GFL-Vorsitzender Dr. Johannes Hofnagel (r.) und seine Mitstreiter auf der Fläche am Iländerweg in Brambauer. © gfl
Stadtentwicklung

GFL favorisiert Iländerweg in Brambauer für Bebauung – Dahlke hält sich raus

Auf der Suche nach einem Baugebiet in Brambauer tendiert die GFL hin zum Iländerweg. Dass ein Teil der Fläche der Ehefrau von GFL-Ratsmitglied Andreas Dahlke gehört, soll keine Rolle spielen.

Die Suche nach einer geeigneten Fläche für die Entwicklung eines neuen, zusammenhängenden Baugebietes in Lünens größtem Stadtteil Brambauer geht in die nächste Runde – damit beschäftigt sich einmal mehr der Stadtentwicklungsausschuss in einer digitalen Konferenz am Dienstag (13. April).

Das erklärte Alexander Dziedeck, stellvertretender Pressesprecher der Stadt, am Mittwoch (7. April) auf Anfrage unserer Redaktion. Wie Dziedeck weiter sagte, spiele dabei die Prioritätenliste des Masterplans Wohnen eine besondere Rolle.

Diese vom Stadtrat 2018 beschlossene Liste enthält auch in Brambauer zu prüfende Wohnbauflächen in der Reihenfolge von 1 bis 3.

Liste steht zur Diskussion

„Priorität 1 sagt aus, dass die Prüfung der Flächen zu einem früheren Zeitpunkt erfolgt als bei Flächen mit der Priorität 3“, sagte Alexander Dziedeck – und:

„In der anstehenden Erörterungskonferenz wird die aktualisierte Liste diskutiert, diese soll dann im Haupt- und Finanzausschuss am 29. April beschlossen werden. Änderungen der Priorität müssten ebenfalls politisch diskutiert und beschlossen werden.“

Dabei spielen nicht zuletzt die von der SPD favorisierte Freifläche an der Brechtener Straße als auch die von der Wählergemeinschaft Gemeinsam für Lünen (GFL) bevorzugte Fläche der „alten Gärtnerei“ am Iländerweg in Brambauer eine Rolle.

„Wir brauchen zahlreiche neue Wohneinheiten in Brambauer. Diese sollen insbesondere jungen Familien zugute kommen“, sagte GFL-Fraktionsvorsitzender Dr. Johannes Hofnagel im Gespräch mit unserer Redaktion.

Aktuell wäge die GFL-Ratsfraktion noch ab, welches Gelände am sinnvollsten sei. „Im Moment tendieren wir zum Iländerweg“, sagte Hofnagel. Die potenzielle Wohnbaufläche am Iländerweg sei keine kostbare Frei- und Grünfläche, sondern werde teilweise schon bebaut und größtenteils versiegelt. Mit dem Iländerweg würde somit keine ökologisch wertvolle Fläche verbraucht.

„Zudem sind auf den rund sieben Hektar viele neue Wohneinheiten möglich. Das entspreche dem enormen Bedarf in Brambauer und bringe einen spürbar positiven Schub“, sagte Hofnagel weiter.

Auf Nachfrage erklärte der GFL-Vorsitzende, dass die rund sieben Hektar große Fläche am Iländeweg aus mehreren Einzelflächen bestehe. „Insgesamt handelt es sich hier um sechs Privateigentümer und -eigentümerinnen. Eine davon ist Sabine Dahlke“.

Sabine Dahlke gehört Teilfläche

Dass es sich dabei um die Ehefrau von GFL-Ratsmitglied Andreas Dahlke handelt, stellt nach Angaben von Hofnagel kein Problem dar:

„Die sachliche Bewertung der beiden Grundstücke hat nichts mit den jeweiligen Eigentumsverhältnissen zu tun. Herr Andreas Dahlke nimmt bei Abstimmungen zu diesem Thema nicht teil.“

Im Gegensatz zum Iländerweg, betonte Hofnagel, sei die Freifläche an der Brechtener Straße ökologisch wertvoll und deutlich kleiner:

„Unser Wahlprogramm, das wir im Sommer 2020 aufgestellt haben, sagt dazu klar: Freiflächen sind nach Möglichkeit zu schützen. Und diese Möglichkeit des Schutzes besteht, da eine bessere Wohnbaufläche mit dem Iländerweg zur Verfügung steht.“

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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