Nico Berghorst stand überraschend schnell wieder für den Lüner SV auf dem Platz. © Timo Janisch
Fußball

Nico Berghorst klappert viele Ärzte ab, darf früher spielen und schießt Lüner SV zum Sieg

Eigentlich schien Nico Berghorst mehrere Monate auszufallen. Letztlich sollte es nach dem Rat mehrerer Ärzte nur eine kurze Pause für den Stürmer werden. Am Sonntag schoss er den LSV zum Sieg.

Mehrere Monate Zwangspause und sogar eine Operation standen im Raum bei Nico Berghorst. Doch nur einen Monat nach der ersten Diagnose schießt der Angreifer den Lüner SV schon zum ersten Sieg in der Westfalenliga 1. Was ist in der Zwischenzeit passiert?

In der Vorbereitung hatte sich der Neuzugang vom Holzwickeder SC einen Muskelbündelriss zugezogen. Dabei wurde auch eine Sehne im Oberschenkel in Mitleidenschaft gezogen. Das ist gerade einmal einen Monat her.

Berghorst gab sich mit der ersten Diagnose nicht zufrieden, klapperte einige andere Ärzte in der Umgebung ab. „Bevor ich irgendwas gemacht habe, habe ich mir alles angehört“, so Berghorst. Irgendwann waren sich drei von vier Experten einig: Die Zwangspause müsse gar nicht so lange ausfallen.

Nico Berghorst hatte wohl Glück im Unglück

Grund dafür ist vor allem, dass die betroffene Sehne im Oberschenkel nicht mit allzu großer Vorsicht behandelt werden müsse. „Die Sehne ist zwar ein bisschen gerissen, aber in diesem Muskel ist das nicht so schlimm. Da habe ich nochmal Glück gehabt“, sagt Berghorst.

Nico Berghorst deutete bereits an, für den Lüner SV in eine wichtige Rolle schlüpfen zu können.
Nico Berghorst deutete bereits an, für den Lüner SV in eine wichtige Rolle schlüpfen zu können. © Günther Goldstein © Günther Goldstein

Die Ärzte gingen noch weiter, rieten dem Angreifer, am besten gar nicht vollständig zu pausieren. Drei Wochen lang fuhr der 23-Jährige mal für 20, mal für 40 Minuten Training in die Kampfbahn Schwansbell. „Bei so einer Verletzung darfst du nicht gar nichts machen“, so Berghorst.

Und das Feedback des Oberschenkels war gut. „Ich hatte keine Probleme. Da hat man schnell gemerkt, dass vielleicht schon ein bisschen mehr geht“, sagt der Angreifer. Das Trainerteam um Chefcoach Axel Schmeing musste zwar ab und an Berghorsts Ehrgeiz bremsen, doch dann stand der nächste Schritt an. „Nach drei Wochen Training müssen sie mir vertrauen“, so Berghorst.

Schon in der Vorwoche beim TuS Hiltrup kam Berghorst kurz nach der Pause in die Partie. „Da habe ich nach 20 Minuten schon gemerkt, dass Power und Luft fehlen“, sagt der Neuzugang aus der Oberliga.

Nico Berghorst trifft doppelt gegen die Spielvereinigung Erkenschwick

Deutlich besser lief es nach dem Testspiel-Einsatz unter der Woche gegen Neheim dann am Sonntag. Der LSV gewann mit 4:1, schon zur Pause lagen die Rot-Weißen 3:0 vorne. Doppeltorschütze: Nico Berghorst.

Gerechnet hat er mit so einem großen Einfluss auf das Spiel nicht, so Berghorst. „Wir haben es einfach mal probiert“, sagt er. Nur noch eine kleine Delle kennzeichnet seinen betroffenen Oberschenkel.

Für die Lüner könnte das 4:1 nun eine Erfolgsserie einläuten, schließlich dürfte sich die Personallage eher entspannen als umgekehrt. „Ich hoffe, dass uns das einen Schub gibt. Wir werden ja nicht weniger. Vielleicht haben wir einen Lauf“, sagt Berghorst.

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Amateursportler bewegen vielleicht weniger Menschen als die Profis, dafür aber umso intensiver. Sie schreiben die besseren Geschichten - vor allem im Ruhrgebiet. Diese zu erkennen und aufzuschreiben, darum arbeite ich seit 2017 für Lensing Media. Darüber hinaus Handballtrainer im Jugendbereich. Gebürtig aus Lünen.
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