Handball

Dresdener Zeitspiel geht ASV Hamm gehörig auf die Nerven

Beim favorisierten HC Elbflorenz Dresden ging der ASV Hamm-Westfalen am frühen Sonntagabend knapp leer aus und verlor sein sehr geduldiges und intelligent geführtes Spiel 21:22 (10:10).
Der ASV Hamm Westfalen und Jan von Boenigk sind am Sonntag beim HC Elbflorenz Dresden gestolpert. © Henning Wegener

Die Schlussphase, in der die Gastgeber einen Angriff über 76 Sekunden komplett herunterspielten und auch die Maximalzahl der Pässe bei angezeigtem Passivspiel ausnutzen, ohne in Tornähe zu kommen, sorgte zunächst für große Unzufriedenheit bei den Westfalen. Die Gründe dafür, dass die Gäste den langen Heimweg ohne Punkt antreten mussten, waren allerdings unter dem Strich woanders zu suchen.

Denn vor allem das, was in der ersten Halbzeit beim ASV noch gut funktionierte, klappte im zweiten Abschnitt weniger gut. Der Gast begann mit dem wieder genesenen Marian Orlowski auf der Spielmacherposition, zu ihm gesellten sich David Spiekermann und Jo Gerrit Genz im Rückraum. Merten Krings blieb zunächst auf der Bank. Die Mannschaft von Trainer Michael Lerscht spielte sehr geduldig ihre Angriffe herunter, legte nach der 1:0-Führung durch Dresden in der Folge immer vor. In der 24. Minute feierte Alexander Engelhardt sein Debüt im ASV-Trikot und erzielte in der 29. Minute seinen ersten Treffer für die Westfalen zum 9:10, die in den letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit mit Krings auf der Mitte agierten. Vor der Pause glich der insgesamt achtfache Torschütze Lukas Wucherpfennig aber noch für Dresden aus.

Der Start in den zweiten Abschnitt war geprägt von vielen technischen Fehlern auf beiden Seiten. Bis zur 38. Minute trafen nur Engelhardt, der bei seinen drei Toren ohne Fehlwurf blieb und einen überzeugenden Einstand feierte, und Marek Vanco für den HC. Vanco war es dann, der dem Gastgeber mit seinem Tor zum 12:11 die zweite Führung nach dem 1:0 bescherte. Nun war es der HC, den immer ein oder zwei Tore vorlegte. Aber der ASV blieb im Rennen, Orlowski glich in der 55. Minute zum 19:19. Dann ging es auf einmal ganz schnell: Innerhalb von weniger als 90 Sekunden leisten sich Orlowski einen Fehlpass und von Boenigk einen technischen Fehler – postwendend warfen Vanco und zweimal Wucherpfennig den Favoriten mit 22:19 in Führung. Die Partie schien gelaufen.

Aber die Gäste gaben nicht auf. Michael Lerscht gab in einer Auszeit die Taktik vor und riskierte mit der Einwechslung eines siebten Feldspielers alles. Die Rechnung ging auf: Erst traf von Boenigk per Kempa-Tor, wenig später jagte Abwehrchef Markus Fuchs den Ball aus dem Rückraum in die Maschen. In den verbliebenen 76 Sekunden kam der ASV aber nicht mehr an den Ball und es blieb beim schmeichelhaften 22:21 für den HC.

Weiter geht es für den ASV nun am Samstag um 19:15 Uhr gegen die SG BBM Bietigheim. Das für Mittwoch angesetzte Nachholspiel gegen den Dessau-Roßlauer HV muss wegen dessen Quarantäne wie mitgeteilt erneut verlegt werden.

HC Elbflorenz Dresden – ASV Hamm-Westfalen 22:21 (10:10)

ASV: Storbeck, Wesemann – Genz (6), Huesmann (1), Fuchs (2), Spiekermann, Rubino Fernandez, Schwabe (1), Engelhardt (3), Krause, Krings, Pretzewofsky (1), Orlowski (5), Schöße, Franke, von Boenigk (2)

Schiedsrichterinnen: Susann Kruska, Sarah Lange

Zeitstrafen: HCE 6 Min, ASV 8 Min

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