DFB-Pokal

Der Traum ist aus: Pokal-Märchen von Plechaty, Backszat und Co. endet im Viertelfinale

Die Pokal-Reise von Sandro Plechaty und Felix Backszat ist vorbei. Im Duell zweier Überraschungsmannschaften unterlag Rot-Weiss Essen dem Zweitligisten Holstein Kiel trotz ordentlicher Leistung klar.
Alexander Mühling brachte die Gäste aus Kiel per Foulelfmeter in Führung. © picture alliance/dpa/AP POOL

Schlussendlich stand für das selbsternannte „Freilos“ das jähe Ende eines Pokal-Märchens. Diesen Namen hatte sich Rot-Weiss Essen kurz vor dem DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Holstein Kiel am Mittwochabend (3.3.) eigenständig verpasst.

Das „Freilos“, das sich normalerweise jeder höherklassige Verein im DFB-Pokal wünscht, hatte auf seinem furiosen Weg ins Viertelfinale zuletzt sogar Bundesligist Bayer Leverkusen aus dem Weg geräumt. Aus dem „Freilos“ wurde ein wahrer Stolperstein.

Guter Start für Rot-Weiss Essen

Mit Holstein Kiel gastierte in der Runde der letzten Acht allerdings nicht nur eine weitere Überraschungsmannschaft an der Hafenstraße, sondern die „Störche“ hatten zuvor ihrerseits eine eigene Märchen-Geschichte geschrieben, denn: Mitte Januar fegte man gar den Rekordmeister Bayern München aus dem heimischen Stadion. In das Duell mit dem Regionalligisten gingen die Mannen von Trainer Ole Werner daher als klarer Favorit. Und dieser Rolle sollten sie auch gerecht werden.

Dabei erwischten die Gastgeber von Trainer Christian Neidhart sogar den besseren Start. Drei Ecken spielte sich die Elf, bei der Sandro Plechaty aufgrund eines Knorpelschadens nach wie vor fehlte und Felix Backszat in der 70. Spielminute eingewechselt wurde, in den ersten zehn Minuten heraus.

Nach einem Kopfball von RWE-Kapitän Marco Kehl-Gomez verpasste Alexander Hahn dabei sogar knapp die frühe Führung (6.). Auf der anderen Seite schrammte Finn Porath nur um einige Zentimeter an einer Hereingabe von Spielmacher Jae-Sung Lee vorbei. Ein lebhafter Start.

Nur 113 Sekunden zwischen den beiden Treffern

Ein Doppelschlag der Gäste sollte dann jedoch die Essener Hoffnungen auf eine erneute Pokal-Sensation frühzeitig schmälern. Dabei sorgte ein strittiger Elfmeter für die 1:0-Führung der Kieler (26.). Vorausgegangen war ein vermeintliches Foul von RWE-Mittelfeldmann Marco Grote an den auffälligen Porath. Den anschließenden Strafstoß verwandelte Alexander Mühling sicher.

Nur 113 Sekunden nach der Führung erhöhte der Zweitligist in Person von Stürmer Janni Serra auf 2:0. Einen langen Schlag auf die rechte Seite leitete Routinier Fin Bartels in den Lauf von Serra weiter, der den Ball an Torwart Daniel Davari vorbei ins Tor beförderte.

Torjäger Janni Serra sorgte nur 113 Sekunden nach der Führung für das 2:0
Torjäger Janni Serra sorgte nur 113 Sekunden nach der Führung für das 2:0. © picture alliance/dpa/AP POOL © picture alliance/dpa/AP POOL

Die Neidhart-Elf zeigte sich von der Kieler Effektivität durchaus beeindruckt und versuchte zwar vor allem über spielerische Elemente zum Erfolg zu kommen, scheiterte aber immer wieder an der stabilen Holstein-Defensive. Folgerichtig ging es mit dem 0:2 aus Essener Sicht in die Pause.

Backszat wird eingewechselt und scheitert an Gelios

Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild lange unverändert, wobei die unterirdischen Platzverhältnisse ihr Übriges taten. RWE blieb bemüht, stellte die Gäste allerdings vor keine großen Herausforderungen. So dauerte es bis zur 63. Spielminute, ehe der Regionalligist einen ersten ernst zu nehmenden Abschluss verzeichnen konnte. Doch der Schussversuch von Isaiah Young blieb letztlich zu ungefährlich.

Auch die Einwechslung von Felix Backszat brachte den Essenern keine entscheidenden Impulse in Sachen Aufholjagd. Das Team von der Kieler Förde verwaltete die Führung und setzte vor allem durch Bartels immer wieder leichte Nadelstiche.

In den letzten zehn Minuten warf RWE dann noch einmal alles nach vorne und kam durch Torjäger Engelmann (80.), Harenbrock (82.) und Backszat (83.) zu vielversprechenden Abschlüssen. Doch entweder segelte der Ball knapp am Tor vorbei, oder die Kugel landete bei Holstein-Schlussmann Ioannis Gelios. Die größte Chance zum Anschlusstreffer hatte Kehl-Gomez, der eine Kopfballverlängerung von Heber am zweiten Pfosten um Haaresbreite verfehlte.

Kurz vor dem Abpfiff machte der eingewechselte Joshua Mees mit einem abgefälschten Schuss und dem 3:0 schließlich den Deckel drauf. Für Sandro Plechaty, Felix Backszat und Rot-Weiss Essen endete die Pokal-Reise somit trotz ansprechender Leistung im Viertelfinale, den Ruf als vermeintliches „Freilos“ dürften die Mannen von der Hafenstraße aber abgelegt haben. Auf Holstein Kiel wartet Anfang Mai indes das erste Pokal-Halbfinale der Vereinsgeschichte.

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