Yassine Najih (33) im Interview: „Ich war verzweifelt, aber aufgegeben habe ich noch nie“

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Rücktritt vom Rücktritt - Yassine Najih hatte im November angekündigt, zum Ende des Jahres sein Amt als Geschäftsführer beim SV Stockum niederzulegen. Jetzt kam alles doch ganz anders.

von Marcel Schürmann

Stockum

, 19.12.2019, 14:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

So schnell können sich die Dinge im Fußball ändern. Nachdem Yassine Najih im November seinen baldigen Rücktritt als Geschäftsführer des SV Stockum bekannt gegeben hatte, verkündete er am Mittwochnachmittag, dass er nun doch weitermachen werde. Im Interview mit Marcel Schürmann erklärt er, warum.

Herr Najih, nach Ihrem Rücktritt im November haben Sie nun einen Rücktritt vom Rücktritt gemacht, Wie kommt es, dass Sie sich noch einmal umentschieden haben?

Ich habe damals die Entscheidung so getroffen, weil ich verzweifelt war - ganz ehrlich. Ich wurde alleine gelassen in einigen Sachen. Ich habe im November drei Wochen meine Familie in Marokko besucht und wusste, eine Woche bevor ich zurück nach Deutschland gekommen bin, dass ich die Jungs nicht alleine lassen kann. Ich habe noch nie aufgegeben in der Vergangenheit. Damit fange ich jetzt nicht an.

Wann haben Sie es dem Vorstand mitgeteilt, dass Sie doch weitermachen?

Meine Entscheidung habe ich dem Vorstand am vorletzten Spieltag vor der Winterpause mitgeteilt. Da war ich erst noch als Linienrichter bei der ersten und zweiten Mannschaft im Einsatz. Danach hatten wir intensive Gespräche, weil ich mir auch viele Gedanken gemacht habe bezüglich eines neuen Trainers und neuer Spieler. Der Plan ist voll aufgegangen. Das freut mich wirklich sehr. Gemeinsam wollen wir jetzt den Karren aus dem Dreck ziehen.

Es war also Ihr Plan, Jürgen Welp als neuen Trainer zu verpflichten?

Ja. Jürgen Welp war auf dem Markt. Ich habe ihn trocken kontaktiert. Daraufhin haben wir uns in zwei Terminen zusammengesetzt, danach auch noch öfter mal telefoniert. Er hat sich dann etwas Bedenkzeit erbeten und Dienstag haben wir dann alles klar gemacht.

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War er der einzige Trainer, an den Sie gedacht haben?

Nein. Aber er ist der absolute Wunschkandidat gewesen. Ich hatte drei Namen auf dem Zettel. Der von Jürgen stand ganz oben. Er ist für uns ein Sechser im Lotto. Gott sei Dank hat es geklappt.

Der Verein hat in Monim Bhihi zusätzlich einen neuen Sportlichen Leiter vorgestellt. Wird er Ihnen Arbeit abnehmen?

Monim ist kein Unbekannter. Ich hatte schon öfter mit ihm zu tun und wir haben uns ausgetauscht. Er hat ein gutes Netzwerk im Kreis Unna-Hamm, kennt viele Trainer, Vereinsführende, Spieler. Ich habe ihn mal vorsichtig angefragt. In unserer Situation ist er für uns Gold wert, weil er Gespräche mit potenziellen neuen Spielern führen wird.

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Das neue Stockumer Duo hat erstmal einen Vertrag bis zum Saisonende. Würden Sie sich ein Engagement der beiden über den Sommer hinaus wünschen?

Ja, darüber würden wir uns freuen. Grundvoraussetzung dafür ist der Klassenerhalt. Es gibt keine Garantie dafür, dass wir den auch schaffen.

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