Der Nachwuchs darf wieder auf die Sportplätze, allerdings gilt für das gemeinsame Training einen Altersbegrenzung von bis zu 14 Jahren. © Neumann

Kuriose Corona-Verordnung: Mannschaft kann trainieren – aber vier Spieler dürfen nur zuschauen

Das Jugendtraining ist seit Montag wieder erlaubt. Erbaut sind davon aber nicht alle, denn beim SuS Kaiserau müssen in einer Mannschaft vier Kicker zusehen - darunter zwei Mädchen.

Seit Montag können die ersten Jugendfußball-Mannschaften wieder auf die Sportplätze. Die einzelnen Teams dürfen mit 20 Spielerinnen und Spielern bis 14 Jahren die ersten Übungseinheiten absolvieren – ohne an direkte Abstandsregeln gebunden zu sein. Und dennoch: Einige dürfen nur zuschauen, während ihre Teamkollegen dem Ball hinterherjagen.

„Wir wollen so schnell wie möglich wieder auf den Sportplatz und haben dem Verein das mitgeteilt“, erklärt Marc-Simon Stender, Trainer der Landesliga-C-Junioren des SuS Kaiserau. Er wartet nun auf das Okay und die Vorgaben, damit das Training umgesetzt werden kann.

Fußballerinnen stellen sich Gleichberechtigung gewiss anders vor

Doch in seinem Team darf nicht jeder auflaufen. Nach Vorgabe des Landes ist das nur bis zum Alter von 14 Jahren erlaubt – vier Spielerinnen und Spieler sind bereits 15 Jahre alt. Neben Maximilian Hartmann und Bent Ebeling zählen auch die beiden Mädchen Cisel Akgül und Spielführerin Salma El Masaoudi dazu. Gerade die Fußballerinnen stellen sich eine Gleichberechtigung gewiss anders vor.

Trainer Marc Simon Stender (vorne) und Co-Trainer Moritz Schriefer dürfen mit ihren C-Junioren wieder auf den Sportplatz.
Trainer Marc Simon Stender (vorne) und Co-Trainer Moritz Schriefer dürfen mit ihren C-Junioren wieder auf den Sportplatz. © sus © sus

Und das sieht auch Kaiseraus U15-Tainer Marc-Simon Stender so: „Ich hätte mir ja gerne gewünscht, dass eine Mannschaft komplett trainieren kann. So müssen vier Spielerinnen und Spieler zu Hause bleiben. Das ist keine gute Lösung.“

Im April werden bereits die nächsten Jugendfußballer 15 Jahre alt

Der Coach, er spielt auch in der ersten Mannschaft der Schwarz-Gelben, hätte sich da eine bessere Kommunikation zwischen Politik und Sport gewünscht. „Es gilt die Altersbegrenzung von 14 Jahren statt die Größenordnung einer Mannschaft“, moniert er. „Im April werden die nächsten Kicker 15 Jahre alt und dürfen dann auch nicht mehr am Training teilnehmen.“

Cisel Akgül und Salma El Masaoudi haben noch ein wenig Hoffnung. Die exzellenten Fußballerinnen gehören dem Fußball-Internat des benachbarten Fußballverbandes an und sollen dies auch in den nächsten Tagen wieder beziehen. Die Aussicht, dass das Nachwuchsleistungszentrum wieder das Training aufnehmen darf, ist so schlecht nicht. Nur mit ihren Vereins-Mitspielern wenige Meter weiter ist das nicht möglich.

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