Für den Damen-Trainer des BV Lünen, Wolfgang Rinke, ist im Sommer Schluss. © Weitzel
Fußball

Große Sorgen: Ranghöchste Lüner Damen-Mannschaft bangt um Existenz

Schon mehrfach wollte Wolfgang Rinke seine Laufbahn beenden, doch erst im kommenden Sommer ist endgültig Feierabend. Sorgen hat der Lüner, dass es sein aktuelles Team dann nicht mehr gibt.

Seit 1983 ist Wolfgang Rinke laut eigenen Angaben bereits als Mann an der Seitenlinie dabei. Zahlreiche Mannschaften, Vereine, Auf- und Abstiege hat der heute 66-Jährige in dieser Zeit erlebt. Doch im Sommer ist endgültig Schluss. Seinem Verein bleibt er in anderer Funktion erhalten, Sorgen bereitet ihm aber eine andere Sache: Vielleicht gibt es die Mannschaft, die er in dieser Spielzeit trainierte, dann gar nicht mehr.

Überraschend kommt das Ende der Trainer-Laufbahn von Wolfgang Rinke nicht, ganz im Gegenteil sogar. „Das steht ja bereits seit Anfang der Saison fest. Alle wussten Bescheid. Außerdem war es abgesprochen, dass ich mich in der Zeit um einen Nachfolger kümmere“, berichtet der 66-Jährige.

Rinke ist seit 2016 Trainer der Frauen-Mannschaft des BV Lünen. Dieses Amt legt er nach nun fünf Jahren im Sommer nieder – das ist allerdings nur die Spitze des Eisbergs seiner Laufbahn.

Der BV Lünen ist eine Herzensangelegenheit für Rinke

„Insgesamt bin ich Trainer seit 1983“, berichtet Rinke. In dieser Zeit war er zuständig für Junioren-, Senioren- und Frauen-Mannschaften unterschiedlicher Vereine, der BV Lünen nimmt aber eine besondere Rolle ein. „Der Verein liegt mir sehr am Herzen“, sagt Rinke, der nicht nur für den Frauenfußball verantwortlich ist, sondern gemeinsam mit Erich Tremblau das Vorstandsduo bildet.

Und so ganz weg wird Rinke auch in der neuen Spielzeit nicht sein. „Ich würde bei den Frauen weitermachen, vielleicht als eine Art Sportlicher Leiter“, mutmaßt er – und benutzt ganz bewusst den Konjunktiv.

„Wir hoffen, dass wir in der nächsten Saison überhaupt eine Mannschaft stellen können“, klärt Rinke auf. Denn das ist gerade alles andere als selbstverständlich. „Ich habe von einigen Spielerinnen die Zusage, dass sie weitermachen. Viele halten sich das aber auch noch offen.“

Der Abschied von Torhüterin Vanessa Schön steht bereits seit längerem fest, bei den restlichen Spielerinnen hofft Rinke noch auf grünes Licht. Wenn nicht, wird es eng: Schon in der nun annullierten Saison reisten die Lüner zumeist mit nur 12 oder 13 Spielerinnen zu den Begegnungen.

Potenzieller Nachfolger für Trainer-Position steht parat

Ebenfalls zu klären ist, wer die Nachfolge von Wolfgang Rinke übernimmt. Darum kümmert sich der scheidende Coach höchstselbst und hat auch schon einen passenden Kandidaten gefunden. „Der soll aber erstmal drei oder vier Trainings leiten zur Probe – das war von Beginn an so mit den Mädels abgesprochen“, erklärt Rinke.

Froh ist der pensionierte Maschinenschlosser, dass die Saison ohne Auf- und Absteiger annulliert wurde. „Der Abstieg wäre sportlich für uns wahrscheinlich nicht zu verhindern gewesen“, gibt er zu. So aber kann weiter mit der Bezirksliga-Zugehörigkeit um Neuzugänge geworben werden.

„Es wäre wirklich sehr schade, wenn es im Sommer nicht weitergehen würde. Wir haben uns hier die letzten Jahre etwas aufgebaut“, sagt Rinke, „so sollte es dann bitte nicht enden“.

Enden wird in jedem Fall seine Laufbahn als Trainer, das betonte der 66-Jährige, der schon mal vom Rücktritt zurücktrat, vehement: „Nein, diesmal ist wirklich und definitiv Schluss!“ Als letzte Amtshandlung steht dann eine große Feier an, die nachgeholt wird, sobald es möglich ist: „Dann lassen wir richtig die Sau raus, da führt kein Weg dran vorbei.“

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