Lüner Kita Florian setzt auf Müllvermeidung: Einkauf bei Füllharmonie

Freie Mitarbeiterin
Stefanie Jendreizik vom Unverpacktladen „Füllharmonie“ in der Lüner Innenstadt mit einem der von der Kita Florian genähten Stoffbeuteln.
Stefanie Jendreizik vom Unverpacktladen "Füllharmonie" in der Lüner Innenstadt mit einem der von der Kita Florian genähten Stoffbeuteln. © Kita Florian
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Nachhaltigkeit ist seit vielen Jahren ein wichtiges Thema in der Kita der Elterninitiative Florian in Nordlünen. Zwei Köchinnen bereiten das Essen für die 45 Mädchen und Jungen und das Personal zu. Auch bei Verpackung und Einkauf setzt man auf Müllvermeidung. „Wir setzen auf Bio und versuchen, auf dem Bio-Hof Schulze Wethmar größere Mengen einzukaufen“, so Kita-Leiterin Claudia Püschel.

Als die Verantwortlichen der Elterninitiative jetzt von dem neuen Unverpacktladen „Füllharmonie“ in Lünen hörten, wollte man schnell Kontakt mit den Inhabern aufnehmen, um zu klären, wie es mit den Preisen aussieht. Schließlich muss die Elterninitiative auch auf die Kosten achten. Gleichzeitig wünschen sich die Erwachsenen und auch die Kinder, weniger Müll zu produzieren. Beim Gespräch mit dem Duo, das die „Füllharmonie“ leitet, stellte sich schnell heraus, dass es für die Kita mit den Preisen für die unverpackten Waren passt.

Und so stand schnell fest: Die Kita Florian kauft jetzt Waren wie Nudeln, Reis Haferflocken oder Getreide im neuen Unverpacktladen. Da man dorthin Beutel, Taschen oder Gläser mitbringen kann, um die Waren für den Heimweg zu verpacken, kam man noch auf eine andere Idee. „Wir schlugen vor, dass wir Beutel nähen und die dann im Laden verkaufen. Der Erlös kommt dann wieder der Kita zugute. Denn unsere Elterninitiative ist ja immer auf Sponsoring und Spenden angewiesen.“ Und so setzten sich Erzieherinnen und Mütter an die Nähmaschinen und fertigten Beutel in drei verschiedenen Größen an. Natürlich aus Bio-Baumwolle. Jetzt will man sehen, wie die handgefertigten Beutel bei den Kunden der „Füllharmonie“ ankommen. Wenn Nachfrage herrscht, kann man sich gut vorstellen, weitere Beutel zu nähen. Zunächst wurden 20 Beutel gefertigt.

Die Stoffbeutel aus Bio-Baumwolle können im Unverpacktladen auch gekauft werden.
Die Stoffbeutel aus Bio-Baumwolle können im Unverpacktladen auch gekauft werden. © Kita Florian

Claudia Püschel würde sich wünschen, dass nicht nur ihre Kita, sondern auch noch mehr andere Kunden dem Beispiel folgen und ihre Lebensmittel unverpackt beziehen. „Die Mitarbeiter im Geschäft sind sehr freundlich und entgegenkommend.“ Auf diese Weise könne man dazu beitragen, Müll zu vermeiden. In der Kita werden die Waren in großen Gläsern gelagert.

Müll zu vermeiden, wird auch auf anderen Wegen in der Kita den Kindern vermittelt. Schon seit 2021 werden leere Dusch- oder auch Buttermilchflaschen gesammelt. Aus denen basteln die Mädchen und Jungen jetzt Weihnachtsmänner und Engel. Die sollen dann ab 19. November den Weihnachtsbaum in der Innenstadt zieren, den die Kita bei der Schmückaktion zugeteilt bekommt.

Energie sparen kennen die Kinder auch aus dem Kita-Alltag. So wissen sie, dass sie beim Verlassen eines Raumes das Licht ausmachen und dass sie das Wasser nicht unnötig lange beim Waschen aus dem Kran laufen lassen sollen. Claudia Püschel: „Wir haben auch immer wieder Schwerpunkttage zu diesen Themen wie Nachhaltigkeit oder Energiesparen.“ Die Kinder seien sehr sensibel, ermahnen sich auch mal gegenseitig, nicht einfach Sachen wegzuwerfen.

Auch beim Malpapier achtet man auf die Umwelt. Eltern und Mitarbeitende bringen Ausdrucke mit, deren Rückseiten noch als Malpapier genutzt werden können: „Natürlich nur Ausdrucke, die keine sensiblen Daten beinhalten.“ Dass man vieles auch mehrfach nutzen kann, bleibe bei den Kindern hängen. Denn die Kinder malen so viel, dass es das Budget nicht hergibt, immer ganz neues Papier zu kaufen. Aber bei besonderen Kunstwerken wird auch mal eine Ausnahme gemacht.

Am 19. November werden nicht nur in der Innenstadt Weihnachtsbäume geschmückt. An diesem Datum ist auch der Tag der offenen Tür in der Kita in Nordlünen. Dann sollen interessierte Familien das Konzept und die Räumlichkeiten kennenlernen.