Ein Castrop-Rauxeler Schiedsrichter hat bei seinem letzten Einsatz vor dem November-Lockdown auch eine Gelb-Rote Karte gezeigt. © Jens Lukas
Fußball

FLVW gibt klare Antwort darauf, was bei einer Saison-Annullierung mit Sperren passiert

Es wird immer wahrscheinlicher, dass die Saison im Amateurfußball ohne Wertung bleibt und annulliert wird. Doch was würde dann mit verschiedenen Sperren passieren? Es gibt einen Unterschied.

In den meisten Amateurligen sind erst wenige Spieltage absolviert. Dann legte das Coronavirus den Spielbetrieb lahm. Es scheint immer weniger realistisch, dass die Saison vor dem 30. Juni nochmal aufgenommen wird. Sperren gab es in den wenigen Partien allerdings dennoch. Was passiert mit ihnen nach der langen Unterbrechung des Spielbetriebs?

Auch wenn nur von Anfang September bis in den August hinein Meisterschaftsspiele stattfanden, reichte für einige Akteure die Zeit, um sich Rote Karten für grobe Foulspiele oder Unsportlichkeiten einzuhandeln.

Solche Vergehen ziehen meistens eine längere Strafe nach sich. Seit dem Beginn der aktuell unterbrochenen Saison sitzen die bestraften Fußballer ihre Strafen nicht mehr nach Wochen, sondern nach Spielen ab. So verhindern Verbände und Kreise, dass Sperren in spielfreien Zeiten wie der Winter- oder Sommerpause ihre Wirkung verlieren.

FLVW: Sperren bleiben bestehen

Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) erteilt auf Anfrage dieser Zeitung auch all jenen eine Abfuhr, die gehofft hatten, ihre Sperren würde durch die lange und noch immer anhaltende Corona-Pause aufgehoben oder zumindest verkürzt.

Wenn der FLVW die Saison 2020/2021 ohne Wertung zu Ende führt und annulliert, „würden Sperrstrafen nach gelb-roter und roter Karte auch in der neuen Spielzeit 2021/22 gelten“, teilt der Verband mit.

FLVW nennt eine Ausnahme

Spieler wie der Lüner Bezirksliga-Fußballer Jannik Audehm (BW Alstedde), der nach dem letzten möglichen Liga-Spiel vor dem zweiten Lockdown wegen einer Rudelbildung für zehn Spiele gesperrt wurde und eine lange anschließende Bewährungszeit erhielt, müssen ihre gesamte Strafe also mit Beginn der neuen Saison absetzen.

Eine Ausnahme nennt der FLVW allerdings. Akteure, die es geschafft haben, sich in den wenigen Saisonspielen bereits fünf gelbe Karten einzuhandeln, gehen unbeschadet in die kommende Saison. Solche Sperren würden „mit Ende der Spielzeit 2020/21 erlöschen“, heißt es vom FLVW.

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Amateursportler bewegen vielleicht weniger Menschen als die Profis, dafür aber umso intensiver. Sie schreiben die besseren Geschichten - vor allem im Ruhrgebiet. Diese zu erkennen und aufzuschreiben, darum arbeite ich seit 2017 für Lensing Media. Darüber hinaus Handballtrainer im Jugendbereich. Gebürtig aus Lünen.
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