Nail Altintas, einer der Anwohner der Siedlung Auf dem Eigengrund zeigt, wie hoch das Wasser in seinem Keller gestanden hat. © Preuß (A)
Spendenaktion

Gewitter mit Regen angekündigt: „Wenn`s wieder kommt, hilft nur beten“

Mit Sorge schauen Lüner in den südlichen Ortsteilen auf das Wochenende. Für Teile von NRW sind örtliche Gewitter mit Starkregen angekündigt. „Da hilft nur noch beten“, sagt Manfred Illner.

Nasse Keller kann es auch in Lünen am Wochenende geben. Gewitter mit starkem Regen kündigt der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Teile von Nordrhein-Westfalen an. Dabei soll es nicht ganz so heftig werden wie am vergangenen Mittwoch. Doch Mengen von 40 Litern pro Quadratmeter seien durchaus möglich. Während des Unwetters am 14. Juli waren es in der Spitze 60 Liter.

Bis zum frühen Vormittag am Sonntag (25.7.) soll der Regen anhalten. Einen Schwerpunkt nennt Jana Beck, Meterologin vom DWD, nicht. Gewitter könnten nicht räumlich vorhergesagt werden. Jeder in Nordrhein-Westfalen müsse aber damit rechnen.

„Die Leute haben Angst“, sagt Friederieke Walf, Vorsitzende der Siedlergemeinschaft „Auf dem Eigengrund“. Das wäre dann das zweite Mal Wasser im Keller in anderthalb Wochen. Noch jetzt sei Schlamm an den Wänden. Viele Nachbarn seien am Rande der Erschöpfung. Einige hätten nachgerüstet und ihre Lichtschächte erhöht, andere denken über Sandsäcke nach. „Wir haben selber überlegt, aber so kurzfristig gibt es keine Möglichkeit.“ In einem Baumarkt habe es geheißen, alle Sandsäcke seien weg. „Wir sind ja auch keine Fachleute. Nachher sind die noch falsch gestapelt.“ Der Boden in Lünen-Süd sei noch feucht. Solltes es stak regnen, „kommt das Wasser wieder im Keller hoch“, vermutet sie. „Es ist die totale Hilflosigkeit. Man weiß nicht, wie man sich vorbereiten soll.“

Wasserschaden im fünfstelligen Bereich

Manfred Illner, Anwohner im Eigengrund, hat jetzt zum vierten Mal einen Wasserschaden in seinem Haus. Diesmal liegt der Schaden laut Gutachten im fünfstelligen Bereich. Der Keller war bis unter die Decke komplett geflutet. „Wenn das wieder kommt, sind wir machtlos. Da hilft nur noch beten“, sagt er. Er könne ja keinen Damm um das Haus bauen. Am Freitag war ein Fensterfachmann da und hat die vom Wasser eingedrückten Scheiben samt Rahmen ersetzt. „Die Nerven liegen blank“, berichtet der 85-Jährige. Zwei Container mit zerstörten Werten seien schon abgeholt worden. Bei den verheerenden Bildern aus den Katastrophengebieten allerdings relativiert sich für ihn alles. „Wir sind mit dem Leben davongekommen und können noch im Haus wohnen.“

Illner berichtet von einem geplanten Gespräch mit Daniela Fiege, Chefin des Stadtbetriebs Abwasserbeseitigung Lünen (SAL). Dabei wolle man nach Lösungen für betroffenen Anwohner in Lünen-Süd suchen.

Spendenaktion der Kolpingsfamilie

Um Unwetter betroffen war auch Niederaden. Die Kolpingsfamilie Horstmar/Niederaden hat spontan ihre Mitglieder und Freunde aufgerufen, die vom Hochwasser geschädigten Mitbürger im Ortsteil Niederaden finanziell zu unterstützen. „Menschen in Not zu helfen“, so Vorstandsmitglied Karl-Heinz Pisula, „ist einer der vornehmlichen Aufgaben der Kolpingbewegung.“ Bisher seien Projekte in Mexiko und Uganda unterstützt worden. Nun habe das Schicksal die Menschen in der Nachbarschaft getroffen. „So ist es mehr als selbstverständlich, hier schnell zu helfen.“

Laut Pisula werden die Spenden werden in Zusammenarbeit mit dem Verein „Lüner helfen Lüner e.V.“ zielgerecht eingesetzt. Es wurde auch ein Informationsblatt aufgelegt, um den Betroffenen aufzuzeigen, wie die Hilfe in Anspruch genommen werden kann. Dieses Blatt kann bei Heinz Leismann an der Wilhelm-Raabe-Straße 8, abgeholt werden.

Der Spendenaufruf war schon sehr erfolgreich. Die Kolpingsfamilie konnte dem Verein bereits 2.000 Euro zur Verfügung stellen. Wer noch spenden möchte, kann auf das Konto der Kolpingsfamilie Lünen/Horstmar: Volksbank Lünen/Dortmund IBAN:DE11 4416 00140500 302 400, Stichwort: Spende Starkregen 14. Juli 2021 Niederaden, überweisen. Die Kolpingsfamilie dankt allen bisherigen und künftigen Spendern.

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Redaktion Lünen
Lünen ist eine Stadt mit unterschiedlichen Facetten. Nah dran zu sein an den lokalen Themen, ist eine spannende Aufgabe. Obwohl ich schon lange in Lünen arbeite, gibt es immer noch viel zu entdecken.
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