Der VfL Brambauer ist mittlerweile in der Damen-Verbandsliga zuhause. © Günther Goldstein
Blick in die Handball-Vergangenheit

Vor knapp 600 Zuschauern: VfL Brambauer klopfte einst an die Bundesliga-Tür

Handball-Hochburg Brambauer – vor 40 Jahren stellten die Damen des VfL Brambauer die erfolgsverwöhnten Lüner Kicker in den Schatten und waren sogar auf dem Sprung in die Bundesliga.

Es ist eine Erfolgsgeschichte, die mittlerweile lange zurückliegt, aber seither nicht weniger beeindruckend daherkommt. Angeführt von ihrem Trainer Theo Wohlgemuth spielten sich die Handballerinnen des VfL Brambauer in den 1980er Jahren in einen wahren Rausch. Die Krönung dieser außergewöhnlichen Zeit – nämlich der Aufstieg in die Bundesliga – blieb ihnen allerdings verwehrt.

Und dabei hätten die Voraussetzungen im Jahr 1984 kaum besser sein können: Der VfL Brambauer beendete die Regionalliga-Saison als Meister. Die 22 Punktspiele wurden allesamt gewonnen. Auch in die Aufstiegsrunde zur ersten Bundesliga starteten die VfL-Damen erfolgreich und bezwangen den TV Brühl.

VfL Brambauer scheitert zweimal an Uerdingen

Die nächste Begegnung der Aufstiegsrunde, der 18:15-Sieg gegen Bayer Uerdingen vor mehr als 600 Fans in Brambauer, war das 25. Spiel in Folge ohne Niederlage. Doch im Rückspiel gab es eine 14:27-Schlappe. Da half auch alles Anfeuern der Fans, die in fünf Bussen und mit zahlreichen PKW angereist waren, nichts.

Uerdingen schaffte im vierten Anlauf den Sprung in die höchste deutsche Damen-Spielklasse. Schon zwei Jahre zuvor war der VfL im Halbfinale bei der ersten Teilnahme im Kampf um den Aufstieg an Uerdingen gescheitert.

Der Aufstieg in die Bundesliga war damals zum Greifen nahe.
Der Aufstieg in die Bundesliga war damals zum Greifen nahe. © Janning © Janning

Für den VfL Brambauer waren zu dieser Zeit Nationalspielerinnen wie Corinna Kunze und Meike Bötefür (ehemals Neitsch) aktiv. Nach den Misserfolgen rüstete der VfL weiter auf, verpflichtete mit Torfrau Györgyi Örine unter anderem eine 140-fache ungarische Nationalspielerin – mit Erfolg: Der VfL sicherte sich anschließend wieder die Meisterschaft in der Regionalliga.

Damen des VfL sind mittlerweile in der Verbandsliga zu Hause

Was folgte, war eine Umstrukturierung der Ligen. Sehr zum Missfallen des VfL. „Für meine Spielerinnen und mich war es immer unverständlich, dass wir für die Meisterschaft in der Regionalliga nicht automatisch der neu installierten 2. Bundesliga zugeordnet wurden. Irgendwie fühlten wir uns mit der Einstufung in die Regionalliga, die jetzt nur noch die dritte Klasse war, vom Verband bestraft“ blickte Theo Wohlgemuth zurück und gab den Trainerstab an den Lüner Bernd Klisa weiter.

Von den Erfolgen der 1980er Jahre ist man beim VfL Brambauer mittlerweile zwar deutlich entfernt, doch inzwischen haben die Handballerinnen in der Verbandsliga eine neue und weiterhin ambitionierte Heimat gefunden.

Das entscheidende Spiel fand schlussendlich in Uerdingen statt.
Das entscheidende Spiel fand schlussendlich in Uerdingen statt. © Janning (Archiv) © Janning (Archiv)

Erinnerungen an die vergangenen Zeiten werden bei Theo Wohlgemuth und einigen Spielerinnen allerdings nach wie vor ausgetauscht. So finden regelmäßig Treffen statt. Mit dabei sind dann einstige Handballerinnen wie Sabine Dongard und Monika Schaffer. Der Name VfL Brambauer entwickelte sich in dieser Zeit zu einem Markenzeichen, das über den westfälischen Handball hinausreichte.

Die Meistermannschaft des VfL Brambauer mit Trainer Theo Wohlgemuth (oben rechts).
Die Meistermannschaft des VfL Brambauer mit Trainer Theo Wohlgemuth (oben rechts). © Janning © Janning

„Es war nicht nur eine erfolgreiche, sondern auch eine schöne Zeit. Schön ist auch, dass viele von uns zusammengeblieben sind. Es ist familiär geworden. Insbesondere ist das Gefühl geblieben, als wäre nicht alles 40 Jahre her, sondern erst gestern geschehen“, erinnert sich Monika Schaffer und ergänzt: „Wir erinnern uns aber auch an das Aufstiegsspiel in Uerdingen, wo wir sang- und klanglos untergingen. Hätte ich einen Spaten in der Hand gehabt, ich hätte mir ein Loch gegraben.“

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