Wegen Corona nicht angetreten: Klub legt Einspruch gegen umstrittene Spielwertung ein

hzFußball: Landesliga

Es war eine Entscheidung, die nicht überall auf Verständnis gestoßen war. Weil einem Klub aus Westfalen zum Spiel wegen Corona nicht angetreten war, wurden ihnen die Punkte aberkannt. Jetzt legen sie Einspruch ein.

Münster

, 02.11.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit diesem Wochenende ist im kompletten Gebiet des Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) der Fußball aufgrund der Corona-Pandemie untersagt. Für die Mannschaften aus dem Kreis Unna ist das aber nicht das erste Mal - schon seit dem 11. Oktober war der Fußball im Kreis aufgrund des steigenden Inzidenzwertes untersagt.

Nur eine Mannschaft wollte diese Regelung umgehen. Die IG Bönen hätte am 11. Oktober zuhause gegen Borussia Münster gespielt - und verlegte die Partie kurzerhand ein paar Kilometer weiter nach Rhynern, das nicht mehr zum Kreis Unna gehört.

Spiel wurde mit 2:0 für IG Bönen gewertet

Bei Borussia Münster sorgte das für Verwunderung und eine klare Einstellung - die Mannschaft wollte das Risiko nicht eingehen und trat zu der Partie nicht an. Die Konsequenz: Das Spiel wurde mit 2:0 für IG Bönen gewertet. Begründet wurde das damit, dass sich das Verbot nur auf die Austragungsstätten im Kreis Unna bezog. Ein Spiel in Rhynern hätte also ausgetragen werden können.

Schon kurz nach der Partie gab es seitens Borussia Münster große Kritik - besonders, weil der FLVW nur wenige Tage später die Austragung auf fremden Plätzen für Teams aus dem Kreis Unna untersagte. Nun ist die Borussia noch einen Schritt weiter gegangen und hat Einspruch gegen das Urteil eingelegt. Das verkündete der Verein auf seiner Homepage.

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„Im Kreis Unna war es verboten, Teamsportarten auszuüben. Die spielleitende Stelle hat daraufhin das Spiel in den Kreis Hamm verlegt, obwohl die dortigen Corona-Fallzahlen oberhalb der Corona-Fallzahlen im Kreis Unna, aufgrund dessen die Untersagung der Ausübung von Teamsportarten erfolgt ist, lagen“, schreibt der Verein als Begründung.

Statt dieser Entscheidung will Borussia Münster nun eine Neuansetzung des Spiels beantragen. „Uns geht es hier überhaupt nicht darum, dass wir am Tisch die drei Punkte erstreiten“, sagt Yannick Bauer, Trainer von Borussia Münster. „Wir wollen einfach nur den sportlichen Wettkampf und das Spiel spielen.“

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Als Verein habe man nach der Entscheidung nicht anzutreten, eine Menge Unterstützung gespürt - allerdings nicht vom Verband, sondern von den anderen Vereinen. „Mein Telefon stand nach der Entscheidung nicht still. Es haben sich viele andere Vereine bedankt, dass wir so gehandelt haben“, sagt Bauer. „Aber vom Verband fühlten wir uns ein wenig alleingelassen. Deswegen wollen wir jetzt vielleicht ein kleines Zeichen setzen, dass man mit uns Vereinen nicht alles machen kann.“

Zudem steckt Borussia Münster durchaus im Abstiegskampf. „Natürlich kann es für uns nicht schaden, wenn wir die Chance auf die drei Punkte haben. Und IG Bönen ist natürlich auch ein interessanter Gegner“, sagt Yannick Bauer. Aber eins ist ihm wichtig klarzustellen: „Darum geht es uns nicht in erster Linie. Wir rechnen gar nicht mehr mit den Punkten.“

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