Brambauer - hier ein Blick von der Zechenstraße über den Ort - braucht neue Baugebiete. Gleich mehrere Varianten sind möglich. © Goldstein
Stadtentwicklung

Neubaugebiete in Brambauer: Stadt Lünen kündigt weitere Prüfung an

Welches Grundstück in Brambauer ist am besten für ein Neubaugebiet geeignet? Darüber diskutieren GFL und SPD seit Wochen. Jetzt will die Verwaltung auch noch mal nachschauen.

Am Ende sprach Arnold Reeker, Technischer Beigeordneter der Stadt Lünen, ein salomonisches Urteil:

Die Verwaltung werde sich Ende dieses Jahres mal genauer anschauen, ob sich die Fläche am Iländerweg oder das Grundstück an der Brechtener Straße in Brambauer besser für die Entwicklung eines Neubaugebietes eignet.

Viel eher werde das nichts wegen knapper Personalkapazitäten, sagte Reeker weiter in der digitalen Konferenz des Stadtentwicklungs-Ausschusses am Dienstagabend (13. April).

Damit setzte er zugleich einen Schlussstrich unter die erneute Diskussion zwischen der Wählergemeinschaft Gemeinsam für Lünen (GFL) und der SPD um das besser geeignete Grundstück für ein zusammenhängendes Neubaugebiet in Lünens größtem Stadtteil.

Der Ruf danach kommt im Übrigen von der „Zukunftswerkstatt Brambauer 2030“. Die Interessengemeinschaft hatte sich bereits am 25. Februar 2020 mit einer schriftlichen Anfrage an Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns gewandt.

Darin heißt es unter anderem: „Nach eingehender Ansicht und Begutachtung der kommunalen Vorschläge (Masterplan Wohnen, Prioritätenliste, Anm. d. Red.) hat sich herausgestellt, dass die Bürgerschaft dringend ein neues, zusammenhängendes Baugebiet in Brambauer fordert. Viele Kinder der Ur-Brambaueraner sind nun in einem Alter, in dem sie eine Familie gegründet haben und nun auch ein Haus bauen wollen.

Dies ist in Brambauer nicht möglich. Die jungen Familien sind gezwungen ins Umland abzuwandern. Dabei wäre es so wichtig für den Stadtteil, junge Menschen hier zu halten.“

Wie berichtet, favorisiert die GFL das Grundstück am Iländerweg im Gegensatz zur SPD, die das Grundstück an der Brechtener Straße auf der Liste hat. Den unlängst bekannten Standpunkt und die Argumente für die Brechtener Straße vertrat im Übrigen SPD-Ratsherr Klaus Lamczick.

Dem Iländerweg redete GFL-Chef und -Ratsherr Dr. Johannes Hofnagel das Wort. Zuvor hatte sich GFL-Ratsherr Andreas Dahlke in der Sache für befangen erklärt. Der Grund: Seiner Ehefrau Sabine gehört ein Teilgrundstück der 7,2 Hektar großen Fläche am Iländerweg.

„Über dem Iländerweg sind Hochspannungsleitungen. Da will Herr Hofnagel nicht wohnen, da will Herr Lamczick nicht wohnen, da will keine Familie wohnen“, sagte Klaus Lamczick unter anderem.

Mit der Entwicklung der Fläche am Iländerweg, sagte Hofnagel, werde im Gegensatz zur Brechtener Straße keine ökologisch wertvolle Fläche verbraucht. Das Grundstück sei mit 7,2 Hektar zudem ausreichend groß, um insbesondere jungen Familien eine neue Heimat zu geben. Hofnagel abschließend: „Das Grundstück Iländerweg erfüllt alle Kriterien, die die Zukunftswerkstatt Brambauer für ein neues Wohngebiet fordert.“

Ob das tatsächlich so ist, wird sich zeigen: Arnold Reeker hat nämlich zugesagt, dass die Verwaltung die Zukunftswerkstatt bei der Begutachtung der Grundstücke Ende des Jahres mit ins Boot nehmen will.

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Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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