Jetzt werden am neuen Standort der Kita „Kleiner Kreisel" an der Rudolph-Nagell-Straße die Umzugskisten ausgepackt. © Kita Kleiner Kreisel
Neubau

Nervenprobe Kita-Bau: „Kleiner Kreisel“ kann umziehen, „Kinderhaus“ nicht

Als „unendliche Geschichte“ gelten die Verzögerungen der Kita-Bauten „Kleiner Kreisel“ in Nordlünen und Kita „Kinderhaus“ am Alten Kirchweg. Jetzt stehen Umzüge an. Erst mal nur für eine Kita.

Viele Monate haben die beiden Elterninitiativen Kita „Kleiner Kreisel“ und Kita „Kinderhaus“ auf den Umzug in ihre neuen Gebäude gewartet. Pfusch am Bau, das Wetter, Corona und schließlich Schimmel haben die Vorfreude der Kinder immer wieder getrübt. Jetzt packt die Kita „Kleiner Kreisel“ im 2,25 Millionen Euro teuren Neubau an der Rudolph-Nagell-Straße erste Umzugskisten aus. Die Kita „Kinderhaus“ muss auf ihren Einzug in das ebenso teure und baugleiche neue Haus aber weiter warten. Die Handwerker der Rudolph-Nagell-Straße sind am Alten Kirchweg aktiv, um Restarbeiten auszuführen.

„Wir hoffen, am 15. April die Schlüssel zu bekommen“, sagt Andreas Schroer vom Vorstand Kita „Kinderhaus“. Weil sich die Arbeiten auch zum Schluss noch weiter hinzogen, mussten auf Kosten der Eltern neu bestellte Möbel eingelagert werden. Bauherrin der Kita-Neubauten und gleichzeitig Vermieterin ist die SL Grundbesitz, eine Tochter der Stadtwerke Lünen.

Kochen in der Großküche

Den kirchlichen Segen hat es für beide Gebäude schon gegeben. Der „Kleine Kreisel“ nutzt die einwöchige Kita-Schließung in den Osterferien, um sich an der Rudolph-Nagell-Straße einzurichten. „Das war schon eine nervenzehrende Angelegenheit“, sagt Vorstand Carsten Hermanns zu den Verzögerungen. Es hätte schöner laufen können, ist er überzeugt. Doch jetzt stehen die Zeichen auf Einzug: Für die neue Großküche wurden eigens ein Koch und eine Hauswirtschafterin eingestellt. Täglich wird dort frisch gekocht, bisher bekam die Kita das Essen vom Lieferservice. Einmal in de Woche geht es künftig mit den Kindern zum Einkaufen auf den Markt.

Bisher gingen 38 Kinder zum „Kleinen Kreisel“, künftig werden es 73 in vier Gruppen sein, die von insgesamt 17 Beschäftigten umsorgt werden. „Viele Eltern habe lange auf einen Platz gewartet“, weiß Erzieherin Nina Koch. Zu Beginn des letzten Kita-Jahres hatte daher die Elterninitiative eine Überbelegung mit 15 Plätzen beantragt. So wollte man wenigstens einen Teil der Betreuungsnot lindern. „Jetzt freuen wir uns alle auf den Einzug“, sagt Nina Koch. Helle Räume, dazu ein deutlich größeres Außengelände und alle Gruppen auf einer Ebene – der Neubau hat mehr zu bieten. Auch der Weg in den Wald ist deutlich kürzer.

Viele Umzugskartons haben die Helfer der Kita „Kleiner Kreisel
Viele Umzugskartons haben die Helfer der Kita „Kleiner Kreisel” gepackt. © Kita Kleiner Kreisel © Kita Kleiner Kreisel

Beschränkte Betriebserlaubnis

Von dem alten Gebäude an der Schulstraße haben sich Kinder, Eltern und Erzieher mit einer Malaktion auf dem Parkplatz verabschiedet. In der kommenden Woche werden nach und nach die neuen Kinder begrüßt. „Zum 1. April 2014 haben wir eröffnet, sieben Jahre später zum 1. April haben wir einen neuen Standort“, freut sich Leiterin Angelina Habbe. Mit den Kindern gebe es seit Wochen kaum ein anderes Thema.

Mit einer Malaktion auf dem Parkplatz hat sich die Kita „Kleiner Kreisel
Mit einer Malaktion auf dem Parkplatz hat sich die Kita „Kleiner Kreisel” vom Standort Schulstraße verabschiedet. © Kita Kleiner Kreisel © Kita Kleiner Kreisel

Alle Gruppen an einem Ort

Die Kita „Kinderhaus“ hingegen rechnet mit einem Einzug erst zum 1. Mai. Die Einrichtung mit vier Gruppen wird sich zahlenmäßig nicht vergrößern, doch erstmals können dann alle an einem Standort sein. Momentan gibt es Familien, die Kinder zum Alten Kirchweg und in die Dependance am St.-Marien-Hospital bringen. „Zum Glück ist das Krankenhaus uns zweimal entgegengekommen und hat den Mietvertrag noch verlängert“, sagt Schroer zu den Verzögerungen am Bau. Seine Kinder gehen zwar schon lange nicht mehr in die Kita, doch den Umzug wollte er noch im Vorstand mit begleiten: „Bis ich mit gutem Gewissen sagen kann, die Dinge laufen gut“, erläutert Schroer. Auch für die Kommunikation mit der Stadt sei ein fester Ansprechpartner sinnvoll. So langsam ist das Projekt jetzt auf der Zielgeraden.

Information
  • Die alten Kita-Standorte an der Schulstraße und am St.-Marien-Hospital werden weiter als Kindertageseinrichtungen genutzt. Die AW Ruhr-Lippe-Ems ist der Träger.
  • An der Schulstraße werden 45 Kinder betreut, am Krankenhaus sind es zehn. Dieser Standort wird als Dependance der AWO Kita Lippeaue geführt.
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Redaktion Lünen
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