Matthias Drees wird dem Lüner SV am Sonntag gegen Emsdetten fehlen. © Timo Janisch
Fußball

Ohne Matthias Drees gegen Emsdetten: Der Lüner SV „hat keine Stars“

Dass Matthias Drees gegen Emsdetten der stabilen Defensive des Lüner SV fehlt, ist bitter - trotz der zahlreichen Ausfälle hält sich der LSV nicht nur wacker, der Lauf ist beeindruckend.

Tabellenvierter mit 17 Punkten – Fußball-Westfalenligist Lüner SV ist gut aus den Startlöchern gekommen und hat sich in der Verfolgergruppe auf den Fersen des 1. FC Gievenbeck, nach acht Spieltagen einziges noch ungeschlagenes Team der Liga, festgesetzt. „Das war nicht zu erwarten gewesen“, sagt LSV-Co-Trainer Karim Bouasker.

Dass der Lüner SV nach dem ersten Saisonviertel zu den Spitzenteams zählt, war nicht unbedingt so vorauszusehen. Neben dem vollzogenen Trainerwechsel hatten Axel Schmeing und sein Trainerteam viele Neuzugänge in die Mannschaft zu integrieren. „Wir haben keine Stars“, hebt Bouasker hervor.

Zwar brachte Schmeing aus Holzwickede viele Oberliga-Spieler mit in die Westfalenliga und in Nico Berghorst hat der LSV auch einen Torjäger mit guter Quote an Bord, doch der Kader wirkt wirklich ausgeglichener als in den vergangenen Spielzeiten, als der LSV etwa den regionalligaerfahrenen Marius Kröner ins Stadion Schwansbell lotste, David Loheider aus Bövinghausen holte oder in Johannes Zottl einen dicken Kumpel von Ex-BVB-Profi Julian Weigl verpflichtet. Sie stachen heraus, beim LSV von Schmeing ist das anders.

Der Lüner SV lebt von Teamgeist, Mentalität und Einstellung

Bouasker: „Wir haben einen guten Teamgeist, eine gute Mentalität und eine gute Einstellung.“ Lünens Co-Trainer macht außerdem deutlich, dass der von zahlreichen Ausfällen geplagte LSV mit 17 Zählern aus acht Partien am oberen Limit spiele: „Mehr ging nicht.“

Der Nebeneffekt ist, dass der Lüner SV im Aufstiegsrennen mitmischt, wo er sich laut Bouasker überhaupt nicht gesehen habe. „Wir haben nie das Ziel gehabt, aufzusteigen“, sagt Bouasker, „aber wir nehmen alle drei Punkte mit, die wir kriegen können. Von der Tabellensituation halte ich derzeit noch gar nichts.“

Und klar ist dem LSV-Coach auch, dass die Serie endlich ist: „Irgendwann wird es auch bei uns einen Einbruch geben. Wenn immer dieselben spielen müssen, ist die Mannschaft irgendwann platt. Da kann der Kopf noch so wollen.“

Wer ersetzt den verletzten Matthias Drees?

An diesem Punkt ist der Lüner SV aber derzeit noch nicht, auch wenn sich die Verletztenliste verlängert hat. Abwehrmann Matthias Drees wird mit der zugezogenen Bänderverletzung im Sprunggelenk bekanntlich fehlen. Wer ihn ersetzt, war am Freitag aber noch unklar. Die Entscheidung werden Schmeing und Bouasker kurzfristig fällen. Ansonsten gibt der LSV an, dass der Kader der gleiche sei wie beim 2:0-Auswärtssieg in Neuenkirchen.

Dass ausgerechnet Defensivmann Drees fehlt, ist gleich doppelt ärgerlich. Denn auf die Abwehr war in dieser Saison eigentlich Verlass. Das letzte Gegentor fiel noch im September beim Sieg gegen Tengern. Seit 285 Spielminuten sind die Lüner ohne Gegentor und seit der Auftaktniederlage gegen Nottuln (0:2) ungeschlagen. Diese Sieben-Spiele-Serie hält nun schon seit dem August.

Borussia Emsdetten hat zwei Titelkandidaten schon bespielt

Jetzt kommt der SV Borussia Emsdetten, auf den der LSV zuletzt 2005/06 – also vor gut 15 Jahren – traf, ins Stadion Schwansbell. Bouasker lässt durchblicken, dass der Lüner SV weiß, auf was er sich einstellen muss. „Wir werden vorbereitet sein, auch wenn ich die Quellen nicht preisgebe. Wir waren bisher immer gut vorbereitet“, sagt er. Die Ergebnisse sprachen für sich.

Dass der LSV auch gut vorbereitet sein muss, dafür spricht, dass Emsdetten nur vier Punkte weniger auf dem Konto hat als der LSV und dabei schon gegen Spitzenreiter Gievenbeck sowie den mitfavorisierten FC Preußen Espelkamp gespielt und verloren hat – starke Gegner, die auf Lünen noch warten.

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Sportler durch und durch, der auch für alle Sportarten außerhalb des Fußballs viel übrig hat. Von Hause aus Leichtathlet, mit einer Faszination für Extremsportarten, die er nie ausprobieren würde. Gebürtig aus Schwerte, hat volontiert in Werne, Selm, Münster und Dortmund.
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