Falko Gembruch, Mannschaftsführer des TTC Rünthe, hadert mit dem Saisonabbruch im Tischtennis. © Michael Neumann

Tischtennis-Trainer hat schlimme Befürchtung: „Ich gehe von etlichen Rückzügen aus“

Die Tischtennis-Saison ist abgebrochen. Das ruft bei den Trainern und Kapitänen der heimischen Klubs unterschiedliche Reaktionen hervor. Ein Trainer glaubt, dass viele Teams künftig tiefer aufschlagen werden.

Der Saisonabbruch im Tischtennis war genauso absehbar wie unvermeidlich. Der Spielbetrieb der Saison 2020/21 ist beendet, bevor er richtig begonnen hatte. Zum zweiten Mal in Folge hat die Corona-Pandemie eine Meisterschafts-Runde vorzeitig gestoppt. Am 26. Februar hat der Westdeutsche Tischtennisverband (WTTV) entschieden, die Spielzeit 2020/21 abzubrechen und für ungültig

zu erklären.

Mittlerweile haben auch alle restlichen Landesverbände in Deutschland die Saison für beendet erklärt. Ausnahme bildet die 1. Bundesliga bei den Damen und Herren.

Teams der TTF Bönen waren auf Aufstiegskurs

Diese Entscheidung kam nicht überraschend für die Tischtennisfreunde aus Bönen. „Ursprünglich war geplant, die Saison mit einer einfachen Runde nach den Osterferien fortzuführen. Der WTTV wollte eigentlich erst Mitte März entscheiden, hat das aber vorgezogen“, sagt Walter Darenberg, Trainer und Geschäftsführer der TTF Bönen.

Bitter für ihn: Seine Teams, die erste Herrenmannschaft und das Jungen-Team waren sehr gut dabei. Die Herren waren in der NRW-Liga auf Aufstiegskurs Richtung Oberliga. Bönens Nachwuchs wollte sich für die Deutschen Mannschafts-Meisterschaften qualifizieren und hatte sich zuletzt mit dem Loppstädter Spitzenspieler Marius Göbel enorm verstärkt. „Auch deshalb hatte ich mir gewünscht, dass der Jugendspielbetrieb wieder aufgenommen wird“, bedauert Darenberg diese Entscheidung.

Viktoria Diekel tut es für die Jugend leid

Auch die Damen der TTF Bönen lagen in der NRW-Liga mit 9:1 Punkten gut im Aufstiegsrennen zur Oberliga. „Es ist aber die Frage, ob man nach einer solch langen Pause an die guten Leistungen der Hinrunde hätte anknüpfen können“, bezweifelt Bönens Top-Spielerin Viktoria Diekel, die nach langer Verletzungspause mit einer Bilanz von 13:2 wieder in Top-Form war.

Viktoria Diekel (l.) – hier mit ihrer Doppelpartnerin Alexandra Thatner – war nach längerer Verletzungspause vor dem Lockdown wieder in Top-Form. © Michael Neumann © Michael Neumann

„Die Allerwenigsten hätten schließlich private Trainingsmöglichkeiten und diese mangelnde Spielpraxis hätte zu einem verzerrten Bild geführt“, meint Diekel. Mit dem Abbruch der Saison ist sie aber vollkommen einverstanden, „auch wenn es mir für den Nachwuchs leid tut, der ein wertvolles Jahr der Entwicklung verliert“.

Walter Darenberg rechnet mit etlichen Mannschafts-Rückzügen

Generell behalten die Teams ihre Spielklassenzugehörigkeit für die Saison 2021/22. Das gilt nach Mitteilung des WTTV auch für Teams, die zwischenzeitlich zurückgezogen hatten. „Mannschaften, die aber freiwillig runtergehen, sollen in den niedrigeren Spielklassen integriert werden. Ich gehe von etlichen Rückzügen aus“, meint Darenberg.

„Viele Teams, die sich enorm verstärkt hatten, um aufzusteigen, schauen jetzt in die Röhre“, so Darenberg. „Vielleicht besteht ja die Möglichkeit, auf Antrag hochzurücken“, hofft er auf die Chance seiner 1. Herrenmannschaft, doch noch nächste Saison in der Oberliga aufzuschlagen.

Mannschaftsführer des TTC Rünthe hadert mit dem Abbruch

Aber offen bleibt nicht nur wer in der Liga spielt, sondern auch, wie dort gespielt wird. „Eigentlich sollen in der neuen Saison Vierer-Teams (bisher Sechser-Teams) antreten. Mal schauen, ob es bei diesem Vorschlag bleibt“, so der skeptische Kommentar von Darenberg. Mit TuRa Bergkamen, dem TTC Rünthe und dem SuS Oberaden wird Bergkamen auch nächste Saison mit drei Teams in der Landesliga vertreten sein.

„Personell hat sich in der Lockdown-Zeit bei uns nichts verändert. Letztlich sind wir mit dem Abbruch der Saison einverstanden“, hofft TuRa-Kapitän Lino Almeida, wieder im August den Schläger in die Hand zu nehmen. Falko Gembruch, Mannschaftsführer des TTC Rünthe, bedauert etwas die Abbruchentscheidung. „Generell ist es für mich nicht ganz nachvollziehbar – zumal wir kein Doppel spielen und Tischtennis keine Kontaktsportart ist – warum wir bei konsequenter Einhaltung der Hygiene-Vorschriften unseren Sport nicht ausüben können“, respektiert Gembruch aber die Entscheidung des WTTV.

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