Wieder schwer verletzt: Vincent Sabe vom SV Herbern hängt Fußballschuhe vorerst an den Nagel

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Vincent Sabe hat sich im Testspiel des Fußball-Landesligisten SV Herbern gegen Bezirksligist SV Wilmsberg erneut schwer verletzt. Ob er wieder die Fußballschuhe schnüren wird, steht in den Sternen.

Herbern

, 28.01.2020, 18:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon unmittelbar, nachdem es passiert war, hatte der SV Herbern das Schlimmste befürchtet. „Ich glaube, dass es eine Schlüsselsituation gab, die für viele ein kleines Kopfkino war: Wir mussten Vincent Sabe wieder verletzt auswechseln, eventuell hat er wieder einen Kreuzbandriss. Das hat die Jungs schon runtergezogen“, hatte Trainer Holger Möllers von der Testspielniederlage (1:2) gegen den Bezirksligisten SV Wilmsberg berichtet. Nun haben der 29 Jahre alte Sabe und sein Verein die Gewissheit: Es ist wieder passiert, und es ist wieder das vordere Kreuzband, das den Mittelfeldmann bereits zuvor außer Gefecht gesetzt hatte.

„Ich habe eine schnelle Bewegung nach rechts gemacht, das Knie ist nach links weggegangen, das war ähnlich wie beim letzten Mal“, berichtet Sabe, der sich erneut ohne Fremdeinwirkung schwer verletzt hat. Nach der MRT-Untersuchung am Montag bekam er die Bestätigung der befürchteten Diagnose, eine Computertomografie sollte am Dienstag noch Aufschluss darüber bringen, ob ein oder sogar zwei Operationen nötig seien.

Für Bruder Eric eingewechselt

Beim Testspiel gegen Wilmsberg war er erst in der 59. Minute für seinen Bruder Eric aufs Feld gekommen, „zehn bis 15 Minuten“ später passierte das Unglück. Ursprünglich waren die Sabe-Brüder 2018 zusammen zum SV Herbern gewechselt, auch, um dort gemeinsam Fußball spielen zu können. Doch daraus wurde nie etwas.

„Eric hatte sich im Sommer, kurz nach der Bekanntgabe, dass wir dahin gehen, das Kreuzband gerissen“, berichtet Vincent Sabe. „Er hat dann Anfang 2019 wieder angefangen, dann ist das bei mir passiert, parallel quasi. Ich wurde Ende Februar operiert, und das wird wohl dieses Jahr wieder genauso sein.“

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Aufgrund des schier unfassbaren Verletzungspechs standen die beiden Brüder nie gemeinsam für den SV Herbern in einem Spiel auf dem Platz. „Wir hatten mal ein internes Testspiel, weil ein Freundschaftsspiel ausgefallen war, da haben wir gegeneinander gespielt“, berichtet Vincent Sabe.

Sabe will Schuhe an den Nagel hängen

Gemeinsam für die Blau-Gelben auf dem Platz stehen, daraus wird nun erstmal nichts mehr. Die Fußballschuhe will Vincent Sabe nun vorerst an den Nagel hängen. „Bei Herbern werde ich nicht mehr spielen, da gibt es wichtigere Sachen mit Beruf und Gesundheit“, sagt Sabe. „Es ist bitter und ärgerlich, aber es ist nunmal leider so. Ob man nie wieder spielt, soll man nie sagen, aber fürs Erste auf jeden Fall.“ In der laufenden Saison hatte er noch kein Liga-Spiel absolviert, wollte sich behutsam wieder heranarbeiten und nach der Winterpause wieder mit vollen Kräften eingreifen können.

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SVH-Coach Holger Möllers hält dem 29-Jährigen jedenfalls alle Türen offen. „Ich glaube und hoffe auch, dass er der Mannschaft irgendwie unterstützend erhalten bleiben wird“, sagt Möllers. „Ich kenne ihn nicht nur aus Herberner Zeiten, sondern auch aus Ascheberger Zeiten und habe ihn immer gerne dabei gehabt.“

Nicht nur auf dem Platz sei Sabe ein Mann mit großen Qualitäten. „Er ist ein Typ. Einer, der geradeaus seine Meinung hat und vertritt, und unheimlich hilfsbereit. Solche Leute tun jeder Mannschaft gut. Die zwar auf und neben dem Platz ihre Meinung vertreten, aber wenn dann einer eine bessere Meinung hat, dann hört er auch zu und sagt: ‚Jo, das stimmt‘.“ Umso bitterer, dass der 29-Jährige derart vom Verletzungspech verfolgt wird.

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