Weil es auf der A2 eine Vollsperrung gab, rollten die Lkw über die Achenbachstraße. Die Anwohner der kleinen Kreisstraße machen aus ihrem Ärger darüber keinen Hehl. © privat
Lkw-Verkehr

Lkw drängelten sich nach Autobahnsperrung durch die Achenbachstraße

Nach einem Unfall auf der A2 nutzten Lkw die Achenbachstraße als Ausweichstrecke. Das führte zum Stau auf der kleinen Straße. Das Problem ist bekannt, die Stadt arbeitet an einer Lösung.

Ein Lkw-Unfall auf der A2 sorgte in der Nacht zu Freitag (26. Oktober) für eine stundenlange Vollsperrung. Ein Tanklaster mit Diesel war nach einem Unfall umgekippt. Mehrere hundert Liter Diesel liefen auf die Fahrbahn aus.

Das sorgte auch auf der nahe gelegenen Achenbachstraße in Lünen-Brambauer für Verkehrschaos, wie Claudia Schöttler berichtet. Seit etwa 4 Uhr morgens wichen viele Lkw auf die kleine Kreisstraße aus. Das führte zu einem Stau. „Durch die Engbebauung sind wir Anwohner aus dem Bett gefallen, wir dachten durch unsere Schlafzimmer verläuft die Autobahn“, so Schöttler in einem Schreiben, das sie laut eigener Aussage an die Stadt Lünen und die Bezirksregierung Arnsberg geschickt hat. Es liegt auch unserer Redaktion vor. Ihr sei klar, dass die Achenbachstraße eine Kreisstraße ist, „aber keine Umleitung für Schwerlastverkehr der Autobahn.“

Die Verkehrssituation vom 23. Oktober und die damit einhergehenden Unanehmlichtkeiten für die Anwohner bedaure die Stadt, teilt Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage mit. Leider ließen sich derartige Ausnahesituationen bei einer Vollsperrung der Autobahn nicht gänzlich verhindern, weil das umliegende Verkehrsnetz dafür nicht dimensioniert ist. Man könne davon ausgehen, dass auch Dortmunder Straßen überlastet gewesen seien.

Ringen um Tempo 30 und Schwerlastverkehr

Der Protest der Anwohner gegen den Lkw-Verkehr auf der Achenbachstraße an sich ist nicht neu. Seit etwa einem Jahr machen sie dagegen mobil, unter anderem in einer Bürgerinitiative. Auch in der Politik war die Verkehrslage an der Achenbachstraße in diesem Jahr Thema.

Auch bei Tag fahren viele Autos und Lkw über die Achenbachstraße. Das Reizthema für die Anwohner war im vergangenen Jahr immer wieder Thema. Auch in der Lüner Politik.
Auch bei Tag fahren viele Autos und Lkw über die Achenbachstraße. Das Reizthema für die Anwohner war im vergangenen Jahr immer wieder Thema. Auch in der Lüner Politik. © Matthias Stachelhaus © Matthias Stachelhaus

Hier ging es auch um den Erhalt, zumindest in Teilen, des Tempo 30 in der Kreisstraße. Diese Änderung der Verkehrsschilder soll in den kommenden Wochen auf den Weg gebracht werden, so Spangardt weiter. Aus organisatorischen Gründen sei das bislang noch nicht umgesetzt worden. Die Anwohner der Achenbachstraße werden, so heißt es weiter, im Vorfeld mit einem Flyer über die neue Situation informiert.

Straße für Lkw unattraktiv machen

Insbesondere die Verlagerung des Parkens auf die Straße soll hier aber noch mehr bewirken. „Dadurch werden erfahrungsgemäß die gefahrenen Geschwindigkeiten reduziert und die Hemmnisse gerade für LKW-Fahrer werden so hoch, dass das Befahren der Straße für diese unattraktiv wird,“ teilt Spangardt weiter mit.

Die Stadt werde die Parkverlagerung in den nächsten Monaten begleiten und begutachten. Sollte sich die Verlagerung als nicht sinnvoll herausstellen, würden Anpassungen vorgenommen.

In der Politik werde die gesamte Verkehrsbelastung zwischen Brambauer und Waltrop in der kommenden Sitzung des für Sicherheit und Ordnung zuständigen Ausschusses wieder Thema sein. Auch die Abhängigkeiten der Achenbachstraße und der Waltroper Straße sollen dabei berücksichtigt werden.

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Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
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