Gesammelte Neuanschaffungen der Familie Hahn: Um in diesem Jahr ein Halloween-Event der Extraklasse auf die Beine zu stellen investierten die Grusel-Fans eine vierstellige Summe. © Gerstenmaier
Halloween

Corona zum Trotz: Halloween-Grusel in Brambauer findet statt

Der Traum der Hahns, ein echtes Grusel-Event mit allem Pipapo auf die Beine zu stellen, war mit einigen Widrigkeiten verbunden: Die Finanzierung ist schwierig und dann ist da auch noch Corona.

Blutverschmierte Zombies sollen durch den Garten der Familie Hahn in Brambauer wanken. Nebel sollen wabern, Fledermäuse fliegen, Feuer lodern, Hexen garstig lachen, Skelette über Wangen streichen, Totenköpfe tanzen. All das untermalt von echtem Grusel-Sound, der aus Lautsprechern hallt. Ein echtes Gruselevent der Extraklasse eben.

Schon im Mai hatten die sechs Familienmitglieder mit den Planungen begonnen. „Corona-bedingt haben wir zuletzt viel Zeit miteinander verbracht, die wir dafür genutzt haben, unseren Herbst-Grusel zu planen“, hatte Vater Carsten Hahn erzählt. Erstmalig 2018 als kleines Nachbarschaftsprojekt zu Halloween ins Leben gerufen, im vergangenen Jahr durch Sound-Effekte und über die Fassade tanzende Fratzen gesteigert, sollte in diesem Jahr ein echtes Horrorfest, fast wie im Freizeitpark, stattfinden.

Mit Spenden Totenköpfe finanzieren

Dazu hatte die Familie Hahn Ende Mai eine Crowdfunding-Kampagne gestartet: 1000 Euro wollte sie so bis zum 22. Juni zusammenbringen. Dieses Ziel wurde verfehlt; gerade mal 281 Euro von zwölf Unterstützern waren zusammengekommen.

Das Halloween-Haus wird es trotzdem geben. Und das genauso effektvoll, wie geplant. Denn die Hahns haben das Geld, das sie durch ihren corona-bedingt abgesagten Sommerurlaub sparten, dieses Jahr in das Projekt Halloween gesteckt. Die Eltern, vier Kinder, zwei Großeltern: Eine vierstellige Summe, die jetzt unter anderem in einer mechanischen Hexe, Lautsprechern, Funkgeräten, UV-Farben, Killer-Huhn, Zombie-Hasen oder Blut und Knochen steckt. „Das entschädigt uns für den abgesagten Sommerurlaub“, sagt Carsten Hahn. „Vor allem der Aspekt, anderen Freude bereiten zu können, gerade in Coronazeiten.“

Über das Thema Corona haben sich die Veranstalter natürlich ausführlich Gedanken gemacht. „Wir setzen selbstverständlich zwingend die Corona-Schutzmaßnahmen durch“, heißt es in der Ankündigung. „A H A – Abstand, Hygiene, Alltagsmaske! Es erwartet euch Desinfektionsmittel, Wartelinie mit Abstandsmarkierungen!“ Der Zutritt wird nur maximal zwei Personen gleichzeitig gewährt. Die Besucher werden per App und bereitgestelltem Gäste-WLAN registriert. Das Ordnungsamt gab bereits grünes Licht.

Special-Guest am 31. Oktober

Sogar für einen Spezial-Gast reicht das Geld noch: Am 31. Oktober ab 17 Uhr eröffnet das Grusel-Theater-Duo „Wallfahrer“ den Abend und präsentieren eine interaktive, mysteriöse und spannende Handlung mit Comedy- und Zauberelementen.

Besucher haben an drei weiteren Abenden die Möglichkeit, sich gruseln zu lassen (dann ohne Special Guest): Freitag, 23., Samstag 24. und Freitag 30. Oktober ist jeweils ab 18 Uhr das Halloween-Gelände, Am Kelmbach 20, in Brambauer geöffnet.

Über die Autorin
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In und um Stuttgart aufgewachsen, in Mittelhessen Studienjahre verbracht und schließlich im Ruhrgebiet gestrandet treibt Kristina Gerstenmaier vor allem eine ausgeprägte Neugier. Im Lokalen wird die am besten befriedigt, findet sie.
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