit Spielern

Neben dem Sportlichen hatte die letzte Partie auch noch das Wiedersehen zweier Werner Spieler mit ihrem Ex-Verein zu bieten. Marcel Niewalda und Keeper Manuel Linke, der nach seiner Rückkehr zum WSC im Winter erstmals wieder das Tor hütete, schnürten jeweils eine Zeit lang die Schuhe für den Hammer Vorortsklub. „Ich fand es sehr schön, dass man sich mal wieder gesehen hat und auch ein wenig quatschen konnte. Es war auch schön, dass wir zusammen in einer Liga gespielt haben“, sagte David Schmidt über seine ehemaligen Mitspieler.

Werner SC: Linke, Martinovic, Link, Stöver, Y. Lachowicz, Durkalic, Hennes, Holtmann, Foroghi (79. Seifert), Przybilla (60. Runde), Niewalda (60. Prinz)

Tore: 0:1 Durkalic (66.), 1:1 (HE, 71.), 1:2 Prinz (72.)

Bes. Vorkommn.: Kaczor (SG Bockum-Hövel) verschießt Foulelfmeter (45.), WSC-Trainer Lars Müller wird hinter die Bande geschickt (73.)

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